Mehr Umsatz für deutsche Kautschukindustrie

Gummibänder Foto: Wikimedia/Bill Ebbesen

Die Kautschukindustrie in Deutschland hat im ersten Halbjahr 2017 einen spürbaren Umsatzanstieg verbucht. Der Branchenumsatz wuchs um 3,5 % auf 6 Mrd. EUR. Knapp ein Drittel davon wurde im Ausland erwirtschaftet. Für den Rest des Jahres bleibt die Prognose des Verbandes WDK positiv.

Die Zahlen wurden vom Wirtschaftsverband der deutschen Kautschukindustrie (WDK) in Frankfurt am Main vorgelegt. Demnach trugen zum Wachstum eine erfreuliche Auslandsnachfrage und gestiegene Rohstoffpreise bei. Ein weiterer stimulierender Faktor war das inländische Geschäft in den nachfragestarken Monaten März und Mai.

Dagegen trat das Mengengeschäft der Reifenhersteller bislang weitgehend auf der Stelle. Die Lieferungen an die Autobauer lagen in ihrem Volumen unter dem Vorjahr. Auch im Ersatzgeschäft konnte ein kräftiger Anstieg der Nachfrage nach Ganzjahresreifen eine Mengenstagnation in Summe nicht verhindern. Nominal lag das Umsatzwachstum der Reifenhersteller zur Jahresmitte bei 2,2 %.

Deutscher Fahrzeugbau schwächelt

Im Bereich der Technischen Elastomer-Erzeugnisse (TEE) waren Änderungen bei den Abnehmerindustrien zu beobachten: Sorgte 2016 noch die inländische Automobilindustrie für eine hohe Nachfrage nach TEE, so expandierten im bisherigen Jahresverlauf andere Verarbeiterbranchen, namentlich Maschinenbau, Elektroindustrie und Bauwirtschaft. Während die Auslandsfertigung der deutschen Fahrzeugbauer zunahm, lag deren inländische Fertigung unter dem Vorjahr.

Die gute Entwicklung bei TEE im non-automotive Geschäft hatte positive Auswirkungen auf Produktion, Kapazitätsauslastung und Arbeitsplätze. Die Unternehmen der deutschen Kautschukindustrie produzierten mit 410 000 t TEE 3,8 % mehr als im Vergleichszeitraum. Die Kapazitätsauslastung stieg um 5,7 Prozentpunkte auf 89,6 %. Zudem legte die Zahl der Beschäftigten leicht um 0,2 % auf knapp 50.700 zu.

Der Chef-Volkswirt des WDK, Michael Berthel, wertete die Zahlen als einen klaren Beleg für das hohe, weltweite Interesse an deutschen Kautschukprodukten. Durch den anziehenden Welthandel profitiere auch das Exportgeschäft der Branche. Die Reifenhersteller hofften nun auf eine gute Winterreifensaison und der non-automotive TEE-Sektor auf eine Fortsetzung der stabilen Industriekonjunktur. Berthels Ausblick ist daher grundsätzlich positiv: "Angesichts der aktuellen Marktlage ist ein Umsatzplus von 5 % für das Gesamtjahr weiterhin möglich. Bei den Mengenabsätzen ist allerdings eher mit einer Stagnation zu rechnen, sowohl im Reifen-Sektor als in Summe bei den Technischen Elastomer-Erzeugnissen."

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