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Messewirtschaft: Restriktionen nicht mehr nachvollziehbar

Für Philip Harting, Vorsitzender des Verbands der deutschen Messewirtschaft Auma, sind die Corona-Restriktionen nicht mehr nachvollziehbar: "Wir vermissen das Verständnis für die mittlerweile extreme Situation der gesamten Zunft. Keinesfalls darf die Grundlage für Messeverbote im Infektionsschutzgesetz verlängert werden." Foto: Auma

Messewirtschaft positioniert sich gegen Verlängerung des Infektionsschutzgesetzes und bezeichnet die Corona-Restriktionen als nicht mehr nachvollziehbar.

Für die Messewirtschaft in Deutschland sind angesichts einer mittlerweile hohen Impfquote und ausgefeilter Hygienekonzepte im Jahr drei der Pandemie die geltenden Corona-Restriktionen nicht mehr nachvollziehbar. Deshalb fordert Verbands der deutschen Messewirtschaft Auma vor dem Bund-Länder-Treffen am16. Februar 2022 von den politisch Verantwortlichen eine sofortige deutschlandweite Öffnungsperspektive und spricht sich klar gegen eine Verlängerung des Infektionsschutzgesetzes aus.

Nach langem Mittragen der Corona-Beschränkungen beklagt der Auma fehlende Planungssicherheit und vermisst ein echtes Verständnis der Politik für die Notlage der Branche. Denn von den 230.000 Jobs, die in Deutschland an der Messewirtschaft hängen, sind laut Auma 165.000 mittlerweile akut gefährdet. 

Auma fordert sofortige Wiederbelebung des Messewesens

Philip Harting, Vorsitzender des Verbands der deutschen Messewirtschaft Auma: „Unser Geduldsfaden ist am Reißen. Die Messewirtschaft in Deutschland fordert von der Politik in Bund und Ländern die Wiederbelebung des Messelebens in allen 16 Bundesländern. Und zwar jetzt. Weitere Wochen des Wartens bringen die Messebranche ohne jede Schuld in noch größere Nöte, die tief nachwirken werden. Wir vermissen das Verständnis für die mittlerweile extreme Situation der gesamten Zunft. Keinesfalls darf die Grundlage für Messeverbote im Infektionsschutzgesetz verlängert werden. Die Schwebe zwischen Hoffen und Bangen der zurückliegenden Jahre kann und darf nicht mehr endlos fortgeschrieben werden.“

Messewirtschaft lehnt weitere Messeverbote ab

Bis zum 19. März 2022 erlaubt das Infektionsschutzgesetz den Ländern unter anderem, Messeverbote auszusprechen. Da Aussteller, Veranstalter und Dienstleister bundesweit Planungssicherheit für die kommenden Monate brauchen, lehnt der eine erneute Verlängerung ab.

In der Erwartung von späterer Machbarkeit sind 60 Messen mit großem Kraftaufwand innerhalb dieses Jahres verschoben worden. Mehr als 70 geplante Messen in diesem Jahr können diesen Kraftakt nicht mehr stemmen – sie wurden bereits abgesagt. Insgesamt 390 Messen sind 2022 in Deutschland vorgesehen, darunter Dutzende Leitmessen der Weltwirtschaft.

Angesichts der Impfquote und den Hygienekonzepten sind sichere Messen machbar

Harting: „Messen sind sicher machbar. Wir in der Messewirtschaft haben uns dennoch lange solidarisch eingereiht für den Gesundheitsschutz aller. Angesichts von 85 Prozent doppelt geimpfter und 65 Prozent geboosterter Erwachsener, bestens erprobter Hygienekonzepte der Messen und immer mehr Öffnungen der Länder um uns herum, haben wir kaum noch Verständnis für eine ratlose Politik auf Kosten der übergroßen Mehrheit.“

Dickicht an Corona-Restriktionen nicht mehr nachvollziehbar

Das Dickicht an Restriktionen sorgt bereits für Absagen im Frühjahr und Sommer. Gründe sind insbesondere fehlende Planungssicherheit und deutschlandweit uneinheitliche Regeln, die gerade internationale Messegäste nicht mehr nachvollziehen können. Erschwerend hinzu kommt, dass immer mehr verschobene Messen auf bereits feststehende treffen.

Auf über 50 Mrd. EUR schätzt der Auma den bereits Schaden in der Messebranche und den eng verbundenen Wirtschaftszweigen seit Anfang 2020. Vor der Pandemie hat die Messebranche noch mit rund 28 Mrd. EUR jährlich zum gesamtwirtschaftlichen Plus beigetragen.

Welchen Schaden die Absagen und Verschiebungen bereits angerichtet haben, lesen Sie in diesem Beitrag der K-ZEITUNG.

Aktuelle Informationen zu den Corona bedingten Verschiebungen von Messen finden Sie hier.

gk

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