Pekutherm baut derzeit in seinem Werk in Geisenheim die Recyclingkapazität von 8.000 auf 10.000 t/a aus.
Foto: Pekutherm
Pekutherm baut derzeit in seinem Werk in Geisenheim die Recyclingkapazität von 8.000 auf 10.000 t/a aus.

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Mehr Kapazität für PMMA-Recycling

Aufgrund der deutlich gestiegenen Nachfrage nach hochwertigem PMMA-Rezyklat baut der Recycler Pekutherm seine Kapazität weiter aus.

Die Nachfrage nach hochwertigen Kunststoff-Rezyklaten ist in den letzten Monaten deutlich angestiegen. Der allgemeine Trend zur Nachhaltigkeit lässt Hersteller bei der Produktion von Kunststoffen vermehrt auf Rezyklate zurückgreifen. An der Spitze liegen recycelte Produkte aus Acrylglas (PMMA), Polycarbonat und PETG (Copolyester).

Nachhaltige Produkte aus Rezyklat im Trend

„In den vergangenen Monaten hat sich der Bedarf an hochwertigen Kunststoff-Rezyklaten maßgeblich erhöht. In vielen Branchen ist vor allem kundenseitig die Nachfrage nach nachhaltigen Produkten aus Recycling-Werkstoffen deutlich gewachsen“, sagt Heiko Pfister, Geschäftsführer von Pekutherm. Das Geisenheimer Unternehmen ist einer der führenden Betriebe für die Herstellung hochwertiger Rezyklate, die qualitativ dem Ursprungsprodukt ebenbürtig sind und daher im Upcycling-Verfahren für gleichwertige Produkte genutzt werden können.

Bereits im Oktober hat Pekutherm aufgrund der erhöhten Nachfrage eine neue Schredderanlage zur Vorzerkleinerung großer und schwerer Plattenmaterialien in Betrieb genommen. Die Anlage verfügt über eine Durchsatzleistung von 1 t/h. Zudem wurden weitere Arbeitsplätze im Einkauf, Verkauf und der Produktion geschaffen.

Pekutherm steigert Output um 25 %

In den kommenden Monaten baut das Unternehmen die Kapazität noch weiter aus: „Wir planen eine weitere Steigerung unseres Outputs von 8.000 auf 10.000 Tonnen pro Jahr, um dem steigenden Bedarf Rechnung zu tragen. Für zahlreiche Kunststoffverarbeiter ist die Nutzung hochqualitativer Rezyklate eine Möglichkeit, der massiven Nachfrage nach nachhaltigen Produkten zu begegnen“, erklärt Heiko Pfister.

PMMA in bis zu sieben Zyklen nutzbar

In der Kunststoffbranche gewinnt daher das Closed-Loop-Verfahren immer mehr Gewicht, bei dem aus bestehenden Produkten neue entstehen, die qualitativ keine Abstriche nötig machen. „Wir arbeiten bereits jetzt mit dem Closed-Loop-Verfahren und erzielen eine Reinheit unserer Materialien, die der Industrie die gleichwertige Verarbeitung zu neuen Werkstoffen ermöglichen. Wenn aus Kunststoffabfall minderwertige Produkte produziert werden, endet der Rohstoff nach einem Zyklus meist im Müll. PMMA kann jedoch bis zu sieben Zyklen genutzt werden. Daher würden wir uns wünschen, noch mehr Unternehmen würden sich bei der Entsorgung für unser Recycling-Konzept entscheiden und den Nachschub in die Nachhaltigkeit vergrößern“, beschreibt der Recycling-Experte Heiko Pfister.

Recycling hat Vorteile für Lieferanten und Abnehmer

Pekutherm bietet ein Konzept, bei dem Kunststoffverarbeiter, Einzelhändler, Messe- oder Ladenbauer die sogenannte Ecobox nutzen können. Diese faltbaren Sammelcontainer ermöglichen es, auch größere Mengen von beispielsweise PMMA-Abfällen zu sammeln, zwischenzulagern und in die Logistik zu den Pekutherm-Standorten zu geben. Mit diesem Modell gewährleistet das hessische Unternehmen den bundesweiten Nachschub an Rohstoffen, die dann im Werk Geisenheim sortiert und verarbeitet werden.

Wie Pekutherm versichert, lohnt sich das Geschäft sogar doppelt: Auch die Abfälle – von ausrangierten Spuckschutz-Wänden aus Geschäften über Warendisplays oder ausgediente Messestände und viele weitere Produkte – werden von Pekutherm vergütet. Selbst der Verschnitt von Unternehmen, die Acrylglas verarbeiten, macht pro Jahr einige Tonnen pro Lieferant aus. „Das Material gehört nicht auf den Müll, sondern in den Kreislauf. Jedes in der Müllverbrennung vernichtete Stück Plastik, vor allem hochwertige Stoffe wie Plexiglas, sind ein Schaden für die Umwelt und den Wirtschaftskreislauf rund um das Recycling“, sagt Heiko Pfister von Pekutherm.

Die Polycarbonat-Rezyklate von Pekutherm tragen durch die Unterstützung von Klimaschutzprojekten sogar das Zertifikat „klimaneutral“. gk