Nova-Institut erhebt Daten für alle biobasierten Polymere

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2018 war ein sehr gutes Jahr für biobasierte Polymere: Mehrere zusätzliche Kapazitäten wurden in Betrieb genommen.

Der neue Markt- und Trendreport „Bio-based Building Blocks and Polymers – Global Capacities, Production and Trends 2018-2023“ des deutschen Nova-Instituts zeigt Kapazitäten sowie erstmals auch Produktionsdaten für alle bio-basierten Polymere.

Weltweite Produktionskapazitäten von biobasierten Polymeren nach Regionen Grafik: Nova-Institut

Im Jahr 2018 erreichte die Gesamtproduktionsmenge 7,5 Mio. t – dies sind bereits 2 % der Produktionsmenge petrochemischer Polymere. Das Potenzial ist viel höher, wird aber derzeit durch niedrige Ölpreise und mangelnde politische Unterstützung ausgebremst.

Insgesamt hat sich die Produktion von biobasierten Polymeren in den letzten Jahren deutlich professionalisiert und differenziert. Mittlerweile gibt es für praktisch jede Anwendung eine biobasierte Alternative. Die Kapazitäten und die Produktion biobasierter Polymere werden mit einer erwarteten kumulierten jährlichen Wachstumsrate (CAGR) von etwa 4 % bis 2023 weiter wachsen, fast so schnell wie petrochemische Polymere und Kunststoffe. Daher bleibt der Marktanteil von biobasierten Polymeren am gesamten Polymer- und Kunststoffmarkt konstant bei etwa 2 %.

Kunststoffproduktion von 1950 bis 2017 Grafik: Nova-Institut

Die Erhöhung der Produktionskapazität beruht im Wesentlichen auf dem Ausbau der Produktion von Polymilchsäure (PLA) in Thailand und dem Ausbau des Polytrimethylen-Terephthalats (PTT) und von Stärkeblends in den USA. Insbesondere PLA- und Stärkegemische werden bis 2023 weiter deutlich wachsen.

Auch neue Kapazitäten von biobasierten Polyamiden, Polyethylen (PE) und erstmals auch Polypropylen (PP) und Polybutylenadipat-Terephthalat (PBAT) werden in diesem Zeitraum in Europa hinzukommen. Der Hoffnungsträger Polyethylenfuranoat (PEF) wird voraussichtlich erst nach 2023 kommerzielle Kapazitäten erreichen können. Insgesamt bleibt das Marktumfeld mit niedrigen Rohölpreisen und geringer politischer Unterstützung eine Herausforderung.

Biobasierte Polymere bieten zwei große Vorteile die bisher politisch nicht honoriert worden sind. Zum einen ersetzen biobasierte Polymere den fossilen Kohlenstoff im Produktionsprozess durch erneuerbaren Kohlenstoff aus Biomasse. Dies ist für eine nachhaltige, klimafreundliche Kunststoffindustrie unerlässlich und wird noch nicht politisch honoriert.

Anteile von biobasierten Polymeren in verschiedenen Segmenten Grafik: Nova-Institut

Zum anderen sind etwa ein Viertel der biobasierten Polymerproduktion biologisch abbaubar (je nach Umgebung) und können daher eine Lösung für Kunststoffe sein, die nicht gesammelt werden können und in die Umwelt gelangen. Hier können sie biologisch abgebaut werden, ohne Mikrokunststoffe zurückzulassen. Nur wenige Länder wie Italien, Frankreich und in Zukunft wahrscheinlich Spanien werden diesen zusätzlichen Entsorgungsweg politisch unterstützen.

Die wichtigsten Markttreiber im Jahr 2018 waren Marken, die ihren Kunden umweltfreundliche Lösungen anbieten wollten, und kritische Verbraucher, die nach Alternativen zu Petrochemikalien suchen. Würden biobasierte Polymere als Lösung akzeptiert und ähnlich wie Biokraftstoffe gefördert werden, wären jährliche Wachstumsraten von 10 bis 20 % zu erwarten. Gleiches gilt, sobald der Ölpreis deutlich ansteigt. Basierend auf der bereits vorhandenen technischen Reife von biobasierten Polymeren können dann erhebliche Marktanteile gewonnen werden.

Der 380-seitige Marktbericht (www.bio-based.eu/reports) wird jedes Jahr aktualisiert und das Update für das Jahr 2018 enthält ganz besondere Highlights: Umfassende Informationen zur Kapazitätsentwicklung von 2018 bis 2023, für jeden biobasierten Building-Block und jedes Polymer und erstmals Produktionsdaten für das Jahr 2018, für jedes biobasierte Polymer. Insgesamt 17 biobasierte Building-Blocks und 16 Polymere werden in dem Bericht behandelt.

Darüber hinaus enthält die neue Ausgabe Analysen zu Marktentwicklungen und Produzenten pro Building-Block und Polymer, so dass sich die Leser schnell einen Überblick über Entwicklungen verschaffen können, die weit über Kapazitäts- und Produktionszahlen hinausgehen. Die Zusammenarbeit mit etablierten Experten auf diesem Gebiet ermöglichte erstmals eine detaillierte Berechnung und Erläuterung der Marktentwicklung von Celluloseacetat (CA), biobasierten Epoxidharzen und biobasierten Polyurethanen.

Die Liste der produzierenden Unternehmen wurde umfassend aktualisiert und zeigt nun 175 detaillierte Unternehmensprofile - vom Start-up bis zum multinationalen Konzern.

jl

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