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PA6 für kurze Zykluszeiten: Alternative zu PA66

Durethan B30SFN31 ist ein PA6, das auf kurze Zykluszeiten getrimmt ist. Eine Anwendung könnten Reihenklemmen sein – hier bietet sich das PA6-Comound als wirtschaftliche Alternative zu PA66 an. Foto: Weidmüller Interface

Getrimmt auf kurze Zykluszeiten: Neues PA6-Compound bietet eine wirtschaftliche Alternative zu PA66 bei dünnwandigen E&E-Anwendungen.

Lanxess hat mit Durethan B30SFN31 ein unverstärktes Polyamid 6-Compound (PA6) entwickelt, das als wirtschaftliche Alternative zu Polyamid 66-Compounds (PA66) in ähnlich kurzen Zykluszeiten spritzgegossen werden kann.

Auch flammgeschützte Polyamid 66-Compounds, die nicht mit Glasfasern verstärkt sind, haben sich zuletzt wegen der hohen Preise für diesen Kunststoff stark verteuert. Da drängt sich ein kostengünstiges, unverstärktes PA6-Compound mit sehr guter Flammwidrigkeit geradezu auf.

Vergleichbare Zykluszeiten zu PA66

„Unser neues, halogenfrei flammgeschütztes Polyamid 6-Compound eignet sich insbesondere für dünnwandige Bauteile, die in großen Stückzahlen bei geringen Kosten gefertigt werden müssen“, erklärt Alexander Radeck, Experte für flammwidrige Kunststoffe bei Lanxess. Der frei einfärbbare Konstruktionswerkstoff wurde in enger Zusammenarbeit mit Kunden aus der Elektro- und Elektronikindustrie (E&E) anwendungsspezifisch entwickelt und optimiert. Er bietet sich zum Beispiel besonders für Reihenklemmen an, mit denen Leitungen in Stromkreisverteilern oder Schaltschränken angeschlossen werden.

UL zertifiziert für alle Farben

Das wärmestabilisierte Compound erfüllt in allen Farben den Flammschutztest UL 94 des US-Prüfinstituts Underwriters Laboratories Inc. mit der hervorragenden Einstufung V-0 bei Wanddicken von 0,4 bis 3,0 mm. Dies ist auf der UL Yellow Card entsprechend gelistet („All Colors“).

„Daraus ergibt sich ein Kostenvorteil für den Verarbeiter. Er kann den Kunststoff, den wir nach seinen Wünschen eingefärbt haben, direkt einsetzen, muss ihn also nicht selbst einfärben und aufwändig bei UL zertifizieren lassen“, so Radeck. Farbe ist in vielen E&E-Anwendungen ein wichtiges Designelement und dient oft dazu, Bauteile sicherheitstechnisch zu kennzeichnen.

Kriechstromfeste und fließfähige Alternative

Der neue Thermoplast hat auch bei hohen elektrischen Spannungen eine gute Kriechstromfestigkeit. Letztere zeigt sich in einem CTI-Wert (Comparative Tracking Index, IEC 60112) von 600 V und senkt das Risiko von Kurzschlüssen und Gerätedefekten durch Kriechströme. Bauteile lassen sich daher kompakter gestalten. Dadurch resultieren kleinere Endgeräte, was dem Trend zur Miniaturisierung entspricht. Eine Stärke des Compounds ist die gute Bruchdehnung, die ein Maß für die plastische Verformbarkeit unter mechanischer Belastung ist.

PA6 schonender zu verarbeiten

„Die Bruchdehnung unseres Materials ist auch im spritzfrischen Zustand hoch, so dass Bauteile direkt nach ihrer Herstellung montiert werden können und dabei beispielsweise integrierte Schnapphaken vor dem Einrasten nicht brechen“, erläutert Radeck.

Ein anderer Vorteil des Materials ist die sehr gute Fließfähigkeit der Schmelze. Sie erleichtert das Spritzgießen von Bauteilen mit sehr filigranen, dünnwandigen Geometrien. Verglichen mit unverstärkten, flammgeschützten Polyamid 66-Compounds lässt sich der Werkstoff schonender bei niedrigeren Temperaturen verarbeiten.

mg

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