Kunststoffindustrie als Innovationstreiber und Zukunftsgarant

Auf der K 2019 zeigten Aussteller aus Mitteldeutschland, warum die Kunststoffindustrie in ihrer Region als Innovationstreiber und Zukunftsgarant gilt.

Rund 70 Aussteller aus Mitteldeutschland nutzten die K 2019 als Leistungsschau, um die Innovationskraft und Zukunftsfähigkeit ihrer Produkte und Dienstleistungen aus der Kunststoffindustrie unter Beweis zu stellen. Höhepunkt war der bundesländerübergreifende „Mitteldeutsche Abend“, der die Bedeutung der Kunststoffindustrie in diesem Wirtschaftsraum herausstellte. Gäste aus Wirtschaft, Wissenschaft und Politik diskutierten, wie Global-Player, Mittelständler, Start-ups und führende Forschungsinstitute gemeinsam Lösungen finden, die Kunststoffproduktion mit innovativen Verfahren und Produkten nachhaltiger zu gestalten.

Die über 750 Unternehmen der kunststoffverarbeitenden Industrie in Sachsen-Anhalt, Brandenburg, Sachsen und Thüringen mit rund 65.000 Beschäftigten haben im Jahr 2017 rund 14 Mrd. Euro umgesetzt, die Unternehmen der Chemieindustrie nicht berücksichtigt. Rund 30 % ihrer Produkte gingen ins Ausland.

Mitteldeutschland konzentriert sich auf Zukunftsstrategien

Laut Wolfgang Tiefensee, Thüringens Minister für Wirtschaft, Wissenschaft und Digitale Gesellschaft, ist die kunststoffverarbeitende Industrie mit etwa 200 Unternehmen, rund 20.000 Beschäftigten und einem Umsatz von cirka 3,5 Mrd. Euro ein sehr bedeutender Industriezweig in Thüringen. „Die Thüringer Kunststoffbranche ist durch eine ausgeprägte interdisziplinäre Zusammenarbeit innerhalb der Wertschöpfungsketten gekennzeichnet. Zum Aufbau der Mitteldeutschen Netzwerke ist die Zusammenarbeit mit Mitteldeutschen Unternehmen und Forschungseinrichtungen essenziell. Gerade in Zeiten mit Unsicherheiten in bestimmten Weltmärkten, zum Beispiel Protektionismus und Brexit, müssen die Akteure ihre Kräfte bündeln, um den Wandel zu einer effizienten Rohstoffnutzung für nachhaltiges Wirtschaften zu beschleunigen.“

Sachsens Wirtschaftsminister Martin Dulig sagte bereits im Vorfeld der K 2019: „Die länder- und branchenübergreifende Zusammenarbeit ist eine wichtige Grundlage für den Erfolg in den beteiligten Ländern. Sachsen bringt dabei nicht nur die Kompetenzen in der Kunststoffverarbeitung ein, sondern bietet ein ausgezeichnetes Umfeld für Prozess- und Technologieinnovationen. Der Freistaat Sachsen hat sich in seiner Zukunftsstrategie mit den Möglichkeiten der Digitalisierung und den Potenzialen von Industrie 4.0 auseinandergesetzt. Durch die Anwendung der neuen Technologien können neue Arbeitsfelder erschlossen und kreative Prozesse in Gang gesetzt werden. Die kunststoffverarbeitende Industrie in Sachsen profitiert davon und ermöglicht gleichzeitig, dass die enge Kooperation in der Kunststofftechnik mit den mitteldeutschen Ländern und Brandenburg zu einer Stärkung der gesamten Region führt.“

Kunststoffindustrie bleibt Innovationstreiber und Zukunftsgarant

Dr. Jürgen Ude, Staatssekretär im Ministerium für Wirtschaft, Wissenschaft und Digitalisierung des Landes Sachsen-Anhalt, sagte: „Weltweit steigt die Nachfrage nach Kunststoffprodukten, doch das Image der Branche wird verstärkt angegriffen. Berichte über Plastikmüll in den Ozeanen oder Mikro-Plastik in der Luft erhöhen den Druck auf die Hersteller. Die Kunststoffindustrie in Mitteldeutschland hat in den 30 Jahren seit der Wende ihre Wandlungsfähigkeit bewiesen und sich immer wieder neu erfunden. Sie leistet einen herausragenden Beitrag zu Produkt- und Prozessinnovationen. Ich bin deshalb überzeugt, sie bleibt Innovationstreiber und wird ihrer Schlüsselrolle als Zukunftsgarant für Branchen wie Medizintechnik, die Automobilindustrie oder Informations- und Kommunikationstechnik auch weiterhin gerecht. Die länderübergreifende Suche nach innovativen Lösungen für nachhaltigere Produkte unterstützen wir, denn wir wissen, dass die Umstellung auf ein regeneratives System eine komplexe Herausforderung gerade für unsere überwiegend mittelständisch geprägte Unternehmenslandschaft ist.“

Auch Professor Dr. Alexander Böker, Institutsleiter des Fraunhofer-Institut für Angewandte Polymerforschung IAP in Potsdam, ist von der Innovationskraft der mitteldeutschen Kunststoffindustrie überzeugt: „In den kommenden 25 Jahren werden Innovationen im Bereich der Polymerforschung entstehen, indem Disziplinen wie Physik, Chemie, Biologie, Medizin, Informationstechnologie und Maschinenbau noch stärker miteinander verschmelzen. Durch diese Kombination werden Werkstoffe entstehen, die bisher nicht möglich erschienen, völlig neue Eigenschaftsprofile besitzen und neue Anwendungsgebiete eröffnen.“

kus

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