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Mia-Award will neue Kunststoff-Ideen anregen

Die Ausschreibung der Motan-Holding für den Mia-Award geht in die zweite Runde. Zwei Preisträger-Projekte der K 2016 werden als praxisgerechte Lösung bereits auf der Fakuma 2017 ausgestellt.

 - Die Trophäen des Motan Innovation Award Mia
Die Trophäen des Motan Innovation Award Mia
Motan

Gute Ideen zukunftsfähig machen – das ist das Ziel der Motan-Holding GmbH mit Sitz in Konstanz, die alle zwei Jahre den Motan Innovation Award, kurz: Mia, ausschreibt. Vor rund einem Jahr fand die Preisverleihung des Mia auf der K 2016 in Düsseldorf statt. Zwei der prämierten Innovationen konnten erfolgreich weiterentwickelt werden. Sie werden im Oktober auf der Fakuma in Friedrichshafen ausgestellt. Parallel läuft noch bis zum 31. Dezember 2017 die aktuelle Ausschreibung für den Mia 2018. Ideen können jetzt noch eingereicht werden.

Statt der üblichen drei haben es beim Mia 2016 sogar vier Innovationen auf das Siegertreppchen geschafft. Die Jury vergab neben dem ersten und zweiten Platz zwei dritte Plätze. Schon die Titel der gekürten Projekte machen neugierig auf mehr: ein "Matrixkoppler" ist dabei, ein alternatives Verfahren zur "Granulattrocknung", ein "Trockendosierer" und der so genannte "Octa-Flow-Bag" – sie stehen für die vier besten Ideen des Jahres 2016.

Dosieren, Mischen und Trocknen in einem Gerät

 - Karl Wolfgang, Ingenieur bei Motan, entwickelte die sogenannte Octa-Flow-Bag. Ein Prototyp wird auf der Fakuma zu sehen sein.
Karl Wolfgang, Ingenieur bei Motan, entwickelte die sogenannte Octa-Flow-Bag. Ein Prototyp wird auf der Fakuma zu sehen sein.
Motan

Die zwei drittplatzierten Einreichungen konnten gemeinsam mit Motan weiterentwickelt werden und sind für die Präsentation auf der Fakuma 2017 vorgesehen. So erfand der Motan-Mitarbeiter Peter Haupt einen Dosierer, der die Handling-Schritte Dosieren und Mischen mit der Trocknung in ein und demselben Gerät kombiniert. Die Energie, die in üblichen Materialfluss-Konstellationen eingesetzt wird, kann auf diese Weise weit besser genutzt werden. Der geringere Energieverbrauch führt zu einer merklichen Kostensenkung, das Handling wird von Arbeitsschritten entlastet.

Das zweite, auf der Fakuma vertretene Projekt ist der Octa-Flow-Bag von von Karl Wolfgang, ebenfalls Motan-Ingenieur. Seit Einführung der Oktabins ist es ein Ärgernis, dass Materialreste nach der Entleerung eigens abgesaugt werden müssen. Die Neuentwicklung führt solche Restmengen automatisch in die Oktabinmitte, wo sie problemlos entnommen werden können. Am Motan-Messestand wird ein Prototyp im Querschnitt und eine Bildschirm-Animation zu sehen sein.

Schwerer Schritt vom Prototyp zur Lösung

 - Ein Dosierer, der die Handling-Schritte Dosieren und Mischen mit der Trocknung in ein und demselben Gerät kombiniert – das ist die Erfindung von Peter Haupt.
Ein Dosierer, der die Handling-Schritte Dosieren und Mischen mit der Trocknung in ein und demselben Gerät kombiniert – das ist die Erfindung von Peter Haupt.
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Die erst- und zweitplatzierten Projekte haben es leider nicht über den Prototyp hinaus und bis auf die Fakuma geschafft. Der Matrixkoppler von Ludwig Reissner und das alternative Verfahren zur Granulattrocknung vom Team um Fabian Kienzler hatten die Jury besonders beeindruckt. An ihrem Beispiel zeigt sich allerdings, dass auch die vielversprechendsten Innovationen oftmals an der Umsetzung scheitern. Bei späteren Entwicklungsstufen sind Komplikationen entstanden, die nicht abzusehen waren.

Während die Weiterentwicklungen der 2016er Innovationen für die Fakuma 2017 vorbereitet werden, läuft bereits die Einsendephase für den Mia Award 2018. Noch bis 31. Dezember 2017 können pfiffige Projektideen bei der Motan-Holding eingereicht werden. Sowohl Einzelpersonen als auch Teams aus allen Bereichen der Kunststoffindustrie können teilnehmen. Im März 2018 wird dann eine unabhängige Jury über die Nominierungen entscheiden. Kriterien sind: Innovationshöhe, Relevanz für die Praxis in der Kunststoffindustrie sowie Umsetzbarkeit und Marktchancen im Umfeld des Materials Handling. Die fünf besten Einsender erhalten im Sommer 2018 die Möglichkeit zur Präsentation. Über die Verteilung des Preisgelds von 20.000 EUR unter den Finalisten entscheidet dann eine unabhängige Jury.

"Zu viele gute Ideen werden weder ausgearbeitet noch verfolgt. Damit geht der Branche ein enormes Potenzial verloren. Wir möchten die Schätze heben, die sich oftmals nur in Köpfen und Schubladen befinden", dies erläutert Motan-Geschäftsführerin Sandra Füllsack über die Motivation des Unternehmens zur Ausschreibung des Preises. Der mit insgesamt 20.000 EUR dotierte Preis will all jene zur Ideenentwicklung motivieren, die sich für Kunststoff und seine Anwendungsmöglichkeiten interessieren beziehungsweise beruflich damit zu tun haben. Das können Facharbeiter in der Produktion ebenso sein wie Studierende aus den Bereichen Anlagenbau, Verfahrenstechnik oder Materialwissenschaften.

gr

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