Kreislaufwirtschaft gewinnt stark an Bedeutung

Günter Kögel, Herausgeber der K-ZEITUNG Foto: K-ZEITUNG

Aufgefallen ist Günter Kögel, Herausgeber der K-ZEITUNG, wie die Kreislaufwirtschaft weiter und in vielen Bereichen deutlich an Bedeutung gewinnt.

Mehr noch – aufgefallen ist auch, warum die deutlich gewachsene Bedeutung der Kreislaufwirtschaft nicht nur für die Umwelt sondern auch für die Kunststoffbranche ein wichtiger Erfolg ist.

Kunststoffbranche arbeitet intensiv an der Umsetzung der Kreislaufwirtschaft

In den letzten Wochen ist kaum ein Tag vergangen, bei dem in der Redaktion der K-ZEITUNG keine Meldung mit Bezug zur Kreislaufwirtschaft eingegangen ist. Neue, auf nachwachsenden Rohstoffen basierenden Biokunststoffe, verbesserte Recyclingfähigkeit von Werkstoffen und Produkten, neue Anlagen zum Recycling oder zur Herstellung von Rezyklat und vieles mehr.

Ein Beispiel dafür ist die im Rahmen eines Gemeinschaftsprojekts gelungene Regeneration verunreinigter PMMA-Abfälle, die mit einem modifizierten Doppelschneckenextruder energiesparend depolymerisiert und mit hohem Wirkungsgrad in den hochwertigen Sekundärrohstoff rMMA umgewandelt werden. Mit der absehbaren Inbetriebnahme der ersten kommerziellen Anlage kann eine große Menge an PMMA-Abfällen, die bisher deponiert, verbrannt oder exportiert werden, mehrfach recycelt und immer wieder verwendet werden.

Zeichen der Zeit erkannt

Diese und zahlreiche andere Lösungen zeigen: Die Branche hat die Zeichen der Zeit erkannt und – sicher auch aufgrund des massiven Drucks der Öffentlichkeit und der Politik – entsprechend reagiert. Und dies ist offensichtlich inzwischen auch bei den Verbrauchern ankommen. So gaben in einer repräsentativen Bevölkerungsbefragung im Auftrag des Deutschen Verpackungsinstituts e. V. (DVI) 44 % der Befragten an, dass Verpackungen ihrer Erfahrung nach in den letzten zwei bis drei Jahren nachhaltiger geworden sind. Darüber hinaus bestätigten 74,6 % der Befragten, dass diese Fortschritte bei gleicher oder sogar verbesserter Funktionalität und Convenience erreicht wurden.

Kunststoff ist Kreislauf

Das große Engagement auf breiter Front und die vielen großen und kleinen Verbesserungen lassen hoffen, dass der lang ersehnte und längst überfällige Imagewandel der Kunststoffe langsam Fahrt aufnimmt. Wenn es gelingt, dass in den Köpfen vieler Menschen eingebrannte Vorurteil „Plastik ist böse“ zu ersetzen durch „Kunststoff ist Kreislauf“, steht einer erfolgreichen Zukunft und einer weiteren Verbreitung der Kunststoffe nichts mehr im Wege. Gut wäre das nicht nur für die Umwelt, die von einer Kreislaufwirtschaft durch weniger Kunststoff in der Natur und einer besseren CO2-Bilanz vieler Produkte profitiert, und die Verbraucher, die dann mit gutem Gewissen und ohne künstliche Einschränkungen die vielen Vorteile der Kunststoffe nutzen könnten.

Große Bedeutung auch für Versorgungssicherheit

Gut wäre das auch für die Versorgungssicherheit der Branche, die aktuell vielen Kunststoffverarbeitern das Leben schwer macht. Denn wenn mehr Kunststoffe als bisher in einem geschlossenen Kreislauf bleiben und nicht in einer thermischen Nutzung ihr Ende finden oder gar in der Natur landen, stehen sie für eine erneute Verwendung zur Verfügung, was die Abhängigkeit von konventionellen Rohstoffen und den gelegentlich stark von Force-Majeure-Zwischenfällen geplagten Herstellern von Neuware entsprechend reduzieren würde.

Günter Kögel

Schlagwörter: