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Unternehmen 25. September 2023

Lego: Doch keine Bausteine aus rPET

Lego stoppt seine Pläne, Bausteine künftig aus rPET zu fertigen. Während der Lebensdauer des Produkts hätte dies zu höheren CO2-Emissionen geführt.

Lego wird nun doch keine Bausteine aus 100 % rPET herstellen, weil der CO2-Fußabdruck im Vergleich zu ABS größer wäre.
Lego wird nun doch keine Bausteine aus 100 % rPET herstellen, weil der CO2-Fußabdruck im Vergleich zu ABS größer wäre.

Lego-CEO Niels Christiansen erklärte gegenüber der Financial Times, dass die Verwendung von recyceltem PET (rPET), gewonnen aus gebrauchten PET-Flaschen, zu höheren CO2-Emissionen geführt hätte, da dafür neue Anlagen erforderlich gewesen wären. Stattdessen will der Spielwarenhersteller nun die Kohlenstoffbilanz von ABS verbessern, indem schrittweise mehr biobasierte und recycelte Materialien eingesetzt werden sollen.

„Es geht nicht darum, von heute auf morgen von 0 auf 100 Prozent nachhaltig zu werden. Aber man fängt damit an, dass ein Teil des Materials entweder auf biologischen Materialien oder auf recycelten Materialien basiert. Vielleicht sind es 50 Prozent, 30 Prozent oder 70 Prozent, die darauf basieren“, sagte Christiansen der Tageszeitung. Er räumte jedoch ein, dass dies die Kommunikation mit den Verbrauchern erschweren würde, da es zunächst unmöglich wäre, das Ausmaß der Emissionsreduzierung in jedem einzelnen Set anzugeben.

Man habe geglaubt, mit rPET das Problem der Nachhaltigkeit lösen zu können, so Christiansen. Nachdem man Hunderte von Materialien getestet habe, stehe nun fest, dass man kein adäquates Ersatzmaterial finden konnte.

rPET benötigt beim Verarbeiten mehr Energie

Tim Brooks, Leiter der Nachhaltigkeitsabteilung von Lego, erklärte laut Financial Times, dass rPET weicher sei als ABS und zusätzliche Additive benötigt würden, um ihm eine ähnliche Sicherheit und Haltbarkeit wie dem bisherigen Kunststoff zu verleihen, sowie große Mengen an Energie, um es zu verarbeiten und zu trocknen. „Es ist, als würde man versuchen, ein Fahrrad aus Holz statt aus Stahl herzustellen“, sagte er. „Um die Produktion von rPET in größerem Umfang zu ermöglichen, müssten wir in unseren Fabriken alles umstellen. Nach all dem wäre der CO2-Fußabdruck höher gewesen. Das war enttäuschend.“

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Verzicht auf fossile Brennstoffe versus CO2-Fußabdruck

Brooks sagte der Financial Times, Lego lege den Fokus von nachhaltigen Materialien auf emissionsärmere und potenziell zirkuläre Materialien, die recycelt und wiederverwendet werden können: „rPET ist ein großartiges Beispiel dafür, dass wir nicht versuchen, dogmatisch zu sein.“

Der weltgrößte Spielzeughersteller hatte vor zwei Jahren Prototypen seiner Bausteine aus rPET gezeigt. Er hat sich zum Ziel gesetzt, bis 2030 alle erdölbasierten Kunststoffe in den rund 20 Materialien, die er für seine Spielsets verwendet, zu eliminieren. Im Jahr 2018 hat Lego Polyethylen durch einen pflanzlichen Werkstoff ersetzt, um Teile wie Bäume und Sträucher zu produzieren. sk

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