Millionenschwerer Fonds für die Kreislaufwirtschaft

Neuer Fonds für die Kreislaufwirtschaft will u.a. Sammelsysteme für PE- und PP-Kunststoffe aus Verbraucher- und Industrieabfällen weiterentwickeln. Foto: Closed-Loop-Partners

Dow, Lyondell Basell und Nova Chemicals gründen einen 25 Mio. USD schweren Fonds für die Kreislaufwirtschaft. Sein Zweck: 225.000 t zu recyceln.

Die drei US-Kunststofferzeuger Dow, Lyondell Basell und Nova Chemicals gründen einen eigenen Fonds für Kreislaufwirtschaft. Der Closed Loop Circular Plastics Fund wird zunächst mit 25 Mio. US-Dollar ausgestattet, um in skalierbare Recyclingtechnologien, Modernisierung der Ausrüstung und Infrastruktur zu investieren.

Der von den drei Partnern verwaltete Fonds lädt Unternehmen entlang der gesamten Kunststoff-Wertschöpfungskette ein, sich an der Förderung der Rückgewinnung und des Recyclings von Kunststoffen in den USA und Kanada zu beteiligen. Man hofft auf zusätzliches Kapital in Höhe von 100 Mio. USD. Im Großen und Ganzen zielen die Investitionen des Fonds darauf ab, über die Lebensdauer des Fonds rund 225.000 t Kunststoff zu recyceln.

Fokus des Fonds auf drei Bereiche

Der Fonds wird in drei strategische Bereiche investieren, um die verfügbare Menge an hochwertig recyceltem Kunststoff zu erhöhen:

  • Zugang zu Kunststoffquellen – Weiterentwicklung der Sammelsysteme für PE- und PP-Kunststoffe aus Verbraucher- und Industrieabfällen, einschließlich Transport-, Logistik- und Recycling-Sortiertechnologien.
  • Optimierung der Verfahren – Modernisierung von Recyclingsystemen, um die Zielkunststoffe effizienter zu aggregieren, zu klassifizieren und zu sortieren. Damit soll die Gesamtmenge an hochwertigen Rezyklaten in Lebensmittelqualität und für medizintechnische Anwendungen erhöht werden.
  • Verarbeitung – Investitionen in Anlagen und Ausrüstungen zur Herstellung von Fertigteilen, Verpackungen oder verwandten Waren aus Rezyklaten, einschließlich recyceltem PE und PP.

Der Fonds wird eine flexible Mischung aus Fremd- und Eigenkapitalfinanzierung einsetzen und auch darauf abzielen, Mainstream-Co-Investitionen, einschließlich solcher von Finanzinstituten, in Kreislauflösungen für Kunststoffe zu fördern. Mit etablierten Einrichtungen, Lieferkettennetzwerken und großer Marktnähe wähnen sich Dow, Lyondell Basell und Nova Chemicals gemeinsam gut aufgestellt, um den Übergang zu einem stärker zirkulären System voranzutreiben.

Jim Fitterling, Chairman und CEO Dow: Kunststoffmaterialien sind für eine kohlenstoffarme Wirtschaft unerlässlich. Foto: Dow

Umfassenden Initiative für die Kreislaufwirtschaft

Teil einer umfassenden Initiative für die Kreislaufwirtschaft Der neue Closed Loop Circular Plastics Fonds sieht sich als Teil der umfassenderen Initiative von Closed-Loop-Partners zur Förderung von Kreislaufsystemen für Kunststoffe. „Die Kunststofferzeuger, die in Zukunft Wert für ihre Aktionäre schaffen, werden diejenigen sein, die sicherstellen, dass 100 Prozent ihrer Produkte sicher recycelt oder wiederverwendet werden und niemals auf einer Deponie oder anderswo in unserem Ökosystem entsorgt werden“, sagt Ron Gonen, Gründer und CEO von Closed-Loop-Partners.

Das derzeitige Angebot an recycelten Kunststoffen deckt nur 6 % der Nachfrage nach den am häufigsten verwendeten Kunststoffen in den USA und Kanada. Systemische Engpässe, falsch ausgerichtete Anreize und Richtlinien, technologische Ineffizienzen und veraltete Ausrüstung tragen dazu bei, dass Millionen Tonnen Kunststoff auf Deponien und in den Ozeanen entsorgt werden. Wenn die genannten Hindernisse beseitigt würden, könnten sich für Rezyklate potenzielle Umsatzchancen von 120 Mrd. USD allein in den USA und Kanada erschließen.

Bob Patel, CEO Lyondell Basell: Um der Herausforderung des Kunststoffmülls zu begegnen, sind gemeinsame Maßnahmen an mehreren Fronten erforderlich. Foto: Lyondell Basell

„Kunststoffmaterialien sind für eine nachhaltige, kohlenstoffarme Wirtschaft unerlässlich. Unser Fonds wird dazu beitragen, die Gesellschaft in Richtung einer Kreislaufwirtschaft zu bewegen und sicherzustellen, dass Kunststoff nicht an die Umwelt verloren geht“, sagt Jim Fitterling, Chairman und CEO von Dow.

„Um der Herausforderung des Kunststoffmülls in der Umwelt zu begegnen, sind gemeinsame Maßnahmen an mehreren Fronten erforderlich. Als Unternehmen verfolgen wir eine mehrgleisige Strategie, die das mechanische und chemische Recycling sowie die Einbeziehung erneuerbarer Rohstoffe in unsere Produktion umfasst“, sagt Bob Patel, CEO von Lyondell Basell.

mg

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