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Partnerschaft im digitalen Lieferketten-Tracking

Digitale Produktpässe im Lieferketten-Tracking des Circularise-Systems. Foto: Circularise

Transparent rückverfolgbar: Neste schließt mit Circularise eine Partnerschaft, um die Herkunft von Polymeren in komplexen Lieferketten digital zu tracken.

Neste und das Start-up Circularise haben eine Partnerschaft zur Einführung einer digitalen Tracking-Software in Lieferketten von Polymeren und Chemikalien angekündigt. Im Rahmen einer Kooperation entwickeln die Unternehmen digitale Lösungen zur Rückverfolgung von erneuerbaren und recycelten Stoffströmen, um die Transparenz entlang komplexer Wertschöpfungskette zu verbessern.

Tracking von Lieferketten mit digitalen Zwillingen

Die Unternehmen werden die Blockchain-basierte Software von Circularise zur Rückverfolgbarkeit von Lieferketten einsetzen, die einen digitalen Zwilling der physischen Materialien erstellt. Dieser Zwilling speichert Informationen zu den verwendeten Materialien über die gesamte Wertschöpfungskette hinweg, so dass alle Beteiligten der Wertschöpfungskette das Material zurückverfolgen können. So können sie prüfen, woher die Materialien kommen, wie und wo sie verarbeitet wurden. Der Zwilling kann auch Daten zur Nachhaltigkeit speichern, wie z. B. den CO2-Fußabdruck der Materialien bzw. der aus ihnen hergestellten Produkte.

Datenbasierte Transparenz schafft Vertrauen

Mehr Transparenz in Lieferketten ist in der Polymer- und Chemieindustrie besonders wichtig, da hier die Materialien mehrere Verarbeitungsschritte durchlaufen und häufig mit anderen Materialien verarbeitet werden. Insbesondere in der Anlaufphase nachhaltigerer und zirkulärer Wertschöpfungsketten werden erneuerbare oder recycelte Materialien zusammen mit fossilen Materialien verarbeitet. Das macht es schwierig, Endprodukte nachvollziehbar mit den erneuerbaren oder recycelten Materialien zu verknüpfen, die in ihnen enthalten sind. Solange Rohstoffe gemischt werden, muss ein großer Teil der erneuerbaren oder recycelten Produkte auf Basis der Massenbilanz zugeordnet werden. Nur so lassen diese sich einem Endprodukt zuordnen.

Mit einem digitalen Lieferketten-Tracking möchten Neste und Circularise es den Akteuren der Wertschöpfungskette ermöglichen, überprüfbare Aussagen zu solchen Produkten zu tätigen. Gleichzeitig sorgt das Tracking für ein besseres Verständnis der Lieferketten, was zu einer höheren Transparenz führt, wenn es um CO2-Emissionen von Produkten über deren Lebenszyklus oder andere Nachhaltigkeitsfaktoren geht.

Nachhaltigkeit oft schwer nachzuweisen

„Behauptungen rund um Nachhaltigkeit lassen sich leicht aufstellen, sind aber oft nur schwer nachzuweisen”, sagt Isabella Tonaco, Vice President Strategy Execution & Marketing des Geschäftsbereichs Renewable Polymers and Chemicals von Neste. „Dennoch sind Vertrauen und Glaubwürdigkeit entscheidende Faktoren, wenn es um Nachhaltigkeit geht. Die Möglichkeit, alle in ein Produkt einfließende Materialien verfolgen zu können, bietet eine solide Grundlage hierfür.

Obwohl der Zweck der Zusammenarbeit darin besteht, die Transparenz in Lieferketten zu erhöhen, legt Circularise großen Wert auf den sicheren, verschlüsselten Umgang mit den Daten. Durch die Verwendung einer öffentlichen Blockchain-basierten Infrastruktur und der proprietären Smart Questioning-Technologie von Circularise ist dies kein Widerspruch: Der Austausch vertrauenswürdiger Daten und Informationen zwischen den Beteiligten entlang der Wertschöpfungskette ist möglich, ohne geistiges Eigentum oder den Schutz der Daten zu gefährden.

Tracking in der Lieferkette ohne sensible Daten zu gefährden

„Wir möchten Kommunikationsbarrieren überwinden, die die Rückverfolgbarkeit der Lieferkette einschränken“, sagte Mesbah Sabur, der Gründer von Circularise. „Und wir arbeiten mit Lieferanten zusammen, deren Ziel es ist, eine echte Kreislaufwirtschaft zu schaffen, und die ihren Kunden Einblicke in ihre Produkte geben möchten, ohne aber ihre sensiblen Daten zu gefährden. Neste ist einer der Vorreiter in diesem Bereich und wir freuen uns zusammen mit Nestedie Transparenz der Lieferketten und die Kreislaufwirtschaft im Bereich der Polymere und Chemikalien zu verbessern.”

Circularise kooperiert bereits seit 2019 mit Domo und Covestro beim vertrauenswürdigen Datenaustausch in fragmentierten Lieferketten der Kunststoffbranche.

mg

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