Maßgeschneiderte Skischuhe aus dem Drucker?

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Materialise zeigt auf der diesjährigen Rapid Tech 2019 Kunststoff-Anwendungen aus der Praxis sowie neue Software-Versionen.

Zu den gezeigten Anwendungen zählen unter anderem 3D-gedruckte Kunststoffelemente sowie Skischuhe mit seriell maßgefertigtem Innenschuh aus Polyurethan. Im Bereich Software für die additive Fertigung stehen drei neue Versionen im Fokus: Die Simulations-Lösung Materialise Simulation 2.0, die Produktionsmanagement-Lösung Materialise Streamics 8 sowie die Designoptimierungs-Software Materialise 3-matic 14.

Maßgeschneidert

Beispielhaft für die Erschließung neuer Geschäftsfelder durch serielle Individualisierung präsentiert Materialise auf der Messe Skischuhe des Schweizer Start-ups Tailored Fits. Die Produkte verfügen über maßgeschneiderte, additiv gefertigte Innenschuhe aus thermoelastischem Polyurethan. Bei der Entwicklung der Innenschuhe wurde Tailored Fits umfassend von Materialise-Experten beraten, zudem passte der 3D-Druck-Spezialist den Druckprozess an. Gemeinsam wurde auch eine digitale Lieferkette entwickelt. Die Lieferkette sorgt dafür, dass im Fachgeschäft ausgemessene, anatomische Kundendaten direkt zum Materialise-3-Druck-Werk im belgischen Leuven gelangen, wo kurzfristig entsprechend geformte Innenschuhe entstehen.

Additiv gefertigte Innenschuhe aus thermoelastischem Polyurethan. Foto: Materialise

Neue Software-Versionen

Zu den Software-Highlights, die Materialise auf der Rapid Tech zeigt, zählt die zweite Version der Simulations-Software von Materialise. Materialise Simulation 2.0 bietet nicht nur erhebliche Geschwindigkeitsverbesserungen sondern auch erweiterte Simulationsfunktionen. Dazu gehört die Bauteilkompensation, mit der Bauteilverformungen vorhergesagt und kompensiert werden können. Zudem vereinfacht das Update die Verwaltung der Simulation und macht sie einem breiteren Publikum zugänglich. Mit Materialise Simulation können Bediener einen virtuellen Prototypen erstellen und so das Verhalten eines Teils während der physischen Produktion vorhersagen und analysieren. Damit hilft die Software, den Druckauftrag vorab zu optimieren und die Anzahl von Fehlern und kostspieligen Nachdrucken zu reduzieren.

Einfachere Integration der 3D-Druckproduktionsumgebung

Materialise Streamics ist ein Software-Tool zur Verwaltung und Rationalisierung von 3D-Druck-Produktionsabläufen. Die neue Version 8 der Software soll dazu beitragen, die oft noch isolierten hauseigenen 3D-Druck-Kapazitäten in produktive und integrierte Produktionsanlagen zu verwandeln. Erreicht wird dies durch eine einfachere Integration der 3D-Druckproduktionsumgebung in bestehende Geschäfts- und Produktions-IT-Systeme mittels vollständig konfigurierbarem Web-Portal und web-basierter API (Application Programming Interface). Maschinenseitig bieten die Materialise Build-Prozessoren eine Systemschnittstelle zu über 150 Druckersystemen. In der neuen Streamics-Version ist zudem die Nesting-Funktion über mehrere Bauplattformen hinweg anwendbar. Mit ihr lassen sich Bauteile zur optimalen Bauraumausnutzung automatisch im Bauraum anordnen.

Eine neue Version gibt es auch bei Materialise 3-matic, der Software zur Designoptimierung für den 3D-Druck. Bereits jetzt können Nutzer damit die Konstruktion auch auf der Ebene der Netzdarstellung verbessern und Rohdaten für Simulationen aufbereiten. Ebenso lassen sich Gitternetze in ein CAD-Format zurückkonvertieren sowie Design durch 3D-Texturen, Leichtbaustrukturen und konforme Strukturen verbessern. Die neue Version, Materialise 3-matic 14.0, bietet ein Scripting-Modul mit Python-API, was die Arbeitsabläufe beschleunigt und wiederkehrende Operationen automatisiert. Zudem wurde mit dem Update das Texturing-Modul verbessert.

sl

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