Marktprognose Biokunststoffe sieht starkes Wachstum

Globale Produktionskapazität von Biokunststoffen: Eine aktuelle Marktprognose sieht für bis 2026 ein starkes Wachstum. Grafik: EUBP/Nova-Institut

Die weltweite Produktion von Biokunststoffen wird in den nächsten fünf Jahren stark wachsen. Das zeigt eine neue Marktprognose von EUBP und Nova-Institut.

European Bioplastics (EUBP) präsentierte auf der 16. EUBP-Konferenz Anfang Dezember eine neue Marktprognose für Biokunststoffe mit hohen Wachstumsraten. Demnach wird sich die globale Produktion von Biokunststoffen in den nächsten fünf Jahren mehr als verdreifachen, so die Marktdaten, die European Bioplastics zusammen mit dem Nova-Institut erhoben hat.

Marktprognose mit starkem Wachstum

„Die Bedeutung einer Wachstumsrate von mehr als 200 Prozent innerhalb der nächsten fünf Jahre kann nicht hoch genug eingeschätzt werden. Bis zum Jahr 2026 wird der Anteil der Biokunststoffe an der gesamten weltweiten Kunststoffproduktion erstmals die Zwei-Prozent-Marke überschreiten“, erklärt François de Bie, Vorsitzender von European Bioplastics. „Die Erfolgsformel der Biokunststoff-Branche ist das Streben nach ständiger Innovation und der Mut, die notwendigen finanziellen Investitionen zu tätigen.“

Produktionskapazität für Biokunststoffe steigt

Die weltweite Produktionskapazität für Biokunststoffe soll von rund 2,4 jato im Jahr 2021 auf 7,5 jato im Jahr 2026 deutlich ansteigen. Biologisch abbaubares PBAT, dessen Produktion sich fast vervierfachen wird, aber auch PBS und biobasierte Polyamide sind die Haupttreiber dieses beeindruckenden Wachstums.

Auch die Produktion von Polymilchsäure (PLA) wird aufgrund weiterer Investitionen in Asien, den USA und in Europa weiter zunehmen. Die Produktionskapazitäten für biobasierte Polyolefine wie PE (Polyethylen) und PP (Polypropylen) sind ebenfalls gestiegen.

Biologisch abbaubare Kunststoffe – darunter PBAT, PLA und PBS – machen derzeit etwas mehr als 64 % (1,5 Mio. t) der weltweiten Produktionskapazitäten für Biokunststoffe aus. Biobasierte, nicht biologisch abbaubare Kunststoffe – darunter die Drop-in-Lösungen PE, PET und PA – haben einen Anteil von knapp 36 % (0,8 Mio. t).

Verpackungen bleiben größter Anwendungsbereich

Verpackungen bleiben mit fast 48 % (1,2 Mio. t) des gesamten Biokunststoffmarktes im Jahr 2021 der größte Anwendungsbereich für Biokunststoffe. Die Daten bestätigen aber auch, dass Biokunststoffe bereits in vielen Bereichen eingesetzt werden und sich laufend neue Anwendungsfelder erschließen. Segmente wie Konsumgüter, Fasern oder Landwirtschafts- und Gartenbauprodukte nehmen in ihrem relativen Anteil zu.

Mit Blick auf den Ausbau der Kapazitäten hat Asien seine Position als wichtiger Produktionsstandort weiter gestärkt: Fast 50 % der Biokunststoffe werden derzeit im asiatischen Raum hergestellt.

Anteil Europas wird deutlich sinken

Gegenwärtig befindet sich noch fast ein Viertel der Produktionskapazität in Europa. Der Anteil Europas wird jedoch in den nächsten fünf Jahren deutlich sinken. Im Gegensatz dazu wird Asien bis 2026 voraussichtlich die Marke von 70 % überschritten haben.

„Wir werden in den nächsten Jahren einen beeindruckenden Anstieg der Biokunststoffproduktion erleben. Dies erfordert auch den Ausbau der Produktionsanlagen. So kann unsere Branche auf die wachsende Nachfrage nach Biokunststoffen reagieren. Wie im letzten Jahr haben wir auch in diesem Jahr die Ankündigung zusätzlicher Produktionsstandorte gesehen“, sagt Hasso von Pogrell, Geschäftsführer von European Bioplastics.

Neue Ausgabe „Biopolymers – facts and statistics“

Auch das Institut für Biokunststoffe und Bioverbundwerkstoffe (IfBB) an der Hochschule Hannover veröffentlichte mit der diesjährigen EUBP-Konferenz eine neue Ausgabe seiner Broschüre „Biopolymers – facts and statistics“.

Die Broschüre bietet einen schnellen und gut verständlichen Überblick der aktuellen marktrelevanten und technischen Fakten im Biokunststoffsektor: vergleichende Marktzahlen zu einzelnen Werkstoffen, Regionen und Anwendungen, Prozessrouten, Diagramme zu Produktionskapazitäten und geographischer Verteilung. Die aktualisierte Ausgabe enthält zusätzlich auch neue Prozessrouten zu biobasierten Polyvinyl-Chloriden und Polyacrylaten.

Die Broschüre kann auf der IfBB-Webseite kostenlos heruntergeladen werden.

mg

Schlagwörter: