Multiview optimiert die Bahninspektion

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Beim Inline-Bahninspektionssysteme Printstar von Isra Vision, das Foliendruckprozesse überwacht, stehen Multiview-Funktionen zur Verfügung. So erkennt das System zum Beispiel Lackspritzer außerhalb des zu lackierenden Motivs, fehlende Lackierung oder verschmierten Lack. Foto: Isra

Beim Inline-Bahninspektionssysteme Printstar von Isra Vision, das Foliendruckprozesse überwacht, stehen Multiview-Funktionen zur Verfügung.

Bei den Multiview-Funktionen für die Bahninspektion, decken mehrere Kamerabänke gleichzeitig weitere Inspektionsfunktionen ab. Die Technik erkennt auch zunächst unsichtbare Produktionsfehler wie Hazing und Kaltsiegeldefekte. Kaltversiegelungsdefekte werden meist erst gesehen, wenn es schon zu spät ist. Doch selbst für optische Inspektionssysteme ist die zuverlässige Fehlererkennung auf oft stark reflektierenden Oberflächen eine echte Herausforderung. Hinzu kommt die komplexe Aufgabe, Registerfehler auf nicht transparenten Folien zu erfassen. Im Produktionsprozess wird daher immer noch mit Druckmarken gearbeitet, um Kaltsiegelmuster auf den Druck auszurichten. Die neue Cold-Seal-Applikation von Isra detektiert solche Kaltversiegelungsdefekte effektiv und nachhaltig und erhöht damit die Prozesssicherheit. Wie ein Verpackungshersteller bei der Kaltversiegelung metallisierter Folien das Inline-Inspektionssystem Printstar von Isra Vision einsetzt, lesen Sie in diesem Artikel.

Beidseitige Folienprüfung bei der Bahninspektion erkennt Kaltsiegeldefekte

Durch den Einsatz hochauflösender LCD-Kameras in Kombination mit ultraheller LED-Beleuchtung erkennt die Kaltversiegelungsanwendung sowohl einzeln als auch wiederholt auftretende Kaltsiegeldefekte wie etwa Verunreinigungen in Echtzeit. Zudem wird auch die Registergenauigkeit der Vorder- und Rückseite geprüft. Hierzu wurde ein technischer Ansatz mit Alleinstellungsmerkmal umgesetzt: Die Inspektion wird gleichzeitig von beiden Kanälen mit überlagerter Darstellung durchgeführt. Passt die die Siegelschicht auf der Rückseite nicht genau zum Druckbild auf der Vorderseite, so wird sofort der Operator mit einem akustischen Signal informiert.

Ein weiterer Nebeneffekt der Inspektionslösung: Die prozessbremsenden Druckmarken fallen weg. Müssen diese nicht mehr gesetzt werden, so verringert sich auch die zu bedruckende Folienbreite, und Materialkosten können entsprechend eingespart werden.

Multiview inspiziert auch Lack und Laminierung zuverlässig

Printstar detektiert mit der Multiview-Funktion auch Schutz- oder Effektlackierungen. Foto: Isra

Nicht weniger herausfordernd wie die Detektierung von Kaltsiegeldefekten ist die Inspektion von Schutzlack oder Veredelungen bei flexiblen Verpackungen. Es stehen unterschiedlichste Möglichkeiten der Druckveredelung zur Verfügung. Optische und haptische Effekte können zum Beispiel erzielt werden, indem die Oberfläche der Folie mit verschiedenen Lacken, Print-Effekten und Prägungen bearbeitet wird. Ob eine schlichte Prägung, ein Glanz- oder Soft-Touch-Effekt oder eingearbeitete Silber- und Gold-Pigmente – besondere Effekte müssen hundertprozentig fehlerfrei sein, nur so wird die besondere Qualität und Wertigkeit des Printproduktes gewährleistet.

Um eine lückenlose Inline-Druckinspektion bei verschiedensten Lack- und Laminierungstechniken mit gleichzeitiger Detektierung von Fehlern auf der Vorder- und Rückseite zu gewährleisten, werden auch hierbei die Bahnen gleichzeitig von oben und unten geprüft. Zum Einsatz kommen dabei fest installierte Bildaufnahmeeinheiten mit schnellen, hochauflösenden Zeilenkameras und einer speziellen, ultrahellen LED-Beleuchtung. Die Multiview-Funktion sorgt für eine zuverlässige Überprüfung der Registerhaltigkeit und gewährleistet eine kontinuierliche und vollständige Prozesskontrolle, die das Druckbild, die Laminierung sowie die Beschichtung umfasst.

Hazing-Defekte erkennen

Der als Hazing bekannte Defekt wird bisher meist erst im nachgelagerten Produktionsablauf entdeckt. Die fehlerhafte Farbübertragung auf transparente Substrate wird zum Beispiel bei aufgerollten, fertigen Folien sichtbar. Printstar erkennt Hazing jedoch bereits während des Drucks und ermöglicht so eine schnelle Fehlerbehebung. Foto: Isra

Hazing, auch als Fogging bekannteDefekte werden zumeist durch einen Rakel, Zylinder oder eine Farbe verursacht. Die unerwünschte, meist leichte und gleichmäßige Farbübertragung außerhalb des Bildbereichs auf transparenten Substraten sind für den Bediener unsichtbar und werden erst später im nachgelagerten Produktionsablauf – oder im schlimmsten Fall erst vom Kunden – entdeckt und reklamiert. Zieht sich ein solcher Defekt als kontinuierlicher Farbschleier durch die Produktion, muss das gesamte Material vernichtet und mit einem hohen Kostenaufwand neu gedruckt werden.

Hazing-Defekte sind auch für anspruchsvolle Inspektionslösungen schwer zu detektieren. Das Inline-Inspektionssystem Printstar, aufgerüstet mit der „Advanced Hazing Detection“, kann dieses beeinträchtigende Tonen erstmals sicher inspizieren. Ausgereifte Zeilenkameras detektieren dabei vollständig die Bahn und erkennen automatisch die Fehler, die das menschliche Auge während des Druckvorganges nicht sieht. Das System alarmiert den Bediener, der sofort – noch während der Produktion – geeignete Gegenmaßnahmen einleiten kann.

Inspektionsdaten digital verarbeiten und nutzen

Eine im Printstar-System integrierte Inspektionsdatenanalyse gewinnt wertvolle Daten, die für die Verbesserung des Produktionsprozesses genutzt werden können. Dabei ist auch eine Analyse des Produktionsprozesses mit der Data Mining-Software E-Promi möglich. Darüber hinaus stehen mit Quickproof, Viewstar und Colorstar nützliche Tools für kürzere Rüstzeiten zur Verfügung. Insbesondere die grafische Benutzeroberfläche mit Touch-Display, intuitive Jobkonfiguration und -management sorgen zudem für eine hohe digitale Kompatibilität und für eine zukunftsfähige, vernetzte Druckproduktion.

sk