Leichtbau: Kreislaufwirtschaft und CO2-Fußabdruck als Treiber

Kreislaufwirtschaft und CO2-Fußabdruck sind die Treiber für neue Leichtbautechnologien. Dabei gewinnt Design for Recycling an Bedeutung.

Die Leichtbaubranche setzt sich derzeit intensiv mit Lösungen zur Reduktion des CO2-Fußabdrucks und Stärkung der Kreislaufwirtschaft auseinander. Das wurde auf der Jahrestagung der VDMA-Arbeitsgemeinschaft Hybride Leichtbau Technologien, die am 12. Februar 2021 stattfand, deutlich.

Besonders im Automobilsektor wächst der Druck, einer klimaneutralen Fertigung immer näher zu kommen und dies auch durch Daten belegen zu können. Zudem lassen sich geldwerte Vorteile durch CO2-Einsparung erwirtschaften, wenn die politisch gewollte Besteuerung nach CO2-Intensität richtig greift.

Design for Recycling auch im Leichtbau

Neben nachhaltiger Produktion gewinnt die Rezyklierbarkeit von Kunststoffprodukten eine immer größere Bedeutung. Noch stellt es eine gerade im hybriden Leichtbau mit seinen Materialverbünden eine Herausforderung dar, die Vorteile besonders leichter Materialverbünde mit einem Produktdesign im Sinne der Recyclingfähigkeit zu verbinden.

Industrie und Forschung arbeiten gemeinsam an neuen Methoden für das werkstoffliche Recycling hybrider Leichtbauteile, die neben der Verbesserung der Ökobilanz auch wirtschaftliche Vorteile bieten. Bei der Neuentwicklung von Leichtbauteilen muss das Design for Recycling den gleichen Stellenwert haben wie Funktionalität und Produktionseffizienz.

CO2-Fußabdruck im Maschinenbau

Marc Kirchhoff, Vorsitzender der VDMA-Arbeitsgemeinschaft Hybride Leichtbau Technologien: „Mit einer positiven CO2-Bilanz punkten“. Foto: VDMA

Die Betrachtung des CO2-Fußabdrucks bekommt für Maschinenbauer immer größere Bedeutung. Der Vorsitzende der VDMA-Arbeitsgemeinschaft, Marc Kirchhoff von der Firma Trumpf, stellt fest: „Neben den CO2-Emissionen am eigenen Produktionsstandort ist es die Energie- und Ressourceneffizienz der Maschinen und Anlagen, die wir unseren Kunden liefern. Aber auch mit der positiven CO2-Bilanz der auf diesen Maschinen gefertigten Leichtbauprodukte können wir punkten.“

Kirchhoff ergänzt: „Die Fokussierung auf Kreislaufwirtschaft und CO2-Fußabdruck eröffnet neue Anwendungsfelder für den hybriden Leichtbau. Sie treibt die Entwicklung – nicht zuletzt auch die Digitalisierung von Produktionsprozessen – voran!“

EU will Kreislaufwirtschaft befördern

Klimaschutz und nachhaltiger Umgang mit Rohstoffen leitet weltweit Politik und Gesetzgebung. Die Europäische Union strebt im Rahmen ihres Green Deal bis zum Jahr 2050 Klimaneutralität an. Um dieses Ziel zu erreichen, plant die EU schon für dieses Jahr konkrete Maßnahmen. Dazu gehören zum Beispiel eine CO2-Bepreisung oder Quoten zur Rezyklat-Verwendung, um die Kreislaufwirtschaft bei Kunststoffen zu befördern.

Aber nicht nur in Europa spielen Nachhaltigkeitsziele eine Rolle. CO2-Regelungen pro Klimaschutz und der Ausbau erneuerbarer Energien finden sich auch auf der Agenda des bevorstehenden Fünfjahresplans in China – einem der wichtigsten Absatzmärkte für Leichtbautechnologien.

mg