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Nasspressen als Vollautomat

Vollautomatisierte Wet-Moulding-Anlage für reduzierte Zyklus­zeiten und erhöhte Prozesssicherheit Foto: Krauss Maffei

Krauss Maffei präsentiert auf der Composites Europe eine Wet Moulding Turnkey-Anlage als Alternative zu klassischen Verfahren wie HP-RTM.

Bereits Mitte Juni feierte­ die vollautomatisierte Wet-Moulding-Anlage (Nasspressen) der Krauss Maffei Reaktionstechnik ihre Premiere, mit der sich im Vergleich zu manuellen Lösungen die Zykluszeit halbieren und die Prozess­sicherheit erhöhen lassen. Beim Wet Moulding wird ein Matrixmaterial bahnenförmig auf ein plan liegendes Faserhalbzeug aufgebracht und anschließend in einem Werkzeug in Form gepresst. Im Vergleich zu den bekannten Hochdruckverfahren (High-Pressure Resin Transfer Moulding, HP-RTM) hat das Wet-Moulding-Verfahren zahlreiche Vorteile. „Die Zykluszeit ist kürzer, weil das Benetzen außerhalb des Werkzeugs erfolgt, es ist kein Preforming nötig und zudem lassen sich Recyclingfasern verwenden“, erklärt­ Sebastian Schmidhuber, Leiter Entwicklung Reaktionstechnik bei Krauss Maffei.

Kurze Zykluszeiten und hohe Prozesssicherheit

Weiteres Potenzial zur Verkürzung der Zykluszeiten bietet die Automatisierung der Prozesse. „Durch den hohen Grad der Auto­matisierung lassen sich die Zykluszeiten noch einmal reduzieren. Gleichzeitig erhöht sich die Prozesssicherheit“, so Schmidhuber. Ein mit Nadelgreifern ausgestatteter Roboter entnimmt die Faser­matten und führt sie dem Applika­tionstisch zu, wo ein Handling­roboter mit Mischkopf (MK 10-2K-RTM) und Breitschlitzdüse­ die Kunststoffmatrix aufträgt. Der Greifroboter legt die Matte ins Werkzeug und der Form- und Aushärtevorgang beginnt. Der verwendete MX-Formenträger hat entsprechende Schnittstellen für Dosiermaschinen, so dass wahlweise Epoxy, PUR oder PA verarbeitet werden können. „Durchdachte Automation und damit kürzere Zykluszeiten – mit der neuen Wet-Moulding-Anlage bieten wir unseren Kunden eine Turnkey-Anlage, mit der sie ihren Wettbewerbsvorteil nachhaltig sichern und steigern können“, fasst Schmidhuber die Vorteile zusammen.

mg