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Neues Netzwerk für Schaumsysteme

Das Thim-Team (v.l.n.r.): Sebastian Schmidhuber (Krauss Maffei), Dr. Erwin Bürkle (Thim-Koordinator), Mathias Lindemann (Thim-Geschäftsführer) und Dr. Michael Krahl (ILK-TU Dresden). Foto: Scheunert/Lichtwerkedesign

Partikelschäume stehen im Fokus des neuen Netzwerks Thim (Technologieplattform hybride innovative Material-Schaumsysteme), das vor Kurzem gegründet wurde.

Neue Kunststoffverarbeitungs-Technologien und Schaumsysteme entwickeln und miteinander kombinieren, innovative Werkzeuge und Anlagen bauen, Prozesse wirtschaftlicher machen sowie neue Anwendungen generieren – das sind die Ziele von Thim mit Sitz in Berlin. Mit dabei sind fünf Industriepartner aus den Bereichen Werkzeugbau, Anlagenbau und Materialherstellung sowie zwei Forschungseinrichtungen: Krauss Maffei, Kurtz, Kaneka Belgium, T. Michel Formen, Werkzeugbau Siegfried Hofmann, Neue Materialien Bayreuth GmbH und das Institut für Leichtbau und Kunststofftechnik (ILK) der Technischen Universität Dresden.

Brücke zwischen verschiedenen Verfahren

Im Mittelpunkt der Netzwerk-Aktivitäten stehen Partikelschäume, deren Anwendungsspektrum wegen ihrer herausragenden Eigenschaften sehr vielfältig ist. Partikelschäume sind Schaumperlen aus thermoplastischen Kunststoffen wie EPS, EPP, EPE oder E-TPU mit typischen Dichten von 15 bis 250 kg/m³. Sie bestehen zu mehr als 90% aus Luft, weshalb sie ein enormes Leichtbaupotenzial bieten. Hervorzuheben sind ihre dynamische und statische Stoßbelastbarkeit, das enorme Rückstellvermögen, das geringe Gewicht sowie die hervorragenden thermischen Dämmeigenschaften. „Wir wollen zwischen Partikelschäumen, der Reaktionstechnik und dem Spritzgießen sowie weiteren Kunststoffverarbeitungsverfahren eine Brücke schlagen“, sagt Mathias Lindemann, der als Thim-Geschäftsführer die Aktivitäten des Netzwerks koordiniert.

Lindemann hat das Netzwerk gegründet. Er und Thim- Innovationsmentor Dr. Erwin Bürkle arbeiten seit vielen Jahren in der Technologieentwicklung und im Leichtbau zusammen.

Das Netzwerk versteht sich als offene Plattform. Es greift einerseits Ideen und technische Herausforderungen aus dem Markt auf. Darüber hinaus können aber auch Vorschläge an Thim herangetragen werden.

„Dank der Kompetenz und Erfahrung der Thim-Netzwerkpartner können wir extrem leichte, funktionalisierte und seriennahe Prototypen herstellen“, so Lindemann. „Indem wir verschiedene Schaumsysteme mit bislang einzelnen Prozessen kombinieren, entwickeln wir maßgeschneiderte Bauteile und Baugruppen, deren Oberfläche je nach Anforderung kratzfest, UV- und chemisch beständig, sowie deren Struktur mechanisch belastbar und im Crashfall energieabsorbierend ist. Wir wollen zeigen, dass im Leichtbau mit Schaumsystemen durch Funktionsintegration, etwa mit Sensoren oder Aktoren, noch enormes, bislang ungenutztes Potenzial steckt.“

sk