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Kunststoffproduktion: Erholung aus der Covid-19-Krise

Der Steamcracker II ist das "Herzstück" der Verbundproduktion am Standort Ludwigshafen der BASF. Seit 1981 ist dieser Gigant in Betrieb und spaltet unter Zusatz von Wasserdampf bei etwa 850 °C Rohbenzin auf. Dabei entstehen im wesentlichen Ethylen und Propylen. Foto: BASF

Die Covid-19-Krise traf auch die europäische Kunststoffproduktion hart. Doch der Trend weist auf eine vorsichtige Erholung hin.

Plastics Europe hat mit „Plastics – the Facts 2020” die neue Zahlen der europäischen Kunststoffproduktion vorgelegt, die eine beginnende Erholung in der Covid-19-Krise andeuten.

Kunststoffproduktion in Europa steigt seit Mitte 2020

Seit Mitte 2020 erholt sich die Kunststoffproduktion in Europa wieder – nach einem harten Einbruch mit Beginn der Corona-Krise im 1. Quartal 2020. Index 2015=100 (Jahresdurchschnitt); Schätzung für 2020. Quelle Plastics Europe

Bereist seit 2018 ist ein Rückgang der Kunststoffproduktion in Europe (EU 28 plus Schweiz und Norwegen) zu beobachten. Die Covid-19-Pandemie hat im ersten Halbjahr 2020 diesen Rückgang deutlich verstärkt, doch bereits in der zweiten Jahreshälfte stieg die Produktionsmenge der europäischen Kunststofferzeuger wieder.

Produktionsniveau vor Covid-19-Krise frühestens in 2022

Die Erholung wird laut einer Prognose von Plastics Europe im letzten Quartal 2020 und im Jahr 2021 fortsetzen. Allerdings hängt die Geschwindigkeit der Erholung von den weiteren Auswirkungen der Covid-19-Krise und von der Nachfrage nach Kunststoffen aus wichtigen Abnehmerindustrien wie der Automobilindustrie oder dem Bausektor ab. Das Produktionsniveau vor der Covid-19-Pandemie wird nicht vor 2022 erreicht werden.

Gesamtjahr 2020: Rückgang der Produktion um 8,5 %

Kunststoffnachfrage nach Segment und Polymertyp in 2019. Quelle: Plastics Europe Market Research Group / Conversio Market & Strategy

Für das Gesamtjahr 2020 rechnet Plastics Europe mit einen Rückgang der europäischen Kunststoffproduktion um 8,5 % gegenüber dem Vorjahr 2019. Bereits 2019 zeigen die Zahlen für Europa einen Rückgang bei Produktion (57,9 Mio. t) und Nachfrage (50,7 Mio. t) gegenüber 2018 (61,8 Mio. t und 51,2 Mio. t). Dies ist vor allem auf den gesunkenen Bedarf bei klassischen Konsumgüterindustrien zurückzuführen, namentlich Automobil, Verpackung und Elektrik/Elektronik.

Dabei ist der Verbrauch an verschiedenen Kunststofftypen verteilt über die einzelnen Abnehmerindustrien über die Jahre relativ konstant geblieben. So gingen 2019 von den insgesamt 50,7 Mio. t Kunststoff 39,6 % in die Verpackung (überwiegend PE, PP und PET), gefolgt von 20,4 % beim Bau (vor allem PVC, PE und PUR) und 9,6 % im Automobilbau (technische Thermoplaste, PP und PUR).

Exportüberschuss über 13 Mrd. EUR

Die wichtigsten EU-Handelspartner für Kunststoffe und Kunststoffprodukte im Jahr 2019 (nach Wert). Quelle Eurostat

Trotz des Produktions- und Nachfragerückgangs konnte die europäische Kunststoffindustrie in 2019 mit einer positiven Handelsbilanz von mehr als 13 Mrd. EUR abschließen. Dabei waren für die Kunststofferzeuger auf der Exportseite die USA und China die wichtigsten Handelspartner.

Global ist die Kunststoffproduktion im Jahr 2019 erneut gestiegen ist – wenn auch langsamer als in den Vorjahren. Größter Hersteller und Inverkehrbringer bleibt China, das für fast ein Drittel der weltweiten Kunststoffproduktion steht.

Das Branchenkompendium „Plastics – the Facts 2020“ mit aktualisierten Daten zur Kunststoffproduktion und -nachfrage für das Jahr 2019 sowie Zahlen zur Abfallwirtschaft 2018 ist jetzt online in englischer Sprache verfügbar.

mg