Mol-Gruppe steigt ins Polyol-Geschäft ein

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Die ungarische Mol-Gruppe geht eine Partnerschaft mit Evonik und Thyssen Krupp ein. Für rund 1 Mrd. USD sollen Anlagen zur Herstellung von Propylenoxid und Polyol errichtet werden. Das strategische Ziel von Mol: Eines der führenden Petrochemie-Unternehmen in Zentral- und Osteuropa zu werden.

Die ungarische Mol-Gruppe, ein international tätiges Öl- und Gasunternehmen, hat mit Evonik und Thyssen Krupp Lizenzabkommen unterzeichnet, die es Mol zukünftig ermöglichen, Propylenoxid herzustellen, eine Kernkomponente für die Herstellung von Polyether-Polyolen. Diese Polyole dienen als Rohmaterial für Polyurethan-Schaum, der vor allem in der Automobilindustrie, in der Bauwirtschaft, Verpackungsindustrie und der Einrichtungsbranche Verwendung findet.

Mol beabsichtigt, ein bedeutender Produzent von Polyether-Polyolen zu werden. Hierfür baut das Unternehmen in Ungarn eine Anlage mit einer Kapazität von 200.000 jato Propylenoxid sowie mehrere Produktionslinien für Polyether-Polyol. Es handelt sich dabei mit rund 1 Mrd. USD um die größte geplante Einzelinvestition der Mol-Gruppe bis 2021, die das Unternehmen zum einzigen integrierten Polyol-Produzent in Zentral- und Osteuropa macht.

Umfangreiche Lizenzen

Die Lizenz umfasst die so genannte HP-PO-Technologie (Wasserstoffperoxid zu Propylenoxid) zur Produktion von Propylenoxid. Lizenzgeber für die Wasserstoffperoxid-Anlage zur Versorgung der Propylenoxid-Anlage ist Evonik, während die Propylenoxid-Einheit selbst von einem Konsortium bestehend aus Evonik und Thyssen Krupp Industrial Solutions lizensiert wurde. Die Verträge enthalten auch Engineering und Umsetzung der HP-PO-Einheiten durch Thyssen Krupp. Auch der Kauf von markenrechtlich geschützten Katalysatoren von Evonik ist abgedeckt.

Die Verträge stellen für Mol den ersten Meilenstein in einer Langzeitstrategie dar, für die bis 2021 ein Investitionsvolumen von rund 1,9 Mrd. USD für die Bereichen Chemie und Petrochemie vorgesehen sind. Die neuen Produktlinien werden nicht nur Zugang zu den Märkten in Zentral- und Osteuropa bieten, sondern verlängert die Wertschöpfungskette in Richtung Halbwaren und Spezialchemieprodukte.

Vom Öl- zum Chemieunternehmen

Künftig mehr als nur Öl und Gas: Zsolt Hernádi, CEO der Mol-Gruppe, möchte das Unternehmen zu einem führenden Chemiehersteller in Zentral- und Osteuropa machen. Foto: Mol

Zsolt Hernádi, CEO der Mol-Gruppe, kommentiert: "Das heutige Abkommen mit Evonik und Thyssen Krupp stellt einen wichtigen Schritt dar hin zu unserem Ziel, in Zentral- und Osteuropa eines der führenden Chemieunternehmen zu werden. Hierfür werden wir bis zu einer Milliarde US-Dollar in das Polyol-Projekt investieren und in Folge ein bedeutender europäischer Anbieter werden. Die Polyol-Produktion gibt uns auch Zugang zu anderen, hochprofitablen Bereichen der Chemieindustrie."

Johannes Ohmer, Mitglied der Geschäftsführung bei Evonik Resource Efficiency, erklärt: "Das Polyol-Projekt ist ein gutes Beispiel dafür, wie Evonik in Partnerschaften mit seinem Know-how zu effizienten Lösungen beiträgt."

Sami Pelkonen, CEO der Business Unit Electrolysis & Polymers von Thyssen Krupp Industrial Solutions, sagt: "Wir sind stolz über den Abschluss dieser langfristigen Lizenzvereinbarung, die Mol die Produktion von Propylenoxid in einem kosteneffizienten Prozess ermöglicht. Das Verfahren wurde auf Basis unserer Erfahrung in der Prozesstechnik sowie bei den chemischen Anlagen mit unserem Partner Evonik entwickelt. Es ermöglicht eine effiziente Rohstoffverarbeitung bei geringem Investitionsbedarf."

mg

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