Müll als Quelle wertvoller Rohstoffe

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BASF hat kürzlich seine neue Unternehmensstrategie präsentiert und gab den Startschuss für Projekte, durch die der Recyclinganteil an den BASF-Produkten erhöht werden soll.

Hochwertige Produkte aus Plastikmüll – damit diese Vision in großem Stil bei BASF Realität wird, verarbeitet der Chemiekonzern in Zukunft einen flüssigen Rohstoff, den Recenso mit seiner Tochtergesellschaft Carboliq aus aufbereitetem Haushalts- und Gewerbemüll gewinnt.

Pilotanlage läuft bereits

Aus den Kunststoffabfällen stellt Recenso wertvolle Rohstoffe her. Foto: Recenso

Den Prozess „vom Müll zum Rohstoff“ verwirklicht Recenso in der Pilotanlage Dieselwest auf dem Gelände eines Entsorgungszentrums im westfälischen Ennigerloh. Mit fünf Tonnen des dort gewonnenen flüssigen Recyclingmaterials hat BASF die Weiterverarbeitung in ihren Produkten getestet und entschieden, den Stoff langfristig zu verwerten. Seit September 2018 ist der Rohstoff entsprechend der REACH-Verordnung bei der Europäischen Chemikalienagentur (ECHA) als eine neue Substanz registriert. Damit ist die Grundlage für die Vermarktung der Ressource außerhalb des Abfall-rechts geschaffen. Im Rahmen von „Chem Cycling“ ist geplant, im Jahr 2019 bis zu 1.000 t des Konversionsproduktes an die BASF zu liefern.

Vom Müll zur Basischemikalie

Die Dieselwest-Anlage arbeitet nach dem Prinzip der Catalytisch Tribochemischen Conversion (CTC). Der einstufige Prozess findet in einem geschlossenen System unter Einsatz von Friktionsenergie und Katalysatoren statt. Bei moderaten Temperaturen (< 400°C) und leichtem Unterdruck spalten sich die eingesetzten Kohlenwasserstoffketten, dampfen ab und werden als Kondensat aufgefangen. CTC weist dabei im Vergleich zu anderen Verfahren höhere Effizienz und geringere Produktionskosten auf. Hier liegt das große Potenzial der Anlage. Ihre modulare Struktur eignet sich optimal zum de-zentralen Einsatz auf den Gebieten Energiewende und Klimaschutz. Das Endprodukt ist dabei immer ein Öl, das sich als Rohstoff für neue hochwertige Polymere und andere Produkte der Verfahrenschemie, aber auch als hochwertiger und lagerfähiger Energieträger eignet. Das Projekt „Chem Cycling“ wird belegen, dass ein „closed loop“ für Kunststoffe wirtschaftlich möglich ist. Das Unternehmen hat einen Film produziert, um den Ablauf darzustellen.

Seit 14 Jahren aktiv

Die Ingenieure und Techniker bei Recenso sind Spezialisten für industriellen Anlagenbau und arbeiten seit 2004 erfolgreich an der Konzeption und Realisierung von Systemen zur Rohstoffrückgewinnung. Das Portfolio umfasst Maschinen und Systeme sowohl für physikalisches (mechanisches) als auch für chemisches Recycling. Dabei werden bewährte Technologien und Prozesse mit modernster Anlagentechnik kombiniert. Materialien, die sonst als Abfall gelten, werden dabei zu Rohstoffen.

pl

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