Leichtbau nachhaltiger gestalten

Leichtbau nachhaltiger gestalten: 100 % biobasierter Verbundwerkstoff mit Polymilchsäure-Matrix und Flachsfasergewebe. Foto: Lanxess

Lanxess präsentiert auf der Fakuma nachhaltige Leichtbaulösungen. Rezyklate und biobasierte Vorprodukte sollen Ressourcen und dem Klimaschutz helfen.

Lanxess legt auf der diesjährigen Fakuma einen Fokus auf nachhaltige Material- und Leichtbaulösungen. „Wir wollen mit unseren Kunststoff-Compounds und Verbundwerkstoffen Vorreiter beim Aufbau von Stoffkreisläufen, der Schonung von Ressourcen und dem Klimaschutz sein. Daher setzen wir in unserer Produktion auf den industriellen Einsatz von zirkulären und biobasierten Vorprodukten und Monomeren“, erklärt Jan Bender, Leiter Marketing EMEA im Geschäftsbereich High Performance Materials (HPM).

Schwerpunkte von Lanxess auf der Fakuma sind die Markteinführung einer Hohlprofil-Hybridtechnik als Leichtbautechnologie und neue Materialien bei halogenfrei flammgeschützten Polyamiden und Polyestern. Außerdem geht es um Werkstoffe und Bauteilkonzepte für den Zukunftsmarkt „Neue Mobilität“ – so unter anderem um leichte Strukturbauteile auf Basis der endlosfaserverstärkten Composites Tepex im Bereich der Pkw-Batterie.

Leichtbau mit nachhaltigen Bio-Composites

Lanxess erweitert seine endlosfaserverstärkten thermoplastischen Composites der Marke Tepex um besonders nachhaltige Varianten. So bietet das Unternehmen in großserientauglicher Qualität einen Verbundwerkstoff an, der komplett aus natürlichen Ressourcen hergestellt ist. In ihm sind Flachsgewebe mit biobasierter Polymilchsäure als Matrixmaterial kombiniert. Seine gewichtsspezifische Festigkeit liegt in etwa auf gleicher Höhe wie die eines herkömmlichen Tepex Dynalite, das mit Glasfasergeweben verstärkt ist.

„Anwendungen sehen wir zum Beispiel in Sportartikeln, Pkw-Interieurteilen und elektronischen Gehäusekomponenten“, so Bender. Das neue Flachs-Composite ist mit seiner thermoplastischen Matrix wie seine fossil-basierten Tepex-„Geschwister“ vollständig rezyklierbar. Es steht im Produktportfolio nachhaltiger Verbundwerkstoffe neben Tepex Dynalite, dessen Matrix aus rezyklierten Polycarbonat-Wasserflaschen gewonnen wird.

Hohlprofil-Hybridtechnik in der Markteinführung

Die Markteinführung der Hohlprofil-Hybridtechnik von Lanxess ist inzwischen so weit vorangeschritten, dass sich verschiedene Entwicklungsprojekte im Prototypenstadium befinden. Mit der neuen Leichtbautechnik sind metallische Hohlprofile per Spritzguss funktionalisierbar. Entwickelt werden damit u.a. Instrumententafelträger, die deutlich torsionssteifer und -fester sind als Komponenten in „klassischer“ Kunststoff-Metallblech-Hybridbauweise.

In Hybridtechnik mit Hohlprofil gefertigte Demonstratorbauteile. Sie zeichnen sich durch eine hohe Torsionsfestigkeit und -steifigkeit aus. Foto: Lanxess

Bender: „Wir verfügen über Simulationstools, die den Produktionsprozess und die Qualität der Verbindung zwischen Metall und Kunststoff präzise abbilden. Zum Beispiel können wir das Belastungsverhalten der Hohlprofilhybride genau vorhersagen.“

Sehr flammwidrig, hohe Bruchdehnung

Als neues halogenfrei flammgeschütztes Material stellt Lanxess auf der Fakuma u.a. ein unverstärktes Polyamid 6-Compound vor. Es besteht in allen Farben den Flammschutztest UL 94 des US-Prüfinstituts Underwriters Laboratories Inc. mit der Einstufung V-0 (0,4 bis 3,0 mm) und ist als wirtschaftliche Alternative zu entsprechenden Polyamid 66-Compounds konzipiert.

„Es eignet sich besonders zur Großproduktion von Bauteilen mit dünnen Wanddicken wie etwa Reihenklemmen“, erläutert Bender. Eine Stärke des Materials ist die hohe Bruchdehnung auch im spritzfrischen Zustand, so dass Bauteile direkt nach ihrer Herstellung montiert werden können.

Compounds mit hohem Rezyklatanteil

Bei den PBT-Compounds der Marke Pocan gibt es ISCC-zertifizierte Produktneuheiten – so etwa Pocan ECOB3235 und das flammgeschützte ECOB4239, die mit jeweils 30 Gew.-% Rezyklatglasfasern (Massenbilanzverfahren) verstärkt sind.

mg

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