Marktumfeld Composites wird schwieriger

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Die Composites Europe verzeichnete Rückgänge bei Austellern und Besuchern. Dabei setzte die Fachmesse Impulse in einem derzeit schwierigen Marktumfeld.

Licht und Schatten liegen in der Composites-Industrie derzeit eng zusammen. Eine wirtschaftliche Gesamtsituation, die auch auf der Mitte September in Stuttgart Composites Europe Spuren hinterließ. Die in der DACH-Region führende Fachmesse für faserverstärkte Kunststoffe – Abnehmer sind vor allem die Automobilindustrie, die Luft- und Raumfahrt sowie der Anlagen- und Maschinenbau – verzeichnete eine geringere Nachfrage. Insgesamt registrierte der Veranstalter Reed Exhibitions 310 Aussteller (Vorjahr: 354) und 7.581 Besucher (Vorjahr: 8.148). Ein Rückgang von 7 %.

Markt für Composites uneinheitlich

Zu schaffen machten der Messe vor allem zwei Branchen, die große Abnehmer von glasfaserverstärkten Kunststoffen (GFK) sind: Die Automobilindustrie, die unter rückläufigen Absatzzahlen leidet, und der Anlagen- und Maschinenbau, in dem die aktuelle wirtschaftliche Lage ebenfalls auf die Zahlen und die Stimmung drückt. Positive Signale dagegen gehen von der Luft- und Raumfahrt sowie der steigenden Nachfrage aus der Baubranche aus.

„Messen sind Seismographen ihrer Branchen – das gilt auch für die Composites Europe, die gerade im wirtschaftlich uneinheitlichem Umfeld gezeigt hat, wie wichtig Fachmessen sind, um neue Impulse und Innovationen in den Markt zu bringen“, so Michael Freter, Geschäftsführer Reed Exhibitions Deutschland.

Europäischer GFK-Markt stagniert

Das spiegelt sich auch im Marktbericht der AVK – Industrievereinigung Verstärkte Kunststoffe wieder, der am Rande der Messe in Stuttgart präsentiert wurde. Demnach stagniert 2019 der Markt für glasfaserverstärkte Kunststoffe in Europa nach Jahren des Wachstums. Die beiden Hauptanwendungsgebiete für GFK bleiben der Bau-/Infrastrukturbereich und der Transportbereich. Die derzeitige Absatzkrise im Automobilbereich zeigt sich direkt in den zu erwartenden Marktentwicklungen der GFK-Industrie. „Aufgrund von Marktverschiebungen sind die künftigen Marktaussichten im Bau-/Infrastrukturbereich erstmals seit vielen Jahren größer einzuschätzen als der Transportbereich“, so Dr. Elmar Witten, Geschäftsführer der AVK.

Composites-Technologien im Zusammenspiel

Einen besonderen Fokus richtete die Composites Europe in diesem Jahr auf die digitale Prozesskette. Unter dem Titel „Process live“ zeigten Maschinen- und Anlagenbauer auf gemeinsamen Ausstellungsflächen ihre Technologien im Zusammenspiel – und das im laufenden Betrieb, um einzelne Teilprozesse im Zusammenhang zu demonstrieren. Zur Premiere im vergangenen Jahr hatten sich drei Aussteller beteiligt – in diesem Jahr waren es bereits 16 Unternehmen.

Forum für Multimaterial-Leichtbau

Eines der Zukunftsthemen sind Multimaterial-Lösungen für den Leichtbau. Das Lightweight Technologies Forum (LFT) im Rahmen der Composites Europe zeigte in diesem Jahr erneut materialübergreifende Lösungen im Automobilbau, in der Luft- und Raumfahrt und im Maschinenbau. „Die Composites Europe und das Lightweight Technologies Forum dienen als wichtige Schnittstelle für Metall- und Faserverbund-Technologien“, unterstrich Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier die Bedeutung beider Veranstaltungen.

5th International Composites Conference (ICC)

Erstmals fand die International Composites Conference (ICC), die von der AVK im Namen von Composites Germany organisiert wird, zeitgleich zur Composites Europe statt. Auch thematisch rückten Messe und Konferenz dichter zusammen. So ergänzten geführte Themenrundgänge im Ausstellungsbereich die Konferenzvorträge.

Die kommende 15. Composites Europe findet vom 10. bis 12. November 2020 in Stuttgart statt.

mg

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