Maschinenbau läuft 2016 noch besser als erwartet

Deutsche Kunststoff- und Gummimaschinen - hier ein in den Landesfarben lackiertes Exemplar auf der letzten NPE in Orlando - sind in USA sehr gefragt, was die Exporte deutscher Unternehmen 2015 auf ein neues Rekordniveau gebracht hat. Foto: K-ZEITUNG

Der deutsche Kunststoff- und Gummimaschinenbau schließt das Jahr 2016 besser ab als erwartet, wie die Zahlen des Verbandes VDMA ausweisen. Weiterhin erweisen sich insbesondere die Exporte in die USA und nach Mexiko als stark, und auch Anzeichen einer Verbesserung in Russland sind erkennbar.

Die deutschen Kunststoff- und Gummimaschinenbauer blicken sehr zufrieden auf das vergangene Jahr zurück. Der Grund ist ein kräftiges Umsatzwachstum im Gesamtjahr 2016, das die positive Entwicklung der vergangenen Jahre nahtlos fortgeführt hat. "Mit 4 Prozent liegt das Wachstum sogar höher, als die ursprünglich erwarteten 2 Prozent", sagt Ulrich Reifenhäuser, der Vorsitzende des Fachverbands Kunststoff- und Gummimaschinen im VDMA. Dieses positive Ergebnis rundet ein Jahr ab, in dem die ausgezeichnete Stimmung auf der K-Messe im Oktober herausstach und die deutschen Kunststoff- und das auch Gummimaschenbauer weiterhin optimistisch in die Zukunft blicken lässt.

USA weiter der wichtigste Absatzmarkt

Die sehr gute Exportstatistik der deutschen Kunststoff- und Gummimaschinenbauer 2016 führen mit vergrößertem Abstand die USA an. Tabelle: VDMA

Die Exporte deutscher Kunststoff- und Gummimaschinenbauer in die USA nahmen auf sehr hohem Niveau nochmals zu, von Januar bis Dezember 2016 wurden hier Kunststoff- und Gummimaschinen aus Deutschland im Wert von 774 Mio. EUR verkauft. Das entspricht einer Steigerung von 7,6 %. Die USA verteidigten somit nicht nur ihre Spitzenposition unter den Export-Absatzmärkten, sie vergrößerten dabei sogar den Abstand zum Zweitplatzierten China.

Zwar gingen die deutschen Exporte nach China, wie schon in den Vorjahren, auf nun 629 Mio. EUR zurück, wodurch sich für 2016 ein Minus von 3,6 % berechnet. Allerdings zeigt die starke Entwicklung der Produktion durch die VDMA-Mitglieder vor Ort, dass China auch weiterhin ein wichtiger Absatzmarkt bleibt. Auch der deutlich gestiegene Export der VDMA-Mitglieder aus China heraus trägt zur Verringerung der direkten Exporte von Deutschland nach China bei.

An Position drei der wichtigsten Absatzländer deutscher Kunststoff- und Gummimaschinen behauptete sich Mexiko. Das Exportwachstum Mexikos lag 2016 bei beeindruckenden 51,9 % auf nun 255 Mio. EUR.

Talsohle in Russland

Die deutschen Lieferungen von Kunststoff- und Gummimaschinen nach Russland schrumpften 2016 zum dritten Mal in Folge. Von Januar bis Dezember 2016 beliefen sie sich auf 86 Mio. EUR; dies entspricht einem Minus von noch einmal 36,3 % gegenüber dem Vorjahr. Die spürbare Belebung im russischen Verpackungssektor als direkte Auswirkung auf die russischen Lebensmittelsanktionen lässt jedoch für 2017 einen Aufschwung der Exporte im Kunststoff- und Gummimaschinenbau erwarten, da die in Russland produzierten Lebensmittel anschließend mittels Folien beziehungsweise Kunststoffverpackungen haltbar gemacht werden müssen. Die deutschen Exporte in die russische Nahrungsmittel- und Verpackungsmaschinenbranche beendeten das Jahr 2016 schon mit einem Plus und läuteten damit das Ende der Talsohle in Russland ein.

Ausblick auf 2017 bleibt optimistisch

Auch im laufenden Jahr werde sich die positive Entwicklung im deutschen Kunststoff- und Gummimaschinenbau fortsetzen: Thorsten Kühmann, Geschäftsführer des Fachverbands Kunststoff- und Gummimaschinen im VDMA, rechnet mit einem Umsatzwachstum von 2 % für die deutschen Hersteller und mit einem weltweiten Wachstum von 3 %. "Die deutschen Kunststoff- und Gummimaschinenbauer haben sich mit ihren Produkten und Neuentwicklungen im K-Jahr 2016 hervorragend aufgestellt, um auch das laufende Jahr wieder positiv abschließen zu können", resümiert Kühmann.

gr