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Neues Testzentrum für die Flake-Sortierung

Bei mehreren Live-Vorführungen in neuen Test-Center in Parma konnten die Sortieranlagen Autosort Flake und Innosort Flake zeigen, was in ihnen steckt: Zum Beispiel in einem einzigen Durchlauf aus Material mit mehr als 27 % Verschmutzung auf eine Reinheit von 97,5 % zu kommen. Foto: K-ZEITUNG

Die enge Zusammenarbeit mit den Kunden soll im Mittelpunkt des neuen Tomra-Testzentrums für die Flake-Sortierung in Italien stehen.

Am 22. September 2021 hat Tomra Recycling im italienischen Parma offiziell sein neues Testzentrum für die Flake-Sortierung eröffnet – neben der Entwicklung neuer Anwendungen und Lösungen sind hier auch aussagefähige Tests mit Kundenmaterial möglich.

Die Nachfrage nach hochwertigem Kunststoffrezyklat steigt genauso wie die Anforderungen an dessen Reinheit, gleichzeitig wird aber durch die Ausweitung des Recyclings und die Forderung nach einer Reduzierung der Kosten die Input-Qualität eher schlechter als besser. Als Lösung dieses Zwiespalts ziehen immer mehr Unternehmen die Anschaffung einer Sortieranlage in Betracht.

Immer mehr Anfragen für Materialtests

Fabrizio Radice, Vice President und Head of Global Sales und Marketing bei Tomra Recycling: „Seit geraumer Zeit erhalten wir immer mehr Anfragen für Materialtests im Bereich der Flake-Sortierung." Für solche Tests ist Tomra jetzt mit dem neuen Testzentrum bestens gerüstet. Foto: K-ZEITUNG

Dazu Fabrizio Radice, Vice President und Head of Global Sales und Marketing bei Tomra Recycling: „Seit geraumer Zeit erhalten wir immer mehr Anfragen für Materialtests im Bereich der Flake-Sortierung. Zeitgleich ist auch die Nachfrage nach qualitativ hochwertigen Kunststoffrezyklaten auf dem Markt gestiegen.“

„Um diese Nachfrage zu decken, müssen die reinsten Materialfraktionen für alle Kunststoffanwendungen, sowie die entsprechenden Technologien zur Verfügung stehen. In unserem neuen Testzentrum werden wir genau diese Lösungen in enger Zusammenarbeit mit unseren Kunden und Partnern entwickeln, so Radice bei der Eröffnung des neuen Testzentrums in unmittelbarer Nähe des Firmensitzes im italienischen Parma.

Testzentrum mit eindrucksvollen Live-Vorführungen eröffnet

Unter dem Motto „Testing is believing“ konnte Toma 74 Teilnehmer – darunter auch die K-ZEITUNG – zu einer exklusiven Eröffnungsveranstaltung und einer Führung durch das neue Testzentrum begrüßen. Die Teilnehmer konnten verschiedenen Präsentationen zur langfristigen Kunststoffstrategie von Tomra, zu Zweck, Ziel und den Vorteilen der neuen Anlage sowie einer eindrucksvollen Live-Demonstration der Sortiermaschinen beiwohnen.

In kürzester Zeit konnten die im Testzentrum installierten und speziell für die Sortierung von Kunststoffflakes entwickelten Systeme Autosort Flake und Innosort Flake selbst stark verunreinigtes Material aufbereiten und dabei Reinheiten von teils mehr als 99 % erreichen. Je nach Verunreinigung kamen dazu Farbkameras, NIR-Sensoren oder Metalldetektoren oder Kombinationen aus diesen Systemen zum Einsatz. Unerwünschte Materialien werden dabei erkannt und über Druckluftdüsen aus dem Materialstrom herausgeschossen.

