Märklin-Loks fahren seit 160 Jahren

Back to Beiträge

Einmal Lokführer sein, Durchsagen machen und Warnsignale geben – Märklin macht seit 160 Jahren Kinder und „große Jungs“ zu Lokführern.

Im Laufe der 160-jährigen Unternehmensgeschichte hat sich der Modellbahnbauer aus Göppingen stets weiterentwickelt, immer mit dem Anspruch auf Perfektion. Dies gilt für die robusten, kindgerechten Lokomotiven über filigrane Modelle für erwachsene Modelleisenbahn-Fans bis hin zu großen, besonders detailgetreuen Spur 1-Produkten im Maßstab 1:32.

Anfänge mit Blechspielwaren

Das 1859 von Theodor Friedrich Wilhelm Märklin gegründete Unternehmen entwickelte sich von einer kleinen Fabrik für Blechspielwaren zum heute weltweit bekannten Marktführer im Modellbahnbereich. 1888 übernahmen die Söhne Eugen und Karl Märklin die Firma als Gebr. Märklin. 1891 präsentierten die Brüder auf der Leipziger Frühjahrsmesse erstmals eine Modelleisenbahn.

Vor zehn Jahren musste Märklin Insolvenz anmelden. Doch in den Folgejahren gelingt die Sanierung, ein Notverkauf kann abgewendet werden. Die Familie Sieber, Inhaber des Spielwarenherstellers Simba Dicki – einer Unternehmensgruppe mit Hauptsitz in Fürth, zu der auch Bobby-Car-Hersteller Big zählt – erkennt schließlich das Potenzial von Märklin und übernimmt das Unternehmen 2013. Den neuen Eigentümern gelingt es, durch eine Neuausrichtung von Marketing und Vertrieb, die Marke zu modernisieren und das Image zu verbessern.

Seitdem werden auch wieder junge Zielgruppen angesprochen: „Märklin my world“ richtet sich an Kinder ab drei Jahren. Diese Spielzeugeisenbahnen sind aus robustem, kindgerechtem Kunststoff hergestellt. Die Produktlinie „Start up“ ist im Anschluss etwas für Schulkinder ab sechs Jahren und der Einstieg in die elektrische Modelleisenbahn: Die Fahrzeuge sind kompatibel mit den nachfolgenden professionellen Märklin H0-Modellen.

Märklin hat seit der Übernahme laut Geschäftsführer Florian Sieber immer schwarze Zahlen geschrieben. Im abgelaufenen Geschäftsjahr (30. April 2019) erzielte Märklin einen Umsatzzuwachs von 4 Mio. EUR auf 112 Mio. EUR. Die Zuwächse resultieren aus allen Bereichen des Unternehmens. So steigerte insbesondere die Lizenz zum Film „Jim Knopf und Lukas der Lokomotivführer“ den Umsatz im Kindersegment. Von der Startverpackung konnten bis dahin rund 10.000 Stück abgesetzt werden. Stark zugelegt haben außerdem die Profilinien für Sammler.

Kunststoffverarbeitung in Ungarn mit 31 Spritzgießmaschinen

Das Unternehmen beschäftigt im Stammwerk Göppingen und in Györ (Ungarn) derzeit knapp 1200 Mitarbeiter. Die Fertigungstiefe ist hoch. An beiden Standorten gibt es eine Spritzgießerei. Dafür wurde in Györ vor fünf Jahren eine neue Produktionshalle in Betrieb genommen. Hier befinden sich 31 Spritzgießmaschinen mit Schließkräften von 350 bis 6000 kN und einem maximalen Spritzgewicht von 2,3 kg.

sk

Share this post

Back to Beiträge