Technologie 12.10.2017 1 Bewertung(en) Rating

Mit digitalem Drucksystem Tiefziehfolien erstellen

Thieme präsentiert auf der Fachmesse In Print ein digitales Drucksystem zur Bedruckung von Folien, die anschließend tiefgezogen oder hinterspritzt werden. Die in Kooperation mit dem Druckfarbenhersteller Tritron entwickelte Hydro Gel-Technologie soll dabei eine hohe Druckqualität mit günstigen Druckkosten verbinden.

Bisher konnten Folien, die nach der Bedruckung tiefgezogen oder hinterspritzt wurden, nur im Siebdruckverfahren bedruckt werden. Die Wiedergabe von Farbverläufen oder feinen Schriften ist dabei jedoch nur eingeschränkt möglich. Zudem fällt bei kleineren Stückzahlen ein beträchtlicher Rüstaufwand an. Auf Basis der Digitaldruckplattform von Thieme steht nun die erste digitale Drucklösung speziell für derartige Anwendungen zur Verfügung. Diese erweitert nicht nur die grafischen Möglichkeiten, sondern soll auch eine kostengünstigere Produktion von Kleinserien ermöglichen.

 - Die digitalen Drucksysteme von Thieme setzen auf die, in Kooperation mit Tritron entwickelte, Hydro Gel-Technologie. Hier zu sehen eine Thieme 505 D Digital-Druckmaschine
Die digitalen Drucksysteme von Thieme setzen auf die, in Kooperation mit Tritron entwickelte, Hydro Gel-Technologie. Hier zu sehen eine Thieme 505 D Digital-Druckmaschine
Thieme

Das Drucksystem macht erstmals das neuartige Hydro ­Gel-Verfahren des Druckfarbenherstellers Tritron nutzbar. Im Unterschied zum üblichen Digitaldruckprozess, in dem die Drucktinte mittels UV-Licht fixiert wird, kommen bei Hydro Gel wasserbasierte Tinten zum Einsatz, die Tropfen für Tropfen mit einer zuvor punktgenau im Inkjet-Verfahren aufgebrachten Spezialflüssigkeit fixiert werden. "Beim Auftreffen auf die Vorbehandlung geliert der Tintentropfen", beschreibt Tritron-Geschäftsführer Dr. Jens Simon das ausgeklügelte Verfahren. "Auf diese Weise wird Bleeding, also ein Verlaufen der Tintentropfen auf dem nicht saugfähigen Folienuntergrund, zuverlässig verhindert."

Zusammenspiel aus Tinte und Technik

"Nur durch ein perfektes Zusammenspiel von Tritron-Tinte und Thieme-Maschinentechnik war dieses innovative Druckverfahren realisierbar", ergänzt Harry Götz, Produktmanager Digitaldruck bei Thieme. "Damit steht erstmals eine stimmige Gesamtlösung für die Bedruckung von anschließend tiefgezogenen und hinterspritzten Folien zur Verfügung." Ausgestattet mit 7-pl-Druckköpfen ermöglicht die Maschine eine sehr feine Auflösung, und dies bei einer im Vergleich zum üblichen UV-Prozess unverändert hohen Druckgeschwindigkeit. Die Tinte soll darüber hinaus prozessstabil verarbeitbar sein und sehr gut haften.

 - Das neue Hydro Gel-Verfahren von Tritron setzt auf wasserbasierte Tinten
Das neue Hydro Gel-Verfahren von Tritron setzt auf wasserbasierte Tinten
Thieme

Für den Hydro Gel-Prozess werden die Thieme-Digitaldruck­maschinen mit speziellen Zusatzfunktionen ausgestattet. Dazu gehören eine automatische Abdichtung, das Capping, der Druckköpfe, die ein Eintrocknen der wasserbasierten Drucktinten verhindert, eine automatische Druckkopfreinigung sowie eine Absaugung und Ex-Schutz-Maßnahmen zur sicheren Verarbeitung der alkoholbasierten Fixierflüssigkeit. Abgesehen von dieser speziellen Ausstattung können Anwender alle üblichen Maschinenoptionen nutzen, die es bereits für die UV-Maschinenvarianten gibt. Harry Götz empfiehlt Anwendern insbesondere den Vakuumtisch mit Anlegestiften: "Dieser erleichtert gerade bei flexiblen Materialien wie Folien ein passgenaues Ausrichten von Sieb- zu Digitaldruck."

Flexibel Formbar

Typische Anwendungen des neuen Digitaldruckverfahrens sind Foliendrucke für Taster und Bedienblenden im Automobil oder auf Haushalts- und medizintechnischen Geräten. Hierbei wird eine Folie zuerst im flachen Zustand auf der Rückseite bedruckt und anschließend mittels Thermoformung in die gewünschte Form gebracht. Abschließend wird die Folie mit Kunststoff hinterspritzt. "Der Hydro Gel-Aufdruck ist temperaturbeständig, sodass auch höhere Temperaturen bei diesen Prozessschritten kein Problem darstellen", versichert Dr. Jens Simon von Tritron.

Somit kann die Technologie auch in anderen Anwendungen wie zum Beispiel der Scheckkartenherstellung eingesetzt werden, bei der Laminiervorgänge unter hohen Temperaturen durchgeführt werden. Thieme hat das Verfahren auch für kleinere Druckformate adaptiert. Die bestehende Maschinenbaureihe Thieme 500 D wurde komplett überarbeitet und hinsichtlich Platzbedarf und Bedienkonzept optimiert. Verfügbar sind ab sofort die Varianten Thieme 505 D und 510 D, beide wahlweise mit UV- oder HydroGel-Ausstattung.

db

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