Kunststoff-Stelldichein in Horb am Neckar 


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Ende Juni trafen sich Spritzgießer aus ganz Baden-Württemberg am SKZ-Standort in Horb am Neckar, um sich über neueste Technologien zu informieren.

In Zusammenarbeit mit dem Spritzgießmaschinenhersteller Boy sowie Kistler Sensorik wurden interessante Anwendungen vorgestellt und im Technikum praktisch vorgeführt.

Um wettbewerbsfähig zu produzieren, ist eine Echtzeitanalyse der Betriebsdaten unverzichtbar. Hierzu stellte Proses aus Pforzheim ihre Softwaresysteme zur Betriebsdatenerfassung vor. Damit lassen sich unterschiedlichste Produktionsmaschinen in Echtzeit überwachen und planen. Dieses System aus dem Südwesten kommt bereits bei vielen Unternehmen in der Region zum Einsatz. Das modulare Konzept eignet sich daher auch als Einstieg in die Welt von Industrie 4.0 für kleinere Unternehmen.

Kistler zeigte, wie man mit künstlicher Intelligenz den optimalen Umschaltpunkt beim Einspritzen erkennt. Die im Werkzeug verbauten Sensoren geben die Messwerte an die Software weiter und mit Hilfe von statistischen Methoden (DoE) werden diese ausgewertet. Die bei der Verarbeitung gewonnenen Daten unterstützen den Maschinenbediener dabei, die optimale Einstellung der Maschine zu finden.

Schnecke mit 8 mm Durchmesser für winzige Zahnräder

Miniaturisierung ist heute nicht nur ein Thema in der Elektronik: Mechanische Komponenten wie kleinste Zahnräder aus Kunststoff mit einem Durchmesser unter 1 mm werden heute im Spritzgussverfahren hergestellt. Hierzu stellte Boy eine Spritzeinheit vor, die mit einer Schnecke mit einem Durchmesser von 8 mm das Kunststoffmaterial aufschmilzt und in die Form einspritzt. In diesem Bereich hat der Maschinenhersteller aus Neustadt-Fernthal langjährige Erfahrung und verfügt über das entsprechende Know-how sowie die entsprechende Verfahrenstechnik.

Gerade im Bereich der Medizintechnik kommen häufig hochwertige Kunststoffe zum Einsatz, die zum Teil weit über 1.000 EUR pro Kilogramm kosten. So wie man es beispielsweise von der Zahnbürste her kennt, gibt es immer mehr Kunststoffteile, die aus mehreren Komponenten bestehen. Hierzu stellte Boy ein flexibles Zusatzaggregat vor, das jede Standardmaschine in eine Mehrkomponentenanlage verwandeln kann. Als Beispiel wurde eine Anwendung von einem bekannten Spielzeughersteller dargestellt: dabei handelte es sich um ein bewegliches Kunststoffmännchen, welches aus fünf Komponenten besteht und auf einer Maschine in aufeinander abgestimmten Einspritzvorgängen hergestellt wird.

sk

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