Märkte 08.06.2018 1 Bewertung(en) Rating

Moderates Wachstum bei bio-basierten Polymeren

Während manche bio-basierten Kunststoffe im Vergleich zu früheren Erwartungen nahezu einbrechen, zeigen einige wenige ein signifikantes Wachstum.

Das Nova-Institut veröffentlicht einen umfassenden Markt- und Trendreport „Bio-based Building Blocks and Polymers – Global Capacities and Trends 2017-2022“. Danach wächst die weltweite Produktionskapazität für bio-basierte Polymere weiterhin um 3 bis 4 % jährlich, dies entspricht in etwa dem Wachstum petrochemischer Polymere. Folglich bleibt der Anteil am Gesamt-Polymermarkt konstant bei rund 2 %.

Im Jahr 2017 erreichten bio-basierte Polymere weltweit Kapazitäten von 4,6 Mio t, diese Zahl steigt auf 6,4 Mio. t, wenn man die schwer zu schätzenden bio-basierten Polyurethane (PUR) berücksichtigt. Die Prognose für 2022 zeigt 5 Mio. t – mit PUR 7,5 Mio. t.

 - Weltweite Produktionskapazität bio-basierter Polymere 2011-2022 (ohne PUR), basierend auf Daten bis 2017 und einer Schätzung ab 2018.
Weltweite Produktionskapazität bio-basierter Polymere 2011-2022 (ohne PUR), basierend auf Daten bis 2017 und einer Schätzung ab 2018.
Nova-Institut

Wachstum im Gleichklang mit petrochemischem Polymermarkt

Insgesamt erkennt man nach starkem Wachstum zwischen 2011 und 2014 ein geringeres Wachstum mit einer durchschnittlichen jährlichen Rate (CAGR) von 3-4 % für die Jahre 2014 bis 2017. Nach den neuesten Schätzungen wird dieser Trend bis 2022 anhalten und ist in etwa gleichauf mit petrochemischen Polymermarkt. Nur höhere Ölpreise, bessere staatliche Unterstützung oder technologische Durchbrüche werden das Wachstum wieder ansteigen lassen.

Mit einem CAGR von 10 % zwischen 2017 und 2022 erwartet Europa den größten Kapazitätszubau bio-basierter Polymere verglichen mit anderen Regionen der Welt.

Dedizierte bio-basierte Polymere wachsen stärker

Die Kapazitäten für die Subkategorie „dedicated bio-based polymers“ (dedizierte bio-basierte Polymere) entwickeln sich dynamischer. Diese Polymere haben kein direktes Pendant aus der Petrochemie und unterliegen dadurch einem geringeren Preisdruck durch niedrige Rohölpreise. Zudem bieten sie neue Eigenschaften und Funktionalitäten. Sie zeigen eine höhere CAGR als die Drop-in-Gruppen, ein Trend der bereits 2011 sichtbar war und sich voraussichtlich bis 2022 fortsetzen wird. Biobasierte Polymere wie PLA etablieren sich immer mehr, es werden zusätzliche Kapazitäten geschaffen und neue Polymere wie PHA und PEF auf den Markt gebracht.

 - Weltweite Produktionskapazität dediziert bio-basierter Polymere 2011-2022, basierend auf Daten bis 2017 und einer Schätzung ab 2018
Weltweite Produktionskapazität dediziert bio-basierter Polymere 2011-2022, basierend auf Daten bis 2017 und einer Schätzung ab 2018
Nova-Institut

Als Folge findet in dieser Gruppe die höchste Innovation statt, und es sind noch einige Neuentwicklungen zu erwarten. Der Erfolg hängt auch davon ab, wie schnell die neuen Polymere in den Markt integriert werden können und wie schnell ihre neuen Eigenschaften zu einem Mehrwert für Politik und Gesellschaft werden.

Stark unterschiedliche Entwicklung

Insgesamt zeigt sich für bio-basierte Polymere eine sehr spezifische Entwicklung ja nach Polymertype. Während manche im Vergleich zu früheren Erwartungen nahezu einbrechen (z. B. bio-PET), zeigen viele Polymere konstante oder leicht steigende Kapazitäten und einige wenige verzeichnen sogar signifikantes Wachstum (wie PLA). Darüber hinaus sind für einige biobasierte Polymere wie PHA, PEF, bio-PE und bio-PP die Zukunftsaussichten recht positiv.

 - Pfade Von der Biomasse zu verschiedenen Building-Blocks und Monomeren hin zu bio-basierten Polymeren
Pfade Von der Biomasse zu verschiedenen Building-Blocks und Monomeren hin zu bio-basierten Polymeren
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Dennoch bleibt das Marktumfeld eine Herausforderung durch niedrige Rohölpreise, wenig politische Unterstützung und teilweise nicht ausgelastete Kapazitäten. Und bis heute hat es die biologische Abbaubarkeit einiger biobasierten Polymere nicht geschafft, einen echten Marktvorteil zu erringen.

mg

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