Enge Zusammenarbeit mit den Kunden

Unter dem Motto „Testing is believing“ konnte Toma 74 Teilnehmer – darunter auch die K-ZEITUING – zu einer exklusiven Eröffnungsveranstaltung begrüßen. Foto: K-ZEITUNG

Wie Tomra betont, steht im Mittelpunkt des neuen Testzentrums die Zusammenarbeit mit den Kunden, die jetzt ihre Kunststoff-Flakes nach Parma schicken und diese mit Unterstützung und Beratung des jeweiligen Ansprechpartners auf Tomras Flake-Sortiermaschinen testen können. Auf der Grundlage der Testanalyse und -ergebnisse empfiehlt Tomra dann die am besten geeignete Maschinen-, Prozess- und Sensorkonfiguration für die vom Kunden definierten Sortieranforderungen und -ziele. Somit erhalten die Kunden vor einer Investition einen vollständigen, auf ihre Bedürfnisse zugeschnittenen Business Case.

Das Konzept der Materialtests ist bereits gut etabliert: Bereits seit Jahrzehnten können Kunden ihre Materialien in Tomra’s weltweiten Testzentren testen, so zum Beispiel in Deutschland, den USA, Japan, Korea und China. Mit der neuen Anlage in Italien können sich Anlagenbetreiber nun auf erweiterte Prüfkapazitäten, kürzere Vorlaufzeiten und eine größeren Flexibilität bei der Terminierung von Tests freuen. Darüber hinaus erweist sich die Lage des Testzentrums als besonders günstig. Parma, im Herzen einer der wichtigsten Industrie- und Produktionsregionen Europas, ist über die internationalen Flughäfen von Mailand, Bologna, Verona und Bergamo leicht zu erreichen.

Im zweiten Teil seiner Präsentation erläuterte Radice, warum Tomra eine „One Stop Shop Solution“ ist. So bietet Tomra ein umfangreiches Portfolio an sensorgestützten Sortierern für verschiedene Anwendungen an, wobei das System Autosort und seine anwendungsspezifischen Ergänzungsprodukte den Kern bilden. Im Kunststoffsegment bietet Autosort Technologien sowohl für die Vorsortierung als auch für die Flake-Sortierung, die im Einklang miteinander arbeiten und größere operative und finanzielle Vorteile ermöglichen.

Zudem profitieren Kunden und Partner über die Technologie hinaus von Tomras fundiertem Anwendungswissen, unschätzbarem Beratungs-Know-how und kontinuierlichem Service-Support. Die Abstimmung der Maschinen in Kombination mit einem umfassenden Know-how und dem Service aus einer Hand ermöglichen eine maximale Anlagenleistung.

Im Anschluss an Radice präsentierte Alberto Piovesan, Segment Manager Plastics EMEA & Americas, die Flake-Sortierstrategie von Tomra und die Positionierung des Unternehmens im Kunststoffsegment. Die Zuhörer erfuhren, dass Tomra danach strebt, die Entwicklung der Branche durch sein umfassendes Anwendungs- und Industrie-Know-how, seine Beratungsangebote und die fortschrittlichsten Technologien zu beschleunigen und maßgeblich zu gestalten.

Neue Lösungen für die Flake-Sortierung

Tom Eng, Chef von Tomra Recycling, beim Durchtrennen des roten Bandes. Foto: K-ZEITUNG

Das neue Testzentrum wird dabei eine entscheidende Rolle spielen, wie Piovesan betonte. „Innerhalb von nur 1,5 Jahren haben wir einen Ort geschaffen, an dem neue Ideen und Innovationen geboren werden, die es erlauben, auf aktuelle Markttrends bestmöglich zu reagieren. Noch wichtiger ist, dass wir an Lösungen arbeiten, die für jede Sortier- und Recyclinganlage, die Kunststoffe erfolgreich aufbereiten will, unverzichtbar sind.“

Ein weiterer Schwerpunkt der Ausführungen lag auf den neuen Trends im Kunststoffrecycling und den Auswirkungen, die diese Trends auf die Branche haben. Einer dieser Trends besteht in einer Diskrepanz zwischen Input- und Output-Qualitäten. Während die Input-Qualitäten schlechter werden, muss der geforderte Output die höchstmöglichen Qualitäten aufweisen.

