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Konjunkturumfrage: Unternehmen für 2022 zuversichtlich

Laut Konjunkturumfrage des IW für 2022 sind vor allem die Industrieunternehmen sehr zuversichtlich. So rechnen die Hersteller von Investitionsgütern mit besten Exportaussichten. Foto: Pxhere

Die aktuelle IW-Konjunkturumfrage zeigt trotz aller Schwierigkeiten eine positive Stimmung der Unternehmen, die mit Zuversicht auf 2022 blicken

Die Stimmung der deutschen Unternehmen bessert sich: Für 2022 erwartet nach der aktuellen Konjunkturumfrage des Instituts der deutschen Wirtschaft (IW) fast jedes zweite eine höhere Produktion und ein besseres Geschäft und blicken entsprechend zuversichtlich ins neue Jahr. Diese positiven Aussichten machen sich trotz steigender Infektionszahlen in allen Branchen bemerkbar.

Weiterhin zahlreiche Herausforderungen zu meistern

Zwar steht die deutsche Wirtschaft immer noch vor vielen Herausforderungen. Gestörte Lieferketten hemmen die Produktion und treiben die Preise in die Höhe. Gleichzeitig verunsichern steigende Corona-Infektionszahlen und mögliche 2G-Regelungen die Unternehmen. Trotzdem schätzen Unternehmen in Deutschland ihre Aussichten für das Jahr 2022 insgesamt positiv ein.

Rund die Hälfte erwartet eine höhere Geschäftstätigkeit

Branchenübergreifend geben die Befragten mehrheitlich an, dass sie für sich im kommenden Jahr eine bessere wirtschaftliche Lage erwarten. Etwa die Hälfte der Unternehmen rechnet mit einer höheren Geschäftstätigkeit als in 2021 – nur 15 % erwarten einen Einbruch, so die neue IW-Konjunkturumfrage, für die über 2.800 Unternehmen befragt wurden.

Allerdings hat sich der Optimismus der Industrieunternehmen, der im Rahmen der Sommerbefragung des IW das gesamtwirtschaftliche Bild deutlich prägte, inzwischen etwas zurückgebildet. Während im Sommer noch 59 % der Industriefirmen mit einem Zuwachs bei der Produktion rechneten, sind es im Herbst 55 %. Der Anteil an Firmen im Verarbeitenden Gewerbe, die von einer niedrigeren Produktion ausgehen, ist leicht von 13 auf 14 % angestiegen. Das ist am aktuellen Rand immer noch ein sehr gutes Erwartungsbild – jedoch mit Blick auf den Saldo aus positiven und negativen Meldungen ist es um 6 Prozentpunkte niedriger als im Sommer.

Produktionsprobleme bremsen Optimismus

Dieser gebremste Optimismus dürfte sich nach Überzeugung des IW im Wesentlichen aus den Produktionsproblemen und weniger aus einer Nachfrageschwäche ergeben. Dafür sprechen die bis zuletzt ansteigenden Auftragsbestände der Industrieunternehmen. Innerhalb der Industrie gibt es ein starkes Erwartungsgefälle mit Blick auf das kommende Jahr. Die besten Perspektiven melden die Hersteller von Investitionsgütern: Hier gehen fast 71 % von einer höheren Produktion im Jahr 2022 (gegenüber 2021) und nur knapp 8 % von einem Rückgang aus. Dies dürfte die Erwartung widerspiegeln, dass sich in den Unternehmen ein Investitionsstau aufgebaut hat, der sich bei einer Entspannung der gegenwärtigen Zuliefer- und Produktionsstörungen entladen wird.

Konjunkturumfrage sieht beste Exportaussichten für Investitionsgüter

Die Investitionsgüterproduzenten haben unter allen Wirtschaftsbereichen auch die besten Exportaussichten: Fast 60 % der Investitionsgüterhersteller erwarten für das kommende Jahr höhere Exporte und nur gut 7 % schwächere Ausfuhren. Das ist gemessen am Saldo aus positiven und negativen Erwartungen mit 52 Prozentpunkten gut doppelt so hoch wie in der Grundstoff- und Konsumgüterindustrie mit durchschnittlich 24 Prozentpunkten und besonders im Vergleich zur Gesamtwirtschaft mit 17,5 Prozentpunkten.

Das lässt nach Überzeugung des IW auch darauf schließen, dass der globale Investitionszyklus im kommenden Jahr zusätzliches Momentum erfahren wird. Bei den Vorleistungsproduzenten gehen gut 49 % von einem Wachstum ihrer Produktion und knapp 18 % von einem Rückgang aus. Dagegen sind die industriellen Hersteller von Konsumgütern etwas vorsichtiger mit ihren Produktionserwartungen für das kommende Jahr: Die Optimisten haben hier einen Anteil von 42 % und die Pessimisten von 17 %.

Vor allem Industrieunternehmen wollen 2022 wieder mehr investieren

Der Optimismus macht sich auch bei den Investitionsplänen der Unternehmen bemerkbar. Eine deutliche Mehrheit der Befragten gab an, dass sie 2022 mehr investieren wollen als 2021. Besonders positiv gestimmt sind die Industriefirmen. Sie bauen auf Nachholeffekte und auf das Ende der Lieferkettenprobleme. Folglich fallen besonders die Produktionserwartungen für die industriegeprägten Regionen im bundesweiten Vergleich besser aus.

Trotz derzeit steigender Infektionszahlen dominiert die Zuversicht

So ist die Stimmung bei den Unternehmen in Baden-Württemberg und Bayern mit über 50 % vorwiegend positiv, dabei war dort 2021 die Automobilbranche wegen Produktionsproblemen besonders belastet. Im Norden erwartet fast jedes fünfte Unternehmen negative Aussichten für das kommende Jahr, im Nord-Osten erwartet sogar jedes vierte Unternehmen einen Rückgang bei der Produktion. Hier sorgen besonders die weiterhin getrübten Aussichten in der Tourismusbranche für eine skeptischere Erwartungshaltung. „Trotz der aktuell steigenden Infektionszahlen dominiert jedoch die Zuversicht für das kommende Jahr“, sagt IW-Konjunkturexperte Prof. Dr. Michael Grömling.

Die Konjukturumfrage für 2022 können sich Interessenten beim IW kostenlos als PDF herunterladen.

Wie die Befragten im Sommer 2021 die weitere Entwicklung der Konjunktur beurteilt haben, lesen Sie in diesem Beitrag der K-ZEITUNG.

gk

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