Nativdaten – von Konstrukteuren für Konstrukteure

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Daniel Dirksen, technisches Marketing bei Hasco, erklärt mit welchen Tools man sich das Ziel gesetzt hat, Konstrukteure bestmöglich zu unterstützen.

Als einer der führenden Anbieter standardisierter Bauelemente für den Werkzeug- und Formenbau hat Hasco sich das Ziel gesetzt, Konstrukteure immer bestmöglich zu unterstützen. Dabei ermöglicht eine enge Zusammenarbeit mit verlässlichen Softwarepartnern die anwenderfreundliche Implementierung der benötigten Normteile für den Werkzeugbau. Aus dem Kreis der Konstrukteure und Teilnehmer der Hasco Designer Days wurde in der jüngeren Vergangenheit der Ruf nach parametrischen Daten für die Konstruktion zunehmend intensiver.

Wiederverwendbare native Bibliothek mit Hasco-Komponenten im System Siemens NX. Foto: Hasco

Wo liegt der Unterschied zwischen parametrischen Daten und den in der Industrie verbreiteten Standard-Formaten Step, Parasolid oder Iges?

Daniel Dirksen: Hasco ermöglicht seinen Kunden und Konstrukteuren den einfachen und schnellen Zugriff auf detaillierte Informationen zu allen Normalien. Auf der unserer Website sind die technischen Daten der über 100.000 Produkte des Gesamtportfolios hinterlegt und auch die entsprechenden 3D-Datensätze für die Konstruktion abrufbar. In der Regel werden diese über ein Austauschformat direkt in das CAD-System des Kunden geladen. Während des Transfers können jedoch Parameter und Informationen einzelner Produkte verloren gehen.

Stellen Sie sich das so vor: Sie sind Franzose und unterhalten sich auf Englisch mit einem Italiener. Sie verstehen sich, aber unabhängig von Ihren Englischkenntnissen bleiben einige Informationen „auf der Strecke“.  Dies wäre der Fall bei der Verwendung von Austauschformaten wie z.B. Step.

Bei der Anwendung von Nativdaten dagegen bleiben alle Parameter und Informationen am Produkt erhalten und können so nahtlos weiterverarbeitet werden. „Wir sprechen eine Sprache“ – um in der Metapher zu bleiben. Einfacher und sicherer geht es nicht.

Wie funktioniert das im System?

Daniel Dirksen: Einem Produkt lassen sich unzählige Daten zuordnen. Das können Informationen über die gesamte Warengruppe oder produktspezifische Informationen sein. Bei den Letztgenannten entsprechen Abmaße oder Bestellbezeichnungen tatsächlich nur dieser einen Variante des Artikels. Die sich auf alle Varianten der Produktgruppe beziehenden Attribute oder Eigenschaften werden vom Referenzprodukt an die gewählte Größe vererbt. Materialeigenschaften, Lieferant und Bezeichnung werden als Informationen für alle Varianten einer Produktgruppe vergeben.

Verschiedene Toleranzen beim Einbau der Hasco-Komponenten. Foto: Hasco

Welche Vorteile bieten sich dem Konstrukteur, wenn er alle Informationen im CAD-System hat?

Daniel Dirksen: Der Konstrukteur kann all diese Informationen direkt verwenden. Die Attribute sind in Stücklisten automatisch übertragbar und müssen nicht manuell erfasst werden. Ein aufwändiges Schreiben der Attribute in das CAD-System entfällt und der Bestellprozess wird deutlich einfacher. Durch die direkte Verknüpfung aller Informationen zwischen Produktfamilie und Artikel lassen sich einzelne Normalien sehr schnell austauschen. Wird zum Beispiel eine längere Führungssäule benötigt, genügt ein Klick auf den Artikel und die Auswahl der neuen Größe für eine Artikeländerung, die dann direkt auf alle Produktgruppen übergreift.

Wie erhält der Konstrukteur native Daten von Hasco?

Daniel Dirksen: Mit den HASCO-Nativdaten können Konstrukteure sehr vielfältig arbeiten:

  • Viele Kunden legen eigene Datenbanken in ihren Systemen an und arbeiten damit. Hier bietet HASCO individuelle Beratung und Unterstützung. Wenden Sie sich direkt an ihren persönlichen HASCO-Ansprechpartner.
  • Eine Alternative sind die Datenbanken der Systempartner. Führende CAD-Software-Lieferanten bieten Tools für die Konstruktion von Spritzgießwerkzeugen an. In diesen Tools stehen native HASCO Komponenten mit vielen Features zur Unterstützung des Konstruktionsprozesses von Spritzgießwerkzeugen zur Verfügung.
  • Aktuell bietet HASCO auch eigens entwickelte Nativdatenbanken für Siemens NX und Catia. Diese können kostenlos direkt von der Homepage heruntergeladen und in die Systeme integriert werden. So kann man beim Arbeiten mit Standardkomponenten von HASCO im CAD-System verbleiben und muss nicht auf ein Webportal oder eine externe Software zugreifen. Auch die in den Datenbanken vorhandenen Einbauräume sind mit dem Produkt verknüpft und ändern sich assoziativ.

Welche Auswirkungen hat das auf den Konstruktionsprozess?

Daniel Dirksen: Einbauräume werden von HASCO auf der Website sowie auch in den nativen Datenbanken bereitgestellt. Sie werden über die für das Einbauen der Komponenten erforderlichen Taschen direkt mitgeliefert und erleichtern den Konstruktionsprozess wesentlich. Der Konstrukteur muss nicht die Einbauhinweise des Produktes prüfen oder Kenntnis darüber haben, wie die Tasche auszusehen hat. Er kann den Einbauraum einfach von der Platte subtrahieren und die gewünschten Fräsoperationen hinterlegen.

sl

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