Um diese neuen Herausforderungen zu meistern, ist der Einsatz modernster Sortiertechnologien von entscheidender Bedeutung. Als Pionier der Branche ist sich Tomra seiner verantwortungsvollen Rolle in diesem Segment bewusst: Das Unternehmen entwickelt kontinuierlich neue Technologien und optimiert die bestehenden Ansätze, um die Bedürfnisse der Kunden und des Marktes bestmöglich zu erfüllen.

Recyclingquoten immer noch zu niedrig

Piovesan erklärte, dass die aktuellen Markttrends zu einer hohen Nachfrage nach recycelten Polyolefinen geführt haben, die Recyclingquoten aber immer noch niedrig sind. Da das Unternehmen ein wachsendes Potenzial im Polyolefin-Recycling sieht, wird es seine Aufmerksamkeit und sein Fachwissen weiter auf innovative PO-Anwendungen richten. Derzeit ist Tomra im Segment der Flake-Sortierung gut positioniert und bietet zwei hochentwickelte Flake-Sortieranlagen an.

Ida Semb, Produktmanagerin bei Tomra Recycling, ging näher auf diese Technologien ein und stellte die wichtigsten Merkmale der Systeme Autosort Flake und Innosort Flake vor. Beide Maschinen können für die Rückgewinnung von Kunststoff-Flakes (PET, PO, PVC) bis zu einer Minimalgröße von 2 mm eingesetzt werden, um die vom Markt, von Markeninhabern und Verarbeitern geforderten Reinheitsgrade zu liefern.

Autosort Flake eignet sich hervorragend für High-End-Anwendungen, bei denen der Anteil an Verunreinigungen eher gering ist, die Qualitätsanforderungen jedoch besonders hoch sind. Innosort Flake wird für stärker verunreinigte Ströme eingesetzt und ist mit einem PO-spezifischen Sensor zur Sortierung von Polyolefinen erhältlich. Mit einer Breite von 2 m liefert Innosort Flake genaue Sortierergebnisse bei einer Sortierleistung von bis zu 6 t/h.

Eindrucksvolle Demo-Session

Die eindrucksvollen Sortierergebnisse der Live-Vorführungen sorgten für Staunen bei den Gästen. Foto: K-ZEITUNG

Im Anschluss an die Präsentationen gingen die Produktmanagerin Ida Semb und Robert Glaser, Technical Product Expert Flake Sorting, gemeinsam mit Alberto Piovesan zur Demo-Session über. Alle Teilnehmer wurden in das Testzentrum geführt, wo beide Maschinen ihre Fähigkeiten bei der Rückgewinnung von Polyolefinen aus stark verunreinigten Materialmischungen und bei der Farbsortierung unter Beweis stellen konnten.

Nachdem sich alle internationalen Teilnehmer über die Kunststoffstrategie des Unternehmens, seine Positionierung und die verfügbaren Lösungen zur Aufwertung von recycelten Kunststoffen informiert hatten, ergriff Radice zum Abschluss der Veranstaltung noch einmal das Wort. Er bedankte sich bei den Kunden und Pressevertretern für ihre Teilnahme an der Eröffnungsfeier und fasste die wichtigsten Erkenntnisse zusammen, bevor die Gruppe die Gelegenheit zum Networking nutzte. „Wir freuen uns, dass wir Sie durch diesen inspirierenden und informativen Tag führen konnten. Wie Sie heute gelernt haben, haben wir uns der Gestaltung und Weiterentwicklung der Kunststoffindustrie verschrieben. Mit unserem umfassenden Fachwissen, unseren Technologien und nicht zuletzt mit unserer Leidenschaft und unserem Engagement werden wir uns für eine größere Kreislauffähigkeit unserer Ressourcen einsetzen. Mit unserem neuen Testzentrum gehen wir einen Schritt weiter und konzentrieren uns auf die Entwicklung neuer Lösungen für die Herausforderungen von morgen. Wir sind Ihr Partner und halten, was wir versprechen. Kommen Sie auf uns zu, testen Sie Ihr Material auf unseren Maschinen und erleben Sie, was bei der Aufwertung von Kunststoffen möglich ist.“

Günter Kögel