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Neuer Vorzerkleinerer setzt Maßstäbe

Die rund 150 Teilnehmer konnten sich bei einer Live-Vorführung selbst ein Bild der Leistungsfähigkeit des neuen Atlas machen. Foto: K-ZEITUNG/Kögel

150 Recyclingexperten aus der ganzen Welt erlebten beim Lindner Atlas Day 2019 die Premiere der neuen Generation des Zweiwellen-Vorzerkleinerers Atlas.

Die neue Generation des Zweiwellen-Vorzerkleinerers Atlas stand im Mittelpunkt des Lindner Altas Day 2019. Und Manuel Lindner machte schon bei der Begrüßung der rund 150 Teilnehmer, die aus allen Teilen der Welt nach Klagenfurt gekommen waren, deutlich, dass sich der Weg gelohnt hat: „Wir haben den Shredder auf ein neues Niveau gehoben“, so der CEO des Familienunternehmens Lindner-Recyclingtech GmbH.

Vorzerkleinerer mit 40 Prozent weniger Energieverbrauch

Lindner CEO Manuel Lindner bei der Vorstellung des neuen Atlas: „Wir haben den Shredder auf ein neues Niveau gehoben.“ Foto: K-ZEITUNG/Kögel

Als wesentliche Verbesserungen nannte Manuel Lindner den um 40 % reduzierten Energieverbrauch als „neuem Benchmark der Branche“ sowie das FX Schnellwechselsystem, mit dem sich die komplette Schneideinheit des Vorzerkleinerers in einer Stunde austauschen lässt .

„Momentan bewegt sich alles in Richtung Kreislaufwirtschaft. Die Internationalität unseres Publikums zeigt, dass sich dieser Trend nicht nur in Europa abzeichnet. Neben den steigenden Recyclingquoten der EU haben auch die 180 Staaten der Basler Konvention, welche Export und Entsorgung von gefährlichen Abfällen regelt, beschlossen, Kunststoffabfälle in die Liste der problematischen Stoffe aufzunehmen“, erklärte Stefan Scheiflinger-Ehrenwerth, Head of Product Management bei Lindner Recyclingtech.

Diese Entwicklungen fordern nun neue Technologien, die es ermöglichen, bei einem immer höheren Müllaufkommen diesen Rahmenbedingungen gerecht zu werden und dabei auch gewinnbringend produzieren zu können. Um das zu erreichen, wurde bei der Weiterentwicklung des Lindner Atlas Shredders der Kombination dreier Aspekte besonderes Augenmerk geschenkt: ideale Korngröße und Stückigkeit für nachfolgende Sortierprozesse bei hoher Energieeffizienz im 24/7 Betrieb.

Minimale Stillstandszeiten dank Schnellwechselsystem für Schneidtisch

Mit dem FX-Schnellwechselsystem lässt sich das gesamte Schnittsystem in weniger als einer Stunde austauschen. Foto: Lindner

Für minimale Stillstandszeiten wurde die neue Generation des Atlas mit dem FX-Schnellwechselsystem ausgerüstet. Um Wartungsarbeiten bei minimalen Ausfallzeiten zu ermöglichen, lässt sich das gesamte Schnittsystem in unter einer Stunde komplett wechseln. Durch eine zweite Zerkleinerungseinheit, bestehend aus Wellenpaar und Schneidtisch, ist es möglich, die Produktion aufrechtzuerhalten, während beispielsweise Schweißarbeiten an den Reißern durchgeführt werden.

Mit dem neuen Atlas trägt Lindner aber auch dem Trend zu Automatisierung der Abfallaufbereitung Rechnung. Denn Roboter und Trenntechniken wie die NIR-Sortierung benötigen einen gleichmäßigen Materialstrom in Bezug auf Durchflussmenge und Korngröße, um produktiv eingesetzt werden zu können. Scheiflinger-Ehrenwerth: „Unsere Versuche haben gezeigt, dass sich die Größe eines A4 Blattes bei geringem Feinanteil ideal für nachfolgende automatische Sortierprozesse ist, um Fehlgriffe so gut wie möglich zu verhindern. Dafür eignet sich das reißende Schnittsystem des Atlas perfekt. Selbst Gelbe Säcke lassen sich problemlos aufreißen ohne den Inhalt zu zerkleinern. Durch die asynchron laufenden Wellen, die in beide Drehrichtungen effektiv zerkleinern, erreichen wir zusätzlich einen konstanten Materialaustrag von circa 40 bis 50 Tonnen pro Stunde. Damit bringt der Shredder ständig genug Material für eine produktive Sortierung aufs Band.“

Hoher Output bei geringem Energieverbrauch

Der neue elektromechanische Riemenantrieb vereint hohe Leistung, schnelle Richtungswechsel und geringen Energieverbrauch. Foto: K-ZEITUNG/Kögel

Um diesen hohen Output bei möglichst geringem Energieverbrauch zu erreichen, verfügt der neue Atlas 5500 über ein besonderes Antriebskonzept: einen rein elektromechanischen Riemenantrieb, der den hydraulischen Antrieb des Vorgängers ersetzt. Dabei sorgt das intelligente Energiemanagement-System DEX (Dynamic Energy Exchange) nach Worten von Scheiflinger-Ehrenwerth für den stets optimalen Betriebspunkt der Anlage und einen im Vergleich zu herkömmlichen Antrieben bis zu dreimal so schnellem Richtungswechsel der Wellen.

Weitere Besonderheit: Die beim Abbremsen einer Welle entstehende kinetische Energie wird rekuperiert und der zweiten Welle bereitgestellt. Das führt nach Messungen von Lindner zu einen bis zu 40 % geringeren Energieverbrauch der Antriebseinheit und macht den Shredder äußerst effizient.

Scheiflinger-Ehrenwerth konnte dies auch mit konkreten Zahlen belegen: Die nötige Antriebsleistung für den Atlas konnte von zweimal 160 kW auf zweimal 110 kW reduziert werden, was nach Berechnungen von Lindner zusammen mit weiteren Verbesserungen die Energiekosten von 1,48 EUR/t auf 0,94 EUR/t reduziert.

Neues, extrem einfaches Bedienkonzept

Zusätzlich hat Lindner dem Shredder ein komplett neues Bedienkonzept spendiert, das in Zukunft Standard bei allen Maschinen sein wird. „Qualifiziertes Fachpersonal zu finden wird nicht nur in unserer Branche immer schwieriger. Für das neue Lindner Mobile HMI haben wir deshalb die komplette Menüführung überarbeitet und gezielt mit völlig ungeschulten Personen so lange getestet bis alle für den Betrieb relevanten Funktionen selbsterklärend waren. Zusätzlich kann der Shredder im Normalbetrieb komplett per Fernbedienung vom Radlader aus bedient werden. Neben den anderen Neuerungen erhielten wir besonders dafür am Altas Day sehr positives Feedback. Mit der neuen Atlas-Serie haben wir den richtigen Schritt nach vorne gesetzt“, so Scheiflinger-Ehrenwerth abschließend.

gk