Microspritzgießen statt konventionell

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Yonwoo hat bei Wittmann Battenfeld 12 Micropower Spritzgießmaschinen für die Herstellung von Einzelteilen für Pumpen für die Kosmetikindustrie bestellt.

Yonwoo mit Sitz in Incheon/Korea wurde 1983 gegründet. Heute zählt das mittlerweile 1.500 Mitarbeiter starke Familienunternehmen zu den weltweit führenden Herstellern von technologisch hochwertigen Kosmetikverpackungen. Seinen Erfolg verdankt es unter anderem einer kontinuierlichen Weiterentwicklung seiner Produkte und strengen Qualitätskontrollen.

Die Qualitätskontrolle der Dichtungskappen erfolgt per Bildverarbeitung. Foto: Wittmann Battenfeld

Das Produktspektrum des Unternehmens umfasst Kosmetikbehälter jeder Art, wie Cremedosen und -tuben, Make-up-Behälter, Pumpen für Öle, Sprays, Schaum und vieles mehr. Hauptprodukte sind die Dosierpumpen, die das Unternehmen 1990 entwickelt hat. Yonwoo war der erste Hersteller von Dosierpumpen für die Kosmetikindustrie in Korea. Davor wurden diese Pumpen aus Japan importiert. Ein Großteil der Pumpen nutzt die von Yonwoo entwickelte Airless-Technologie. Diese ermöglicht eine hochpräzise, konstante Abgabe der geforderten Menge pro Pumpvorgang. Das Spektrum dieser Pumpen umfasst Pumpen mit Abgabemengen von 0,08 - 0,15 - 0,2 - 0,3 - 0,5 und 1 ml.

Yonwoo verkauft rund 50 % seiner Produkte in Korea, der Rest geht in den Export, vor allem nach Europa und die USA. Zu den Kunden des Unternehmens gehören unter anderem Konzerne wie L’Oréal, P&G oder Estée Lauder.

Typische Produkte von Yonwoo. Das koreanische Unternehmen ist auf innovative Kosmetikverpackungen spezialisiert. Foto: Yonwoo

Viele kleine Einzelteile

Zur Herstellung der kleinen Einzelteile der Pumpen – dazu gehören Dichtungskappen, Rückschlagventile, Kolbenzylinder und das Gehäuse – hat sich Yonwoo entschlossen, konventionelle Spritzgießmaschinen durch Maschinen der Micropower Reihe von Wittmann Battenfeld zu ersetzen. In Summe hat Yonwoo zwölf Maschinen der Micropower Serie beim österreichischen Spritzgießmaschinenbauer bestellt. Sechs davon sind bereits in Betrieb. Diese werden zur Herstellung von Teilen von Pumpen mit einer Abgabemenge von 0,15 und 0,2 ml eingesetzt.

Der Projektstart für den Ersatz konventioneller Spritzgießmaschinen durch Maschinen der Micropower Reihe fand im Dezember 2016 mit der Bereitstellung eines ersten Werkzeug-Layouts durch Wittmann Battenfeld in Zusammenarbeit mit dem Wiener Werkzeugbauer Ernst Wittner statt, wobei dieses Layout dann nochmals von Yonwoo und Wittmann Battenfeld optimiert wurde. In der Folge wurde ein erstes Werkzeug gebaut und bei Wittmann Battenfeld in Kottingbrunn im Mai 2017 gemeinsam mit Mitarbeitern von YONWOO erfolgreich getestet. Dies war der Startschuss für die ersten sechs Maschinen. Die Lieferung erfolgte im Dezember 2017.

12- statt 64-fach-Werkzeugen

Sechs von 12 Micropower Maschinen mit Unilog B8 Steuerung stehen bereits bei Yonwoo in Incheon. Sie nehmen nicht mehr Platz ein als die beiden konventionellen Spritzgießmaschinen, welche das Unternehmen vorher genutzt hat. Foto: Wittmann Battenfeld

Die sechs Micropower Maschinen ersetzen zwei konventionelle Spritzgießmaschinen, mit denen zuvor mit einem 64-fach-Werkzeug Teile mit einer Zykluszeit von 14 s produziert wurden. Aufgrund ihres kompakten Designs nehmen die sechs Micropower Maschinen nicht mehr Platz ein als die beiden ersetzten Maschinen. Hinzu kommt, dass die Micropower Maschinen im Gegensatz zu konventionellen Maschinen aufgrund ihrer Abmessungen problemlos in den 7. Stock transportiert werden konnten, wo sie gleich neben der Montagefläche der Pumpen stehen. Damit konnten die Transportwege optimiert und wertvolle Hallenfläche im Erdgeschoß eingespart werden.

Hohe Gewichtskonstanz

Die nun eingesetzten Werkzeuge haben 12 Kavitäten. Besonders positiv ist für Yonwoo die Teil-zu-Teil-Gewichtskonstanz von nur 2 mg. Mit dem 64-fach Werkzeug konnte dies bei weitem nicht erzielt werden. Damit war es nicht nur möglich, die Herstellungs- und Wartungskosten der Werkzeuge deutlich zu reduzieren, sondern auch das Handling und die Qualitätskontrolle der Teile wurden erheblich vereinfacht. Die Zykluszeit beträgt lediglich 8 s, der Ausschuss konnte auf ein Minimum reduziert werden. Aufgrund der erzielten Kosteneinsparungen bei gleichzeitig deutlich höherer Produktivität amortisiert sich das Investment in die Micropower Maschinen innerhalb weniger als eines Jahres.

Das erfolgreiche Team: (v.l.n.r.): Martin Philipp-Pichler (Produktmanager Micropower, Wittmann Battenfeld), Chong Geun Kim (Geschäftsführer Wittmann Battenfeld Korea), Roland Pechtl (Projektmanager Asien, Wittmann Battenfeld) und Kim Hong Suk (stellvertretender Projektleiter Yonwoo). Foto: Wittmann Battenfeld

Aufgrund dieser positiven Entwicklung beschloss Yonwoo, weitere Maschinen zu ordern, wobei die nächsten sechs Micropower Maschinen zwischen November 2018 und dem ersten Quartal 2019 geliefert werden. Die Maschinen sind mit einem Drehteller ausgestattet. Als besonderes Highlight ist zu erwähnen, dass bei einer dieser Maschinen das Spritzvolumen, das bei der Micropower standardmäßig bei 4 cm³ liegt, erstmals auf 6 cm³ erhöht wird.

Seong Ho Kim, Team Leader M&I Technical Center bei Yonwoo, zeigt sich von den kurzen Reaktionszeiten und der unkomplizierten, guten Kooperation mit Wittmann Battenfeld. beeindruckt.

sk

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