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Materialise und Proponent wollen ein digitale Lieferkette aufbauen, die eine On-Demand-Fertigung für die Luftfahrtindustrie möglich macht.

Kooperation

On-Demand-Fertigung mit 3D-Druck für die Luftfahrt

Materialise und Proponent wollen mittels 3D-Druck die Lieferketten für die Luftfahrtindustrie in Richtung On-Demand-Fertigung transformieren.

Materialise und Proponent wollen mittels 3D-Druck die Lieferketten für die Luftfahrtindustrie in Richtung On-Demand-Fertigung transformieren.

Materialise, einer der weltweit führenden Anbieter von 3D-Drucklösungen mit Hauptsitz im belgischen Leuven, und Proponent, der weltweit größte, unabhängige Distributor von Flugzeugteilen mit Hauptsitz in Brea, Kalifornien, wollen gemeinsam mit 3D-Druck eine On-Demand-Fertigung für die Luftfahrtindustrie umsetzen und damit auch die Aftermarket-Lieferketten der Luftfahrtindustrie verbessern.

Digitale Lieferkette für eine On-Demand-Fertigung

In einer während der MRO Europe in Amsterdam unterzeichneten Vereinbarung verpflichten sich beide Unternehmen dazu, die Vorteile des 3D-Drucks für OEMs aus der Luft- und Raumfahrt nutzbar zu machen. Letztlich soll eine digitale Lieferkette aufgebaut werden, die eine On-Demand-Fertigung ermöglicht. Während der 3D-Druck bisher eine Domäne der hochspezialisierten Ingenieurabteilungen in Luftfahrtunternehmen war, rückt er durch diese Entwicklung in den Fokus für die Beschaffungslogistik.

Bart Van der Schueren, CTO von Materialise: "Offene Lösungen und ein kollaborativer Ansatz waren schon immer entscheidend bei Materialise. Heute freuen wir uns, unsere Leistungsfähigkeit als EASA 21.G-zertifiziertes Produktionsunternehmen mit der Reichweite und der zentralen Position von Proponent in den Lieferketten der Luft- und Raumfahrt zu kombinieren. Damit wird der 3D-Druck zu einem weiteren verlässlichen Werkzeug für die etablierten Supply-Chains der Luft- und Raumfahrtindustrie."

Mit der Partnerschaft wollen Materialise und Proponent den Luftfahrtunternehmen und Zulieferern eine Komplettlösung für Teile anbieten, bei denen 3D-Druck neben anderen Fertigungstechnologien zum Einsatz kommt.

3D-Druck kann Teile für die Luftfahrt bedarfsgerecht und nachhaltig herstellen

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Der 3D-Druck soll zu einem weiteren verlässlichen Werkzeug für die etablierten Supply-Chains der Luft- und Raumfahrtindustrie werden.

Andrew Todhunter, CEO von Proponent: "Mit dem 3D-Druck bieten sich uns neue Möglichkeiten, die Lieferketten für unsere Partner effizienter zu gestalten. Diese Technologie ist die perfekte Ergänzung zu unserem 'Stocking Distribution Modell'. Durch die Produktion von kundenspezifischen Teilen und Kleinserien mittels additiver Fertigung haben wir die Möglichkeit, bedarfsgerecht und nachhaltig zu beschaffen und hohe Mindestbestellmengen zu vermeiden. Unsere Kunden bekommen, was sie brauchen, wann sie es brauchen, und OEMs vermeiden die Kosten und Risiken, die mit der Produktion von Werkzeugen einhergehen."

Proponent bietet traditionelle Vertriebsdienstleistungen für Fluggesellschaften, MROs (Unternehmen, die sich im Maintenance (Wartung), Repair (Reparatur) und Operations (Betrieb) kümmern) und OEMs sowie innovative Bestandsverwaltungslösungen. Das Unternehmen liefert jährlich 54 Mio. Teile an über 6.000 Kunden in der Luft- und Raumfahrt in mehr als 100 Ländern. Die meisten Teile werden auf dem Ersatzteilmarkt für die Bereiche Kabineninnenausstattung, Triebwerke, Flugzeugzellen und Cockpits eingesetzt.

Zertifizierte 3D-Drucktechnologien für flugbereite Teile

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Materialise fertigt bereits 700 Bauteilserien pro Jahr für verschiedene Kunden aus der Luft- und Raumfahrt – dazu gehören schätzungsweise 26.000 Teile pro Jahr allein für das Airbus A350-System.

Materialise fertigt 700 Bauteilserien pro Jahr für verschiedene Kunden aus der Luft- und Raumfahrt – von führenden OEMs bis hin zu MRO-Unternehmen und Zulieferern. Dazu gehören schätzungsweise 26.000 Teile pro Jahr allein für das Airbus A350-System. Wie Materialise erklärt, ist das Unternehmen derzeit auch der einzige Anbieter, der Fertigungsdienstleistungen für zwei von Airbus genehmigte 3D-Drucktechnologien für flugbereite Teile anbietet. Im Mai dieses Jahres wurde Materialise als erster Hersteller für die Selective Laser Sintering (SLS)-Technologie bei Airbus zertifiziert.

gk