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Nachfrage nach PET-Recycling wächst weiter

Um die weiter steigende Nachfrage nach Anlagen zum PET-Recycling erfüllen zu können, wird bei Erema massiv investiert. Michael Heitzinger, Managing Director von Erema, Christoph Wöss, Business Development Manager der Erema Group GmbH, und Patrick Rachinger, Product Group Manager von Erema, auf der Baustelle für das neue Kundenzentrum, in dem auch eine Vacunite-Anlage für Material-Testläufe installiert wird. Foto: Erema

Erema meldet eine wachsende Nachfrage nach seinen PET-Recycling-Technologien sowie einen Trend zu Großanlagen und höchsten Rezyklat-Qualitäten.

Das Recycling von PET-Flaschen, das sich in den vergangenen 20 Jahren weltweit bewährt hat, wurde zum Vorbild für geschlossene Kunststoffkreisläufe und erfreut sich trotz Corona-Pandemie einer weiter steigenden Nachfrage.

Federführend vorangetrieben wurde diese Entwicklung von den Bottle-to-Bottle Innovationen von Erema. Der österreichische Recyclingmaschinen-Hersteller konnte hier vor allem mit seiner Vacurema-Technologie, die auch Herzstück des neuen Vacunite-Verfahrens ist, immer wieder neue Maßstäbe setzen.

PET-Flaschen mit hohem Rezyklat-Anteil, der am Label auch deutlich sichtbar ausgewiesen wird, sind dadurch heute immer häufiger in den Verkaufsregalen zu finden. Wie das Unternehmen mitteilt, ist die Nachfrage nach den innovativen Erema PET-Recycling-Technologien im gesamten PET-Segment weltweit im Steigen.

Ungebrochen hohe Nachfrage nach PET-Recyclingtechnologien

„Trotz Corona-bedingt rückläufiger Getränkeabsätze und in der Recyclingbranche angespannter Situation durch den Preisverfall bei Neuware ist das Interesse an unseren PET-Recyclingtechnologien ungebrochen hoch“, berichtet Christoph Wöss, Business Development Manager in der Erema Group GmbH.

Grund dafür sind zum einen die ausgereiften Technologien, die hohe Produktsicherheit, stabile Prozesse und Wirtschaftlichkeit vereinen, und zum anderen das Bekenntnis aller namhaften Markenhersteller sowie von Politik und Gesellschaft zum Kunststoffrecycling und zur Kreislaufwirtschaft. Die EU hat ihre Position dazu unter anderem in Vorgaben für Recyclingquoten und Mindestrezyklat-Anteilen in PET-Flaschen festgemacht.

Die Gesamtkapazität aller bisher für unterschiedliche Anwendungen verkauften PET-Recyclingmaschinen beziffert man bei Erema mit 2,6 Mio. t/a, wobei die Tendenz zuletzt eindeutig in Richtung Großanlagen ab 2.000 kg/h zeigt. Herausragend in dieser Kategorie ist für Erema heuer ein in Mexiko installiertes Recyclingsystem, das aus zwei Vacurema Basic T Maschinen mit einer Durchsatzleistung von je 4.000 kg/h sowie einer Solid State Polykondensation (SSP) besteht.

60.000 Tonnen rPET pro Jahr aus einer Anlage – und es geht noch mehr

„Der Kunde plant damit eine Jahresproduktion von bis zu 60.000 Tonnen lebensmitteltauglichem rPET. Für uns sind das die größten Anlagen, die wir jemals gebaut haben, in unseren Auftragsbüchern steht aber bereits die Order für eine noch größere“, so Christoph Wöss.

Besonders großer Nachfrage erfreut sich die Vacunite Technologie zum Bottle-to-Bottle-Recycling von PET-Flaschen, die in knapp zwei Jahren bereits an 13 Kunden weltweit verkauft werden konnte. Foto: Erema.

Besonders zufrieden zeigt man sich bei Erema mit dem Markterfolg „der innovativen Vacunite Technologie, die den Maßstab für Leistungsfähigkeit im Bottle-to-Bottle-Recycling neu definiert“: In nur knapp zwei Jahren wurde das energieeffiziente Anlagenkonzept, eine Entwicklungskooperation mit Polymetrix, bereits an 13 Kunden weltweit verkauft.

rPET-Anteile in den Flaschen nehmen zu

Wie Erema erklärt, vereint das Vacunite Verfahren Vakuum- und Stickstoff-Technologie, gewährleistet höchste Dekontaminationseffizienz und sorgt mit besten rPET-Farbwerten auch dafür, dass im Endprodukt „Bottle“ höhere rPET-Anteile möglich sind.

Eine dieser Anlagen wurde kürzlich bei der RCS Gruppe in Deutschland in Betrieb genommen. Alexander Rimmer, Geschäftsführer der RCS Gruppe zeigt sich mit den Qualitätswerten des damit produzierten rPET mehr als zufrieden, denn „unsere Analysen belegen, dass wir bei allen potenziellen Kontaminanten Werte erreichen, die deutlich unter unseren Zielwerten liegen oder gar nicht detektierbar sind.“

Für jede PET-Anwendung die passende Recyclinglösung

Das Wachstum wird aber nicht allein von der guten Entwicklung im Bottle-to-Bottle Bereich getragen. Die Verarbeitung von PET-Flakes in einem Verarbeitungsschritt direkt zu Preforms (Flakes-to-Preform) oder zu Folien – möglich auch mit dem Multi Purpose Reactor als Nachrüstlösung für bestehende Folien-Extrusionsanlagen (Bottle-to-Sheet) – insbesondere aber auch zu Regranulat für die Textilindustrie (Bottle-to-POY) befördert die Nachfrage in diesem Segment ebenso.

Insgesamt konnte Erema von Oktober 2019 bis Oktober 2020 innerhalb eines Jahres 42 Anlagen mit einer Gesamtkapazität von 643.000 t/a ausliefern. Das entspricht in etwa der Gesamtkapazität aller von 2011 bis 2018 verkauften PET-Recyclingmaschinen, zeigt, dass diese immer größer werden und untermauert Eremas Position als Innovations- und Marktführer.

Erweitertes Rund-um-Service Paket für Bottle-Kunden

Der erfolgreichen Entwicklung der PET-Recycling Sparte am Markt folgend, wachsen auch die Expertenteams in der Verfahrenstechnik und für die Inbetriebnahme dieser speziellen Anlagen. Als Serviceleistung für die Kunden übernehmen Mitarbeiter die Ansuchen um Bewertung des jeweiligen Recyclingprozesses durch die European Food and Safety Authority (EFSA) und beraten und unterstützen bei den Vorbereitungen für die Zulassungsverfahren, welche für die Produktion von lebensmitteltauglichem rPET nötig sind.

Zudem wird derzeit nach den Produktions- und Büroflächen auch das Kundenzentrum in der Erema-Unternehmenszentrale in Ansfelden erweitert. Voraussichtlich noch in der ersten Jahreshälfte 2021 können Materialtests auch mit dem Vacunite-Verfahren bei Erema vor Ort durchgeführt werden.

An diversen Forschungsprojekten für „Closed Loops“ beteiligt

Um mit dem Bottle-to-Bottle Kreislauf vergleichbare closed-loop-Systeme auch für andere Verpackungen zu entwickeln und zu realisieren, engagiert sich Erema in verschiedenen Forschungsprojekten, wie beispielweise „PET 2 Pack“ oder „Cornet Poly Cycle“. Ersteres verfolgt das Ziel PET-Rigid-Rezyklate zu entwickeln, die für den Einsatz in Lebensmittelverpackungen zugelassen werden.

„Cornet Poly Cycle“ beschäftigt sich mit der Entwicklung einer Teststrategie zur umfassenden Sicherheitsbewertung von Kunststoffpolymer-Rezyklaten, um auch recycelten Polyolefinen und Polystyrol den Weg in Verpackungen mit Lebensmitteldirektkontakt zu ebnen. „Von der intensiven Zusammenarbeit mit unseren Forschungs- und Entwicklungspartnern in Projekten wie diesen erwarten wir uns in den nächsten Jahren wichtige Erkenntnisse, um die Kreislaufwirtschaft weiter voranzutreiben“, so Michael Heitzinger, Managing Director bei Erema.

gk