Marktstudie zu Klebstoffen aktualisiert

Wo wird überall Klebstoff eingesetzt und in welchen Mengen? Ceresana hat dazu in einer aktuellen Marktstudie den Markt für Klebstoffe in Europa untersucht.

Einer aktuellen Marktstudie von Ceresana zufolge wird der europäische Markt für Klebstoffe bis 2027 weiter wachsen. Für den angegebenen Prognosezeitraum erwarten die Analysten, dass die Nachfrage nach Klebstoffen pro Jahr um durchschnittlich 0,5 % zulegen wird. 2019 wurden demnach insgesamt 3,51 Mio. t verbraucht.

Markstudie zeigt: Klebstoffe für Papier und Verpackungen als Absatztreiber

In der Studie untersuchen die Marktexperten nicht nur den wachsenden Einsatz von Klebstoffen in der Fahrzeugindustrie, wo Aluminium und faserverstärkte Kunststoffe spannungsfrei mit Stahl verbunden werden müssen. Trotz Digitalisierung und immer mehr Kunststoffen werden nach wie vor erstaunliche Mengen Papier gebraucht: Der bedeutendste Absatzmarkt für Klebstoffe war im Jahr 2019 das Segment Papier und Verpackungen – mit rund 29 % des europaweiten Gesamtverbrauchs. Mit leichtem Abstand dahinter lag an zweiter Stelle die Bauindustrie. Weitere große Anwendungsbereiche für Klebstoffe sind die Holzverarbeitung, Leder, Schuhe und andere Konsumprodukte.

Sicher ist: Die Fahrzeugindustrie wird weiterhin ein wichtiger Treiber dieser Entwicklung sein. Egal welcher Antrieb letztendlich in einem Fahrzeug verbaut wird, ohne den Einsatz innovativer Fügetechnik lässt sich auch dieser Mobilitätswandel nur schwer realisieren. So stecken bereits heute in einem neuen Auto rund 18 kg Klebstoffe – von den wärmeableitenden Schutzschichten der Batteriezellen über die Leichtbau-Karosserie bis zu den crashsicheren Fenstern. Wo früher geschraubt, genietet oder geschweißt wurde, setzt die Fahrzeugindustrie immer häufiger Klebstoffe ein.

Vinyl-Klebstoffe sind gefragt

Laut der Markstudie waren 2019 insbesondere Vinyl-Klebstoffe gefragt. Sie bieten ein besonders breites Anwendungsspektrum. Zu den wichtigsten Sorten gehören Klebstoffe auf Basis von Polyvinylacetat (PVAC). Aus PVAC wird zudem Polyvinylalkohol (PVA) hergestellt, der ebenfalls als Klebstoff verwendet wird, etwa für poröse Materialien wie Papier, Pappe, Holz, Kork oder Leder. Die Hauptverbraucher von Vinyl-Klebstoffen sind die Papier-, Verpackungs-, Holzprodukt- und Bauindustrie; sie verwenden vornehmlich wasserbasierte Produkte und Schmelzklebstoffe.

Suche nach Alternativen zu Lösungsmitteln

Besonders physikalisch abbindende Klebstoffe enthalten zwischen 30 und 60 Gewichtsprozent organische Lösungsmittel, die von geklebten Flächen und aus offenen Tuben oder Flaschen verdampfen. Nicht nur als feuergefährlich, sondern auch als gesundheitsschädlich gelten dabei insbesondere aromatische Kohlenwasserstoffe: Ihre Dämpfe, etwa von Xylol oder Toluol, können süchtig machen und werden verdächtigt, krebsauslösend und mutagen zu wirken. Daher wird zunehmend nach gesundheits- und umweltverträglicheren Alternativen gesucht.

In Europa erreichten wasserbasierte Klebstoffe im Jahr 2019 bereits über 50 % des Gesamtverbrauchs. Wenn ein Klebstoff nur Wasser als Lösungsmittel enthält, müssen ihm allerdings Konservierungsstoffe zugesetzt werden, die wiederum für Allergiker problematisch sein können. Die Ceresana-Studie schlüsselt die Klebstoff-Marktdaten für einzelne Technologien auf: wasserbasierte Klebstoffe, Schmelzklebstoffe, lösungsmittel-basierte Klebstoffe, Reaktivklebstoffe und sonstige Produkte.

db

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