Kunststoffe in der Blockchain

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Domo, Circularise und Covestro kooperieren bei der Rückverfolgbarkeit von Kunststoffen. Eine Blockchain macht den Materialkreislauf transparent.

Mithilfe der Blockchain-Technologie möchte eine neu gebildete Projektgruppe namens Circularise Plastics die Kreislaufwirtschaft für Kunststoffe revolutionieren. Die Gruppe besteht aus den drei Unternehmen Domo, Covestro und Circularise. Domo ist Hersteller von Polyamiden, Covestro produziert PUR- und Polycarbonat, und Circularise ist eine neues Start-up, das den Materialfluss über Wertschöpfungsketten hinweg transparent macht.

Die neu gebildete Projektgruppe Circularise Plastics zielt darauf ab, einen offenen Standard für Nachhaltigkeit und Transparenz in der Kunststoffindustrie zu etablieren. Auf der Fachmesse K 2019 werden Domo (Halle 5, Stand A43), Covestro (Halle 6, Stand A75) und Circularise mit Kunden über das Projekt diskutieren und weitere Partner einladen, die sich ihnen auf dem Weg zur Kreislaufwirtschaft anschließen.

Blockchain in der Kunststoff-Lieferkette

Register- und Trackingsysteme sind der Schlüssel bei der Fortschrittsbewertung globaler zirkulärer Ziele. Blockchain kann Transparenz dort schaffen, wo sie am dringendsten benötigt wird – insbesondere wenn es um die Rückverfolgbarkeit der Lieferkette in der Kunststoff-Branche geht. „Einheitliche Standards für die Rückverfolgbarkeit bis zur Herkunft ermöglichen es, den Materialien einen Herkunftsnachweis beizufügen“, sagt Alex Segers, CEO von Domo.

Die drei Hauptziele sind: Kreisläufe wählen, aufbauen und schließen. Zunächst werden von geeignete Werkstoffe ausgewählt und für Lieferanten und Hersteller Anreize geschaffen, rückverfolgbare, nachhaltige und zirkuläre Materialien und Produkte zu erstellen. Für die umgekehrte Logistik sowie Rücknahme von Produkten, Materialien und Komponenten braucht es dann die Bereitstellung aller relevanten Informationen.

Domo, Circularise und Covestro kooperieren bei der Rückverfolgbarkeit von Kunststoffen. Foto: Covestro

Materialpässe für die Rohstoffe

Die Kompatibilität von Blockchains ist ein wichtiges Thema, auch in der Kunststoffbranche, wo die Vorteile dieser neuen Technologie allen Teilen der Lieferkette zugutekommen können. „Wir reden hier von Materialpässen für Kunstharze, Additive, Farbstoffe und andere Produkte. Diese helfen OEMs und Markeninhaber es auf ihrem Weg zu mehr Nachhaltigkeit und stärkten ihre Markenposition, indem die Herkunft und Transparenz eines Produkts in Bezug auf seine Umweltauswirkungen mit absoluter Sicherheit ermittelt wird“, so Dr. Burkhard Zimmermann, Leiter Strategie, Nachhaltigkeit und Digital im Segment Polycarbonates bei Covestro. Der Wert der Blockchain besteht darin, dass sie eine machtvolle zentrale Behörde vermeidet und allen Teilnehmern gleiche Rechte gewährt.

Sensibler Datenaustausch in Lieferketten

Der in den Niederlanden ansässige Tech-Innovator Circularise ermöglicht Transparenz und Kommunikation in globalen Wertschöpfungsketten durch die Verwendung von Blockchain und Zero-Knowledge-Proof. Das Ergebnis ist ein vertrauenswürdiger Datenaustausch in fragmentierten Lieferketten, ohne dass Datensätze oder Supply Chain Partner öffentlich bekanntgegeben werden. Im Gegensatz zu anderen Blockchain-Lösungen schützt die 'Smart Questioning' genannte Technologie von Circularise die Privatsphäre sowie sensible Informationen eines Unternehmens.

Dies bedeutet, dass Vertraulichkeit und Wettbewerbsvorteile immer gewahrt bleiben. Es entfällt auch die Notwendigkeit, einer zentralen Instanz zu vertrauen. „Da die gesamte Überprüfung vom System selbst durchgeführt wird, müssen sich die Benutzer nicht auf einen zentralen Kontrollpunkt verlassen. Stattdessen wird das Vertrauen von einer zentralen Behörde auf viele dezentrale, anonyme Teilnehmer übertragen“, sagt Mesbah Sabur von Circularise.

Privatsphäre und Transparenz

Das Konzept Circularise-Plastics umfasst einen siebenstufigen Prozess, bei dem der Ausgangswerkstoff über einen Blockchain-Pfad identifiziert werden kann, um eine lückenlose Rückverfolgbarkeit und Herkunft der Produkte zu gewährleisten. Der OEM kann auf wichtige Informationen zugreifen und entsprechende Aussagen treffen, wenn diese letztlich vom ursprünglichen Informationsinhaber – dem Kunststoffhersteller oder Verarbeiter – akzeptiert werden. Diese Lösung hat zwei wesentliche Stärken gegenüber anderen Initiativen. Das offene Protokoll ermöglicht einen Industriestandard (für jede Blockchain) und vermeidet das Monopol. Die Smart-Questioning-Technologie schützt die Privatsphäre und sorgt gleichzeitig für Transparenz.

Standard für die Kreislaufwirtschaft

Circularise-Plastics befindet sich noch in einem sehr frühen Stadium. Ziel der K 2019 ist es, das Interesse von Partnern zu wecken, sich dem Konsortium in der Ideen- und Testphase anzuschließen. Neue Mitglieder erhalten Zugang zu aktuellen Informationen und Ressourcen. Sie haben außerdem die Chance, einen industrieweiten Kommunikationsstandard für die Kreislaufwirtschaft mitzugestalten.

mg

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