Nachhaltigkeit als treibender Faktor?

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Nachhaltigkeit ist ein Thema, das gerade die Kunststoffindustrie in der gegenwärtigen Zeit umtreibt, auch den Peripheriespezialisten Scholz Dosiertechnik.

Das Thema der Nachhaltigkeit ist allgegenwärtig. Gerade die Kunststoffindustrie setzt sich in den verschiedensten Verarbeitungsbereichen damit auseinander. Der Peripheriespezialist Scholz Dosiertechnik aus dem bayerischen Großostheim ist auf vielfältige Dosierlösungen spezialisiert. Nachhaltigkeit ist seit jeher ein Thema für die Großostheimer. Im Interview mit der K‑ZEITUNG gewährt der geschäftsführende Gesellschafter der Scholz Dosiertechnik GmbH, Frank Nikolaus, Einblicke, welche Einflüsse dieses Thema auf das Produktportfolio des Unternehmens hat, wie die Kunden darauf reagieren und wo genau die Herausforderungen dabei liegen.

Frank Nikolaus, geschäftsführender Gesellschafter von Scholz Dosiertechnik, gibt Einblicke darüber, welche Einflüsse das Thema Nachhaltigkeit auch für Scholz Dosiertechnik hat. Foto: Scholz Dosiertechnik

Herr Nikolaus, wie beeinflusst der immer stärker werdende Trend zur Nachhaltigkeit Ihr Geschäft?
Frank Nikolaus: Auf jeden Fall nicht negativ. Unsere Kundschaft hat sich schon immer überwiegend mit technischen Kunststoffen befasst, aktuell gibt es daher keine spezifischen Änderungen. Wer sich am Standort Europa behaupten will, braucht einen technologischen Vorsprung, mit Standardangeboten wird es schwierig. Was man immer wieder direkt von den Kunden oder in der K‑ZEITUNG an neuen Einsatzgebieten erfährt, ist schon beeindruckend. Wie fast immer kann man die neuen Herausforderungen durchaus als Chance begreifen, ein noch relativ neues Feld zu besetzen.

Fragen Ihre Kunden verstärkt umweltorientierte Lösun­gen nach?
Nikolaus: Wir sehen es primär an den Rezepturen: Der Anteil an natürlichen Rohstoffen und Kreislaufmaterial wird nicht geringer. Darüber hinaus spielt ein möglichst emissionsarmer Betrieb hinsichtlich Staub, Schall und Geruch eine Rolle. Ein weiterer Aspekt ist natür­lich, dass durch eine möglichst präzise Dosierung insbesondere Additive nicht mit Sicherheitszuschlag überdosiert werden müssen – das schont neben der Umwelt auch die finanziellen Ressourcen. Darüber hinaus ist auch das Endprodukt häufig qualitativ besser, wenn eben nicht zu viel eines Additivs in der Rezeptur ist. Von der reinen Technik her kann der Kunde in dieser Hinsicht aus einem breiten Marktangebot wählen, denn im Prinzip setzen auch unsere Wettbewerber auf vergleichbare Technik. Wir als Mittelständler versuchen, an anderer Stelle unsere Punkte zu machen.

Wo sind in der Dosiertechnik die größten Einsparpotenziale?
Nikolaus: Wenn eine Produktionsanlage in die Jahre kommt, muss man diese nicht komplett austauschen. Es spricht nichts dagegen, beispielsweise die Dosiergeräte noch ein paar Jahre weiterzuverwenden. Unsere Anlagen sind so ausgelegt, dass vorhandenes Equipment problemlos in neue Dosierlinien integriert werden kann. Eigentlich müssten wir das unter ökonomischen und ökologischen Gesichtspunkten noch viel mehr in den Vordergrund stellen. Wobei wir natürlich jederzeit auch gern unsere eigenen Dosiergeräte verkaufen. Der flexible modulare Aufbau unserer Anlagen ermöglicht ein sehr genaues Eingrenzen möglicher Fehlerquellen. Dadurch konnten wir schon oft Vor-Ort-Serviceeinsätze­ vermeiden, was man durchaus auch unter ökologischen Aspekten als vorteilhaft betrachten könnte. Wir machen in unserer Produktion das, was wir schon immer gemacht haben: Überflüssiges vermeiden. So kann man Ökologie hervorragend mit Ökonomie verbinden, das schließt sich absolut nicht aus. Vermeidung ist wesentlich sinnvoller als spätere Kompensation.

Wo liegen die Herausforderungen für die Dosiertechnik bei der Verarbeitung von Rezyklaten?
Nikolaus: Teilweise sind es die Vielfalt und Inhomogenität des Kreislaufmaterials, womit wir zu kämpfen haben. Die Zudosierung von Folienrandbeschnitt ist dabei ein spezielles Thema: Das Ausgangsmaterial ist unterschiedlich breit und unterschiedlich dick, dazu sehr leicht und nach der Zerkleinerung und Förderung meist auch noch statisch aufgeladen. Unter diesen Umständen einen stabilen Produktstrom sicherzustellen gehört­ unserer Erfahrung nach zu den schwierigsten Herausforderungen. Wir arbeiten dabei mit unseren Kunden daran, um einen stabilen Prozess zu gewährleisten. Hierbei verfügen wir über ein hohes Maß an Problemlösungskompetenz. Oft benötigen die Stoffe keine komplizierten technischen Lösungen, sondern einfach nur ausreichend Platz. Das Einfache ist das Geniale.

Dominik Bechlarz

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