Open House bei Campetella: flexible IML-Solutions

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Wie ein Open House auch in Corona-Zeiten ablaufen kann, das zeigte Campetella in Montecassiano: Im Fokus waren hier IML-Lösungen mit flexibler Robotik.

Vom 1. Oktober bis Mitte November 2020 war es möglich, in Montecassiano, IML-Anwendungen und mannigfaltige Automatisierungstechnik hautnah mitzuerleben: Das Campetella Robotic Center (CRC) öffnete seine Pforten zum diesjährigen „realen“ Open House. Der italienische Automatisierungsspezialist präsentierte hier Neuentwicklungen und bewährte Technik rund um die Bereiche IML, IMD, Einlegen, Pick & Place, Logistik und Handhabung, Teilemontage, Palettieren, Kartonieren, Verpackung, Qualitätskontrolle oder auch der umfassenden Computerisierung. Doch um ein solches Event auch in Zeiten von Corona durchführen zu können, mussten auch die Rahmenbedingungen hierfür stimmen. Wer sich für das Open House angemeldet hatte, bekam die Bestätigung samt beigefügten QR-Code per E-Mail.

Am CRC in Montecassiano angekommen blickt man dann in die Kamera eines Erkennungssystems für Körpertemperatur – mitsamt angelegter Maske. Das Anmeldungs-Display bestätigt den QR-Code. Nach einer Unterschrift wird man weiter in die Werkshalle geleitet. Alles wohlorganisiert und soweit irgend möglich corona-sicher. Ein persönlicher CRC-Gesprächspartner erklärt AHA-Procedere (Abstand, Hygiene, Atemmaske) als Mitglied einer kleinen – nach vorgegebenem Plan geführten – Besuchergruppe. Die Maßnahmen, so das CRC-Management, entspringen der Notwendigkeit, alles Menschenmögliche zu unternehmen, dass den Besuchern die beste Betreuung und Information ohne Schaden zuteilwird.

Innovationskraft ausleben - Neue digitale Wege beschreiten

Ein Blick durch das Panoramafenster im ersten Stock lenkt den Blick hinab nach rechts zur neuen 3D-Druckanlage, die Labelling-Dummies, Roboter-Raupen (Energieführungskettenglieder) und andere Bauteile aus Kunststoff herstellt, die CRC zu Hunderten einsetzt. Der Blick richtet sich nach links und durch die Montagehalle. Die neue Struktur in Segmenten und Stationen vom Wareneingang bis zum Versand bietet klaren Überblick und Erkenntnisse über den Stand der jeweiligen im Bau befindlichen Projekte. Das ist Carlo Campetella’s jüngster Beitrag zu Lean Management und Lean Produktion, auch im Sinne von Industrie 4.0 – von einem Visionär, der sich am liebsten ausschließlich neuen Ideen, Konzepten und Konstruktionen widmen würde.

General Manager Elia Campetella während des Open House im CRC in Montecassioano: „Wir haben die vergangenen Monate genutzt, um Roboter-Neuentwicklungen zur Serienreife zu bringen." Foto: Campetella

Er und sein Team an Konstrukteuren haben seit Anfang 2020 Einiges auf dem Weg gebracht. „Wir haben die vergangenen Monate genutzt, um Roboter-Neuentwicklungen zur Serienreife zu bringen,“ erläutert General Manager und Sohn Elia Campetella, „Schwerpunkte sind Reduzierung der Stellfläche, Präzision, Langlebigkeit und Geschwindigkeit – mit standardisierten Lösungskonzepten in Modulbauweise, an verschiedenen Roboter- und Anlagen-Neuheiten realisiert. Unsere Unternehmenskultur, unser guter Ruf und unsere Innovationskraft sind unser Kapital – auch für Sie.“

Ein Interview mit den Mitgliedern seines CRC-Teams eröffnet Einsichten, wie sich das Unternehmen mittelfristig aufstellt. Dazu gehört auch ein neues Service-Konzept in Verknüpfung mit Augmented Reality. Ein entsprechend eingerichteter  Hausmessestand in unmittelbarer Nähe zur eigentlichen IML-Attraktion lässt die Möglichkeiten erahnen, wie Kundenzufriedenheit neu buchstabiert werden kann. Beispiel: eine virtuelle „Wanderung“ durch die gerade einmal konzipierte Neuanlage hindurch erläutert dem  „VR-Brillenträger“ alle Funktionen, Bauteile, Zusammenhänge, Parameter und Vieles mehr: Ähnliches erfährt er, wenn er Austausch- und/oder Verschleißteile – beispielsweise Labelling-Dummies -  bestellen und wissen will, wie sie demontiert bzw. montiert werden. Jeder Handgriff wird dreidimensional direkt und virtuell vor Ort optisch vorgeführt und erprobt.

