Märkte 10.11.2017 2 Bewertung(en) Rating

Naturfaserverstärkte Kunststoffe etablieren sich

Wachstum und Etablierung in der Nische kennzeichnen derzeit die Entwicklung für naturfaserverstärkte Kunststoffe. Nach Untersuchungen des Nova-Instituts produzieren in Europa derzeit mehr als 30 Compoundeure über 80.000 t Granulate mit Holz- und Naturfasern pro Jahr. Insbesondere die neuen Produzenten verfolgen ergeizige Wachstumspläne.

Es gibt viele Gründe, Kunststoffe mit Holz- oder Naturfasern aller Art zu füllen oder zu verstärken. Optische und haptische Gründe spielen eine Rolle, wenn sich Produkte von Standard-Kunststoffprodukten unterscheiden sollen. Gerade bei Haushalts-, Konsumgütern und Spielzeug sind Optik, Haptik und ein grünes Image von hoher Bedeutung. Gewichtsersparnis, kürzere Taktzeiten, Kratzfestigkeit und ein niedriger CO2-Fußabdruck spielen vor allem bei technischen Anwendungen und in der Automobilindustrie eine Rolle. Und in Kombination mit biologisch abbaubaren Kunststoffen entstehen Produkte für den Agrar- und Gartenbau sowie für Spezialanwendungen, wie zum Beispiel Filterkugeln oder Kaffeekapseln.

Insgesamt produzieren aktuell über 30 Compoundeure aus Europa mit unterschiedlichen Polymeren und Naturfasern etliche hundert Rezepturen. Gängige petrochemische Kunststoffe sind dabei PP, PE, PVC und TPE/TPS. Immer häufiger findet man nach den Unrtersuchungen des Nova-Instituts aber auch Biopolymere wie Bio-PE, PLA, PBS, PBAT oder PHA.

 - Diese Türverkleidung wurden mit dem Compression Hybrid Molding Prozess aus leichten, biobasierten Materialien hergestellt.
Diese Türverkleidung wurden mit dem Compression Hybrid Molding Prozess aus leichten, biobasierten Materialien hergestellt.
Johnson Controls

Auch bei den Naturfasern finden sich je nach Zielanwendungen Holzmehl, Holzfasern, Zellulosefasern, Bastfasern wie Hanf, Flachs, Jute oder Kenaf, aber auch Bambus, Kork oder die Fasern der Sonnenblumenkernschalen. Der Fasergehalt liegt für Spritzgussgranulate üblicherweise zwischen 20% bis max. 50%, bei Extrusion sind Gehalte von bis zu 80% möglich.

Auf der Fakuma hatten schon über 20 der knapp 1.900 Aussteller Biokomposite im Angebot. Insgesamt ist deutlich zu erkennen, dass die Zahl der Anwendungen und die Gesamtproduktion steigen, die Wachstumsraten jedoch kleiner als erwartet sind und damit die Gesamtvolumina nur langsam in größere Dimensionen gelangen. Die aktuelle Schätzung des nova-Instituts kommt für 2017 auf etwa 80.000 t in Europa produzierter Naturfaser-Granulate, was ungefähr eine Verdreifachung gegenüber dem Jahr 2012 bedeutet. Bis jedoch Mengen von mehreren Hunderttausend erreicht werden, können noch einige Jahre vergehen.

Im Dezember bietet sich die einmalige Gelegenheit, sich in Köln einen umfassenden Überblick über die Welt der Biokomposite zu verschaffen. Mit der "Biocomposites Conference Cologne (BCC)" findet in diesem Jahr die weltgrößte Konferenz und Ausstellung zum Thema am 6. und 7. Dezember in Köln statt. Erwartet werden 300 Teilnehmer aus 30 Ländern sowie mehr als 30 Aussteller.

Über interessante Anwendungen von Biocomposites berichtet zudem die K-ZEITUNG in der Print-Ausgabe 22/2017. Hier finden Sie auch ein Ranking der größten europäischen Hersteller.

gk

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