Leichter Einstieg in die Verarbeitung von LSR

Zwei Varianten in einem Schuss: Auf der PX 121 von Krauss Maffei entsteht ein Deckel für dickwandige Porzellanbecher und einer für das Pfandsystem Recup. Foto: Krauss Maffei

Mit Komplettsystemen zur Fertigung nachhaltiger Kaffeedeckel aus Flüssigsilikon (LSR) erleichtert Krauss Maffei den Einstieg in die LSR-Verarbeitung.

In die Produktion der nachhaltigen Kaffeedeckel aus LSR für den Kaffee unterwegs kann jeder Thermoplast-Verarbeiter durch die schlüsselfertigen Anlagen risikofrei einsteigen. Artikel wie die Becherabdeckung sind mit ihrer relativ einfachen Geometrie dafür besonders geeignet. Hier braucht es keinen eigenen Prozessspezialisten, denn die Komplettsysteme von Krauss Maffei bringen das nötige Fachwissen und ein entsprechendes Partnernetzwerk mit, etwa den Werkzeugbauer Ach Solution und den Materialhersteller Wacker Chemie, der temperfreie Low Volatile-Rezepturen wie die Elastosil LR5040 Serie bereitstellt. Die drei Unternehmen kooperieren in diesem Projekt, um Silikone und deren Verarbeitung mehr in die Breite zu tragen.

So entstehen auf einer vollelektrischen Spritzgießmashine PX 121-180 Silcoset in einem Schuss gleich zwei unterschiedliche Abdeckungen: Eine für dickwandige Porzellanbecher und eine für das Pfandsystem Recup, das inzwischen in vielen Städten und Regionen verbreitet ist. Die Artikelgewichte liegen bei 38 und 50 g, wobei der schwerere Recup-Deckel eine dekorative Besonderheit aufweist. Die angebrachte Lasche kann mit Werbung oder einer kleinen Botschaft per Laser verziert werden.

Verarbeitung von LSR: größte Herausforderung ist niedrige Viskosität

Die größte Herausforderung bei der Verarbeitung von Flüssigsilikon stellt seine niedrige Viskosität dar. Das Werkzeug muss extrem dicht schließen, um einen stabilen Prozess zu erreichen, sehr häufig legt man sogar ein Vakuum an. Zudem ist die Temperaturführung im Vergleich zu Thermoplasten umgekehrt. Das Werkzeug wird beheizt, damit der Vernetzungsprozess überhaupt starten kann.

Perfekte Abdichtung zwischen Dosier- und Spritzeinheit

Die vollelektrische PX Silcoset ist der Mittelpunkt für die Komplettlösungen für die Verarbeitung von LSR. Foto: Krauss Maffei

Maschinenseitig kommt es ebenfalls auf die perfekte Abdichtung der Dosier- und Spritzeinheit an. Da Silikone vergleichsweise großen Chargen- und dadurch ausgelösten Prozessschwankungen unterliegen, muss man zudem besonders auf die Gewichtskonstanz der gefertigten Bauteile achten. Die Maschinenfunktion APC plus ermittelt beim Silcoset-Verfahren während laufender Produktion die Viskosität des Materials und gleicht im Zyklus das Füllvolumen von Schuss zu Schuss an.

Nach der Entnahme und Kameraprüfung auf vollständige Entformung und geometrische Korrektheit, sind die Kaffeedeckel dann ohne Tempern sofort bereit für den Genuss-Einsatz. So leicht und risikofrei kann man mit dem richtigen Partner am Wachstumsmarkt Silikon teilhaben. Weitere Steigerungsraten werden bereits vorhergesagt.

Silikon ist flexibel, antibakteriell, temperaturbeständig, langlebig und es enthält keine Weichmacher. Diese Eigenschaften machen es zum idealen Rohstoff für die Deckel von Kaffeebechern, denn man kann sie dann leicht bei sich tragen und später in der heimischen Spülmaschine reinigen. Sogar bei Pfandbecher-Systemen muss der Deckel aus Hygiene-Gründen meist separat gekauft werden, und bei Einmal-Gefäßen lässt sich mit einem eigenen Deckel der Abfall sinnvoll reduzieren.

sk