Corona-Effekte – Nachfragezustand?

„Ja, alle unserer 123 Mitarbeiter*innen tragen immer ihre Atemschutzmasken und beachten die Hygienevorschriften. Das gilt auch für unsere Gäste, “ heißt es am Empfang. Die Nachfrage nach Campetella-Robotern und IML-Anlagen hat bis dato nicht unter den Covid-19-Auswirkungen gelitten. Die Vorteile des Unternehmens – Bedienung verschiedenster Industrien und Branchen – wirkten inhärent ausgleichend: „Der Bereich Automotive hat nachgelassen. Das konnten wir mit Zuwächsen im Segment Industrie- und Lebensmittel-Verpackung sowie Medical kompensieren, “ bestätigt Marco Marconi, Area Sales Manager und ergänzt „Packaging-Automatisierungen im Bereich Versandhandel haben starke Zuwächse zu verzeichnen. Das trifft insbesondere auf das deutschsprachige Europa zu, wo wir unsere Sales & Service Präsenz deutlich ausgeweitet haben.“ Auch nutzte das Unternehmen – infolge eingeschränkter Reisetätigkeit – die Gelegenheit, Projekte, die bis dato „nur“ im Raum standen, endlich mit mehr Verve anzupacken.

Open House – Berechnung ohne Risiko?

„Wir konnten doch nicht Alles stehen und liegen lassen! Wir müssen im Markt bleiben, kommunizieren, proaktiv vorgehen. Das erwarten die Kunden von uns, die wir gefragt haben, “ untermauert Marconi die CRC-Marketingstrategie. „Als uns klar war, dass so gut wie alle Kunststoff-Messen in 2020 weltweit abgesagt werden, auch die Fakuma, haben wir den Kurs geändert. Wir laden nicht nach Friedrichshafen ein, sondern nach Montecassiano, 800 km weiter südlich an der Adria.“ Die Fakuma-Exponate waren Mitte 2020 schon gebaut und in Funktion. Die Vereinbarungen mit Arburg verliefen positiv, auch im Kontext mit deren neuer Niederlassung in Norditalien – eine geschickte Win-Win-Interessensbündelung.

Genau betrachtet bot Campetella während des Open House erheblich mehr an Anwendungsbeispielen, Produkten und Informationen als dies es ein großer Fakuma-Stand oder eine virtuelle Show vermocht hätten: „Wer uns in diesen Zeiten besuchte, musste schon ein sehr starkes Interesse an Automatisierungslösungen mitgebracht haben“, so Marconi. Entsprechend qualifiziert und überschaubar waren die Anmeldungen – nach eigenen Einladungen und gestützt durch die Medien. Kein Vergleich mit dem Open House 2014 und rund 500 Besuchern in drei Tagen.

Während der Open House informierte Campetella auch über aktuelle Herausforderungen und Geschäftsentwicklungen am Markt. Foto: Campetella
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Auch in Corona-Zeiten ist das Interesse da

Das Open House inspirierte nicht nur Kunden und Partner (alphabetisch: Arburg, Bazigos, D. Souiris, Gammaflux, Mevisco, Moretto, Simon, Viappiani), sondern auch Experten von Universitäten: „Ein wichtiges Projekt mit der Uni Ancona, Machine Learning, konnten wir so energisch vorantreiben,“ detailliert dies der Sales Manager, “so war das Interesse der Fachbesucher, auch an dieser Digitalisierungslösung, wie erwartet sehr hoch. Bis jetzt waren rund 250 Besucher*innen unsere Gäste. Sie reisten aus Italien (zu 70 %), Österreich, Deutschland, den Niederlanden, Großbritannien, Frankreich, Griechenland, Palästina und auch Nigeria an. Es waren Repräsentanten der allgemeinen Verpackungsindustrie, Food Packaging und Medical, die – angetrieben durch den Boom ihrer Branchen – jetzt verstärkt nach Automatisierungspartnern Ausschau halten.  

Bis Mitte November erwarten wir noch wichtige Großkunden aus Italien und Deutschland. Das wird die Gesamtzahl auf rund 370 erhöhen.“ Die Multi-Media-Unternehmenspräsentation mit Diskussion war „mit Abstand“ gut besucht. Die anschließenden Führungen wurden von den zuständigen CRC-Gebietsvertretern und –Verkaufsleitern in kleinen Gruppen geleitet – unterstützt durch die Techniker und Ingenieure vor Ort an den Robotern und IML-Anlagen.

Die positiven Reaktionen und Kommentare ließen nichts zu wünschen übrig, „insbesondere Interessenten, die zum ersten Mal hier waren, äußerten sich begeistert darüber, dass CRC so stark in neue Technologien investiert, klare und übersichtliche Abläufe im Engineering, in der Produktion und Administration aufweist, mit den Vorteilen von Lean Production, Lean Management und Kaizen,“ bestätigt Marconi.

Exponate – Zukunft jetzt?

„Wir haben alles aufgetischt, was Campetella zu bieten hat, wir sind heute wie ein Glashaus,“ sagt Marconi, „Roboter-Neuentwicklungen, insbesondere die ultra-produktive Double Concept-Baureihe, zukunftsorientierte Konzepte in der Steuerung/Regelung, Industrie 4.0 konforme Lösungen. Machine Learning, beispielsweise, wird eine große Zukunft haben, “ sieht der Sales Manager. Roboter und alle anderen Anlagenkomponenten werden durch bestimmte Algorithmen überwacht.

Die Voraussehbarkeit, was in der Anlage passiert, wie lange sie unter den gegebenen Bedingungen optimal produziert und/oder wann ein Bauteil – durch Forecasting-Meldung – ausgetauscht werden muss, sind Bausteine der Vorsorge und Maschinenanalyse. In Zukunft und jetzt kann ein Kunde über das Online-Portal sehen, wie die Anlage funktioniert, mitsamt Beschleunigungskurven, Vibrationen, Wegen, Temperaturen, Zyklen und anderen Merkmalen. So kann er sich per Augmented Reality mit dem VR-Headset virtuell frei in der Anlage bewegen, „ … beispielsweise für die Bestellung von Modifikations- oder Austausch-Komponenten … ab in den Warenkorb!“

Wohin mit den Messeeinsparungen?

„Anders ausgedrückt, die Gesamtkosten, die wir für die 2020er Messen inklusive Fakuma budgetiert hatten, ein siebenstelliger Euro-Betrag, sind zu einem Gutteil in die Werksmodernisierung, den Erwerb neuer Ausrüstung und die erwähnten Produkt- und System-Entwicklungen ‘umetikettiert‘ worden,“ sagt Marconi. Hinsichtlich „Fakuma Virtuell“ trifft das Unternehmen letzte Vorbereitungen und Probeläufe für einen Einstieg per frei bestimmbarer virtueller Tour durch das Unternehmen sowie Text- und Bild-Präsentation des gesamten Automatisierungsangebots.

Die vierte und fünfte Generation der Campetella-Familiendynastie beisammen - in Nachfolge des Gründervaters Pasquale Campetella (1897). Foto: Campetella

„Bemerkenswert ist, dass eine der beiden IML-Anlagen in den ersten Tagen der Hausmesse verkauft wurde. Es handelt sich um eine Frischkäseschalen-Etikettierungs-Anwendung. Das System wird mit geringfügigen Anpassungen der modularen Standard-Bauteile die Kundenanforderungen erfüllen“, erklärt Marconi.

Campetella‘s IML-Technologie ist modular ausbaubar auf die Bedienung von 16 Kavitäten: „Grundsätzlich steht CRC vornehmlich für vollautomatische, Roboter-gestützte  Etikettierung, Dekorierung, Handhabung, Komplettierung und Vermehrwertung gleich welcher Produkte aus gleich welchen Branchen. Alles aus einer Hand mit ein und denselben Programmierstandards als einfache Lösungen mit Hightech-Inhalten für das maximal erreichbare Leistungsverhältnis. Dieses Credo leitet uns ständig an, “ offenbart der Sales Manager.

Gut gewappnet in die Zukunft

„Wir haben uns an die Corona-Beschränkungen gewöhnt. Alle tragen durchgehend Masken, halten Abstand. Das beeinträchtigt unsere Arbeit nicht wirklich. Wichtig ist, dass unsere Auftragsbücher bis April 2021 gefüllt sind, getriggert dadurch, dass wir in den letzten Jahren sehr stark in den Märkten gearbeitet und Stützpunkte eingerichtet beziehungsweise verstärkt haben. Beispiele in Deutschland sind die Vertretung Peter Nellen, in Hamburg, zur Bearbeitung des norddeutschen, starken Verpackungsmarktes und die erweiterten Kapazitäten von KT Sakkas im fränkischen Aurachtal, und andere neuere/expandierende Niederlassungen beziehungsweise Vertretungen in anderen Regionen wie Hunter/USA und Key Account Manager Cristian Lopez Alavarez für Mexiko,“ sagt Marconi.

