Kooperation: Grafe färbt nun auch Streuplexiglas ein

Matthias Grafe auf der Fakuma: Der Grafe-Geschäftsführer erläutert seine Kooperation bei der PMMA-Einfärbung mit Plexiglashesteller Röhm. Foto: K-ZEITUNG/Krumbholz

Grafe erweitert seine Kooperation mit Röhm und ermöglicht nun auch die individuelle Einfärbung von lichtstreuender Plexiglas-Formmassen für Kleinmengen.

Der Masterbatch-Spezialist Grafe hat seine Kooperation mit Röhm bei der Einfärbung von Plexiglas (PMMA) auf lichtstreuende Typen erweitert. Bereits im Juli 2020 hatte Grafe die Produktions- und Vertriebsaufgaben für das Kleinmengengeschäft individuell eingefärbter Plexiglas-Formmassen von Röhm übernommen.

Anstieg an Anfragen zum Einfärben von Streuplexiglas

„Seitdem haben wir einen signifikanten Anstieg von Anfragen und Mengen verzeichnet. Zunehmend mehr Anfragen bezogen sich auf lichtstreuende Materialien, die matt-leuchtende Oberflächen erzeugen können“, erklärt Grafe Geschäftsführer Matthias Grafe. „Also haben wir unsere Kooperation auf den Bereich dieser lichtstreuenden Materialien erweitert.“

Die Aufgaben von Grafe und Röhm sind bei dieser Kooperation klar verteilt. „Wir machen, was wir am besten können: Farbe nach Kundenwunsch entwickeln, egal wie groß der Bedarf ist“, erklärt Matthias Grafe. „Dafür haben wir unsere etablierten Strukturen und sind dabei schneller als der Wettbewerb.“

Grafe bedient Kleinmengengeschäft

Lichtstreuende Plexiglas-Formmassen werden kundenindividuell eingefärbt bei Grafe. Foto: Grafe/stock.adobe.com

Während Röhm vor allen Dingen Großkunden und Key Accounts bedient, kümmert sich Grafe also in erster Linie um das Kleinmengengeschäft der eingefärbten Plexiglas Produkte bis 20 t im deutschen Markt. Auch bei Sonderwünschen kommt Grafe ins Spiel, da Röhm nicht alle Formmassen in sämtlichen Einfärbungen anbieten kann. So liefert Grafe Spezialeinfärbungen und Compoundierungen bereits ab einer Bedarfsmenge von 25 kg. „Grafe ist im Kleinmengengeschäft deutlich flexibler als Röhm“, so Matthias Grafe.

Sämtliche Grundrezepturen von Röhm stehen Grafe zur Verfügung. Mit einem Baukastensystem bei Additiven und Pigmenten stellt Grafe sicher, dass die Produkteigenschaften die gleichen sind wie bei den von Röhm hergestellten Compounds. „Auch Neuentwicklungen setzen wir auf Basis dieser Rezepturbausteine um“, so Grafe. So wird sichergestellt, dass die Produktqualität gleich bleibt, egal ob Kleinmengen bei Grafe oder größere Mengen bei Röhm produziert werden.

Kooperation von Grafe und Röhm bringt Vorteile

Der Vorteil der Kooperation liegt auf der Hand: Röhm erzielt mit Grafe eine höhere Marktdurchdringung für eingefärbte PMMA-Formmassen. Darüber hinaus schließt Grafe eine Lücke im Kleinmengengeschäft für diejenigen Einfärbungen, die Röhm nicht im Portfolio hat. „Und wir bei Grafe bekommen durch die lizensierte Nutzung der Marke Plexiglas Zugang zu weiteren Kundenkreis“, erklärt Grafe.

Investition in eigene Plexiglas-Produktion

Für dieses Zusammenspiel hat Grafe investiert: „Wir haben eine Halle gebaut, die ausschließlich der Produktion von Plexiglas  dient. Zudem wurden spezielle Spritzgießmaschinen und PMMA-optimierte Extruder angeschafft. Darüber hinaus haben wir einen eigenen, separaten QS-Prozess für Plexiglas geschaffen. Und in der Farbent­wicklung arbeiten zwei Koloristen eigens für unseren Partner“, erzählt Grafe.

Die Kooperation wurde nun auf lichtstreuende Plexiglas-Formassen ausgeweitet. LEDs benötigen ein lichtstreuendes Element, welches ihr punktförmiges Licht gleichmäßig über eine Fläche verteilt. Um diesen Effekt zu erzielen, muss man in kristallklares Plexiglas spezielle Streupartikel einbringen. Röhm hat zwei lichtstreuende Typen entwickelt: Plexiglas Satinice und Plexiglas LED.

Plexiglas Satinice und Plexiglas LED

Plexiglas Satinice kommt für Anwendungen wie Leuchtenabdeckungen oder kurze Lichtleiter für Ambientebeleuchtung in Frage. Wenn diese Formmassen extrudiert werden, erhält die Oberfläche des Produkts eine matte „satinierte“ Anmutung. Daher heißen diese Formmassen Plexiglas Satinice.

Produkte der Familie Plexiglas LED  hingegen bieten eine effektivere Streuung bei ausbalancierter Transmission, also immer dann, wenn ein stark homogenisierender Effekt benötigt wird. Etwa im Automobil-Exterieur, wo der Trend zu Heckleuchten geht, die intensive Rot-Töne mit homogener Lichtverteilung kombinieren.

mg

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