Mineralwasserflasche komplett aus Rezyklat

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Neben Mineralwasser bietet Share auch Seife und Müsliriegel mit sozialem Mehrwert an. Foto: Share / Victor Strasse

Rewe hat als erster Lebensmittel-Einzelhändler ein Mineralwasser im Sortiment, das in einer Flasche aus 100 % PCR verkauft wird.

Seit 17. September wird deutschlandweit in allen Rewe Märkten Mineralwasser der Marke Share angeboten. Rewe zufolge bietet das Unternehmen als erster Hersteller in Deutschland sein Mineralwasser nur noch in Flaschen aus wiederverwertetem Kunststoff an. Mit dem Projekt werden laut Rewe jährlich rund 200 t Kunststoffabfall vermieden. Rewe betont, im deutschen Lebensmitteleinzelhandel der erste Händler zu sein, der in seinen Märkten eine Mineralwasserflasche aus 100 % Rezyklat anbietet.

"Wir sind sehr stolz auf unsere bestehende Kooperation mit Share. 100 % Rezyklat ist für Getränke aus unserer Sicht eine der wichtigsten Innovationen im deutschen Mineralwassermarkt der letzten Jahre und eine echte Chance im Kampf gegen die Plastikflut", so Lionel Souque, Vorstandsvorsitzender der Rewe Group.

Erst Anfang des Jahres gelang Share deutschlandweit der bislang größte Launch einer sozialen Lebensmittelmarke in den Regalen von Rewe und DM. Für beide Handelsketten sei Rezyklat eine wichtige Innovation im Kampf gegen die Plastikflut. "Das Plastik-Problem bewegt immer mehr Menschen, weil es ihnen mittlerweile im Alltag oder sogar im Urlaub am Strand begegnet. Trotzdem wird ein Großteil der Getränke weiter in Plastikflaschen verkauft, die vor allem aus Rohöl hergestellt werden und leider viel zu oft als Plastikmüll in der Natur landen. Die Share-Flasche kommt ohne neue Rohstoffe aus und schließt so den Kreislauf aus Produktion und Recycling. Damit vermeiden wir über 200 Tonnen Plastikmüll pro Jahr”, sagt Share-Gründer Dr. Sebastian Stricker.

Dr. Sebastian Stricker ist einr der Gründer von Share Foto: Share / Gene Glover

Möglich macht das laut Rewe ein neues Verfahren: Dank spezieller Aufbereitung und Sortierung mittels Hochgeschwindigkeits-Lasertechnik können demnach Altkunststoffe vollständig wiederverwertet werden ohne Neuware hinzuzufügen zu müssen. Das gewonnene Rezyklat unterscheide sich dabei in Aussehen, Haptik und Geruch nicht von handelsüblichen Flaschen und biete Verbrauchern eine umweltfreundliche und für Lebensmittel geeignete Alternative.

Gründer sieht großes Potential

Noch habe sich wiederverwertetes Plastik im Massenmarkt nicht etabliert. "Die gesamte Produktion umzustellen ist aufwendig. Die Flaschenherstellung wird teurer, die Marge geringer. Außerdem fehlt es vielerorts noch an ausreichenden Produktionskapazitäten, nicht zuletzt wegen der geringen Nachfrage. Als noch relativ junge Marke können wir das ändern, indem wir den ersten Schritt gehen und die Nachfrage ankurbeln, dadurch die Produktionskapazitäten steigern und die Preise hoffentlich sinken", erklärt Stricker. Bekannte Premium-Marken zögern Stricker zufolge noch mit der Umstellung und verwenden nur 25 bis 50 % recyceltes Material in ihren Flaschen – üblicherweise leicht zu erkennen auf dem Flaschenetikett. Theoretisch ließen sich so jedoch jährlich rund 300.000 Tonnen Kunststoffabfälle – rund 10 % des gesamten Kunststoffverpackungsmülls in Deutschland – einsparen.

Für Umwelt und Handel biete eine Umstellung auf Rezyklat eine große Chance. "Politik und Konsumenten fordern seit Jahren ökologisch vorteilhafte Verpackungen – das hieß bislang vor allem Mehrwegflaschen, die jedoch logistisch schwieriger zu handhaben und nicht immer ökologisch sinnvoller sind. Infolgedessen konnte sich Mehrweg bislang nicht durchsetzen und stagniert bei rund 23 % für alkoholfreie Getränke", erklärt Stricker. Mit Rezyklat will Share nun den nächsten Schritt gehen, um die beliebteste Verpackungsart - Einweg-Kunststoffflaschen - nachhaltiger zu machen. Bei Rewe liegt eigenen Angaben zufolge der Mehrweganteil bei alkoholfreien Getränken bei 38 %, bei Bier sogar bei 88 % und über das gesamte Sortiment bei rund 61 %.

Innerhalb der nächsten zwölf Monate sollen auch die Verschlüsse folgen, für die eine Lebensmittelzulassung in Deutschland noch aussteht. "Wir haben Share gestartet, um beim Einkauf Menschen in Not zu helfen. Mit unseren Recycling-Flaschen erweitern wir die Idee. Nach dem Motto: gut für mich, gut für andere und gut für die Umwelt", sagt Stricker und ergänzt: "Der Preis unserer Flaschen bleibt trotzdem derselbe."

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