Ob Kunststoff-Messen  in 2021, wie die Plast Milano, NPE und weitere bis hin zur Fakuma – für Campetella ein Thema sind, dazu will sich der Salesmanager nicht festlegen: „wir können schnell reagieren. Auf jeden Fall wird sich diese Hausmesse auszahlen, und die nächste auch.“

Wo liegen die Auftragsschwerpunkte?

Dazu erklärt Giacomo Svampa, Continuous Improvement Engineer, der auch ein Wörtchen im Unternehmensbereich Strategische Marktentwicklung mitzureden hat „Beispielsweise haben wir demnächst mit dem CRC Customer Portal, Analyse- und Trouble-Shooting-Technologie im Detail, ein bedeutendes Instrument in Händen, um die Produktionsanlage ohne Ausfälle immer in Arbeit zu halten. Alle Teile sind codiert und können unmittelbar für die verschiedensten Zwecke identifiziert werden. Pluspunkte sind viele Tutorial-Animationen, „Creo“ und „Indy 40“, um Anlangen zu konfigurieren, Anweisungen für die De- und Montage von Komponenten wie End-of-Arm-Tooling (EOAT) und IML-Werkzeugen zu geben. Das ist ein Bonus bei der Generierung von Aufträgen im Bereich der Etikettierung und Handhabung kleiner Lebensmittelverpackungen wie Kapseln und Becher.“

Nach seinen Angaben habe sich das Verbraucherverhalten durch Corona geändert, man koche wieder vermehrt zuhause. Beispielsweise sei der Verbrauch von Margarine stark gewachsen und damit auch der Bedarf an entsprechenden Verpackungen. „Allerdings ist das Segment der großen Behälter für Restaurants geschrumpft. Andererseits ist das Auftragsvolumen für die Etikettierung von Eimern für flüssige und rieselfähige Produkte (etwa für Baumärkte) stabil geblieben. Kürzlich erhielten wir von einem für uns bis dahin unbekannten US-amerikanischen Anwender eine solche Anfrage. Wir schickten ihm ein Angebot und ein Video, wie wir das handhaben würden. Und tags drauf hatten wir seinen Auftrag auf dem Tisch.“ Bemerkenswert sei zudem der situationsbedingte Anfrage-Boom aus dem Medical-Primärverpackungsbereich. „Hier wollen wir verstärkten Einsatz mobilisieren, um die Bedarfe nach Automatisierungen aus den Regionen Europa (primär Italien, Deutschland und Russland) sowie Übersee (primär USA) nachhaltig zu decken“, detailliert G. Svampa. Nach seinen Angaben liegt Campetella‘s Fertigungs-Kapazität unter den derzeitigen Bedingungen bei 25 bis 30 standardisierten Top-Entry-Robotern plus Spezialanlagen nach dem Prinzip Design to Order. Daran orientiere sich auch der Umsatz – 30 % Italien, 30 % weiteres Europa, 30 % Nordamerika, 10 % andere Märkte.

„Wir gehen davon aus, dass gerade die völlig neue Double-Concept-Baureihe eine gute Zukunft hat, weil sie eine enorme Performance aufweist“, prognostiziert Giacomo. Hier werden Kernbauteile (Antriebe und mehr) des bewährten Concept-Systems eingesetzt. Unter starker Verwendung von Kohlefaser-Bauteilen in den beweglichen Roboter-Komponenten wird mehr Leichtigkeit und Steifigkeit eingebracht. Das System ist speziell für die Entnahme, Stapelung, Verpackung und Logistik von Produkten (72 x 2 = 144 Kavitäten) in sehr hohen Losgrößen entwickelt worden. Bemerkenswert ist ferner ein extrem schneller Roboter, dessen Zykluszeit 3,9 s, ungeachtet seiner Größe, beträgt.

