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Kurz Gruppe: Hoher Invest in nachhaltige Produktion

Die Photovoltaik-Anlage ist für die Kurz Gruppe ein Invest, um die Spritzgießproduktion nachhaltiger zu gestalten. Foto: Kurz Gruppe

Die Kurz Gruppe hat über 1 Mio. EUR investiert, um die Produktion in Haigerloch-Owingen nachhaltiger zu gestalten – 50 % weniger Strom sind das Ergebnis.

Mit Hilfe weiterer Investitionen in die nachhaltige Produktion will der Kunststoffverarbeiter in absehbarer Zeit CO2-neutral werden sowie das Tochterunternehmen Kurz Plast in Kiskörös/Ungarn im ökologischen Sinne ertüchtigen. In den nächsten vier bis fünf Jahre, so der Plan, will der schwäbische Mittelständler klimaneutral produzieren – um Verantwortung für die Gestaltung der Welt von morgen zu übernehmen. Daneben erhofft es sich von der Einführung stromsparender Technologien und der Umstellung auf erneuerbare Energiequellen auch eine signifikante Kostenreduzierung.

Die Kurz Gruppe hat sich auf die Herstellung komplexer Werkzeuge und komplexer Spritzgussteile aus thermoplastischen und duroplastischen Kunststoffen spezialisiert. Insgesamt 215 Mitarbeiter hat das Unternehmen, das im vergangenen Jahr rund 20 Mio. EUR Umsatz erzielte, an den beiden Standorten.

Nachhaltige Lösung: Maschinenabwärme heizt die Produktionshalle

Nachhaltigkeit ist in der Kurz Gruppe schon seit vielen Jahren ein Thema: Beispielsweise wird seit Mitte der 1980-er Jahre die Maschinenabwärme zur Heizung der Produktionshalle genutzt. Ab dem Jahr 2018 hat der Kunststoffverarbeiter das Engagement, den ökologischen Fußabdruck noch kleiner ausfallen zu lassen, deutlich verstärkt. Beispielsweise wurde 2019 eine energie- und wassersparende neue Kühlanlage angeschafft, und in den Jahren 2018 und 2020 ersetzte man herkömmliche Kompressoren durch moderne Schraubenkompressoren, mit denen sich Wärme zurückgewinnen lässt.

Größter Teil der Investitionen ging in eine Photovoltaik-Anlage

Der Löwenanteil der Investition in grüne Technologien floss allerdings in eine Photovoltaik-Anlage, die auf der 4.500 m2 großen Wiese in der Nähe der Produktionsstätte aufgebaut wurde und seit der Inbetriebnahme Anfang 2021 etwa 560 KWp Leistung bringt.

Stromkosten und CO2-Emissionen binnen fünf Jahren halbiert

So gelang es dem Unternehmen, den Stromverbrauch am Standort Owingen innerhalb von fünf Jahren auf die Hälfte zu senken, oder konkret ausgedrückt, von seinerzeit rund 2,4 GWh auf heute 1,2 GWh. Ähnlich sieht es bei den CO2-Emissionen aus, die von 1.457 t im Jahr 2017 auf 715 t im vergangenen Jahr gesenkt wurden. „Vor allem der Ausbau der Photovoltaik hat wesentlich zur Verbesserung der Werte beigetragen“, erklärt Jochen Merz, Geschäftsführer der Kurz-Gruppe. „Obwohl die Sonne 2021 nicht gerade im Übermaß geschienen hat, erreichten wir dank der neu installierten Photovoltaik eine Gesamtleistung von über 677 Megawattstunden. Das entspricht einer doch recht hohen Effektivitäts-Rate von 77 Prozent.“

Photovoltaik-Anlage soll ausgebaut werden

Die Photovoltaik-Anlage will die Kurz Gruppe in Zukunft weiter ausbauen, etwa indem man einen Teil der Parkplätze überdacht und ebenso wie weitere Gebäudedächer mit Solarpaneelen bestückt. Schließlich denkt man auch über die Anschaffung eines Stromspeichers mit ausreichender Ladekapazität nach, damit die Tagesspitzen und Wochenenderträge der Photovoltaik-Anlagen für die Produktion im Nachtschichtbetrieb genutzt werden können. Allerdings warten die Owinger mit der Umsetzung dieses Plans noch ab in der Hoffnung, dass die Anschaffung eines solchen „Superakkus“ bald etwas günstiger ausfallen wird. Am ungarischen Standort zieht die Kurz Gruppe den Aufbau einer Photovoltaik-Anlage mit rund 500 KWp in Erwägung.

Weitere Investitionen sollen in den Ausbau der Stromtankstellen fließen, mit deren Hilfe die E-Fahrzeuge im Fuhrpark des Unternehmens quasi mit eigenem Strom aufgetankt werden können. Der Fuhrpark wird nach und nach auf Hybrid- oder reine Elektrofahrzeuge umgestellt.

Mehr energieeffizientere Spritzgießmaschinen in Zukunft

Auch bei den Spritzgießmaschinen wird es künftig energieeffizienter: Neuanschaffungen sollen – wenn möglich – vollelektrisch oder zumindest hybrid sein.

sk