Technologischer Vorreiter

Die nächsten Schritte führen zurück in die Realität, dem Mittelpunkt des Open House: Bekanntermaßen werden im Motorsport permanent Neuentwicklungen erprobt. Carlo Campetella war lange Jahre im Motorsport aktiv und hat Materialien und Neukonstruktionen eingesetzt, die zur Leichtbauweise, Performance, Präzision, Dauerbelastbarkeit und Speed ausgelegt waren. Was lag näher, als diese Vorteile ab den 1990er Jahren (Start des Campetella Robotic Centers) sukzessive in die Roboter-Konstruktionen einzubringen? Bahnbrechende Ergebnisse findet der Hausmesse-Besucher in den ausgestellten anthropomorphen, kartesischen, Seiteneingriffs-Robotern, Scara-Lösungen, superschnellen Anguss- und Teile-Pickern sowie Steuerungssystemen und IoT-Schnittstellenkonzepten (bezogen auf praktisch jedes Kunststoffverarbeitungsmaschinenfabrikat).

IML-Anwendungen real erleben - statt lediglich digital

4-Kavitäten-Werkzeug in Aktion: Auf Arburg-Spritzgießanlagen wurden vor Ort Verpackungen produziert. Foto: Campetella

Zwei Kern-Exponate mit dem umfassenden Potenzial neuester Automatisierungstechnik sind in einem Anbau hinter der Montagehalle im industrierealistischen Einsatz zu sehen. Sie etikettieren Yoghurtbecher beziehungsweise Frischkäseschalen in Höchstgeschwindigkeit und Präzision.

Ein X-Series Mini-Modula Kompakt-Roboter von Campetella zeigt eine IML-Anwendung (In-Mould-Labeling) für Yoghurtbecher mit 4 Kavitäten. Der Side Entry Roboter ist mit einer sehr schnellen und kompakten Horizontal-Achse ausgerüstet für das Einlegen der Label und Entnahme der Yoghurtbecher aus dem Werkzeug. Abgestapelt werden die Becher mit der Öffnung nach unten auf dem Förderband. Herausragend bei der Mini-Modula ist die extrem kleine Stellfläche. Der neue X-Series CO1 “top-entry” Roboter mit 3 servomotorisch angetriebenen Achsen übernimmt die Becherstapel zur Ablage in einer Lagerbox. Den Abtransport der Boxen zum Fertigwarenlager übernimmt ein selbstfahrender Omron AMR (autonomer mobiler Roboter). Voll zum Lager … leer zurück zum Band. Die Gesamtanlage besteht aus einer Arburg Allrounder 570 HP Hybrid-Spritzgießmaschine mit 1.800 kN Schließkraft und einem 4-Kavitäten Werkzeug von Simon aus Frankreich. Mit einer Gesamtzykluszeit von 2,45 s und einer Roboter-Eingriffszeit von gerade einmal 0,48 s. Für das „L“ im IML ist der renommierte italienische Label-Hersteller Viappiani zuständig. Becher Abmessungen: Höhe 43 mm, Durchmesser Öffnung 73 mm, Gewicht 4 g.

Der Einsatz der Labelling-Dummies (hergestellt im neuen 3D-Druckzentrum) ist für die Prozessgeschwindigkeit ein entscheidendes Kriterium. Sie halten die Etiketten dadurch, dass die mit 12.000 V geladenen Stifte die Folien-Labels polarisieren (magnetisieren) und damit exakt positionieren. Deutlich kürzer als eine Sekunde später in der Kavität angelangt, stabilisieren sich die Labels passgenau durch komprimierte Luft, bevor sie mit dem Kunststoff zum Becher bzw. zur Schale hinterspritzt werden.

Ein X-Series Mini-Modula Hochgeschwindigkeits-Roboter (Side Entry) von Campetella ist die passende Lösung für die Produktion von IML-Frischkäseschalen in einem 4-Kavitäten-Werkzeug von Bazigos. Vier Mevisco-Kameras überwachen die Produktqualität inline. Der superschnelle servomotorisch angetriebene Label-Feeder legt das 5-Seiten-Viappiani-Label ein. Die Schalen werden anschließend mit der Öffnung nach unten auf dem Förderband abgestapelt. Der Campetella X-Series Spin3 Scara-Roboter legt die Verpackungsstapel in einer Transportbox ab. Ein weiterer Omron AMR (autonomer mobiler Roboter) transportiert die gefüllten Transportboxen ab. Die gesamte Automation ist an einer Arburg 630 H Hybrid-Spritzgießmaschine mit 2.300 kN Schließkraft im Einsatz, mit einer Zykluszeit von 3,25 s, wobei die Roboter-Eingriffszeit nur 0,9 s beträgt. Die Granulatversorgung erfolgt über Moretto-Peripheriegeräte. Produkt Abmessungen: Länge 132 mm, Breite 89 mm, Höhe 33 mm, Gewicht 7,55 g.

Thomas Behne/db

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