Komplexe Rohrgeometrien in Serie

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Im Förderanlagenbau sind Langlebigkeit und Zuverlässigkeit elementar. HS Umformtechnik bietet individuelle, den Anforderungen entsprechende Rohrkomponenten.

HS Umformtechnik, beheimatet im baden-württembergischen Grünsfeld-Paimar, ist einer der führenden Systemlieferanten für pneumatische Förderanlagenbauer in der Kunststoff-, Lebensmittel- und chemischen Industrie. Das Unternehmen kann dabei auf über zwei Jahrzehnte Erfahrung im Biegen von Edelstahl-Rohrbogen zurückgreifen. Dabei waren die Anfänge des Unternehmens eher beschaulich: Als Firmengründer Haag mit seiner Frau vor 20 Jahren nach langer Tätigkeit für einen Anlagenbauer seine Vision vom Ansprechpartner für Rohrbogen Realität werden ließ, erfolgte der Vertrieb zunächst aus einer Garage im Ortskern. Doch das wurde dem umtriebigen Rohrspezialisten schnell zu klein. Spätestens als neben dem Vertrieb die eigene Fertigung immer wichtiger wurde, musste ein Neubau auf der grünen Wiese her. Im neu erstellten Firmengebäude begann 2008 in Grünsfeld-Paimar schließlich die Produktion der Rohrbogen.

Firmengründer und Geschäftsführer Thomas Haag (blaues Hemd, Bildmitte) kann am Standort in Grünsfeld-Paimar auf insgesamt neun CNC-Rohrbiegemaschinen zurückgreifen. Foto: HS Umformtechnik

Im gleichen Jahr kam das Patent auf die Rohrkupplung Typ DVK-HD dazu. Bereits 2011 musste die Produktionshalle deutlich erweitert werden, um Platz für zwei zusätzliche Biegemaschinen und eine Laserschneidemaschine zu schaffen. Im Frühjahr 2015 kam dann ein neues, 20 m hohes, vollautomatisches Hochregallager für Langgutrohre und Aluprofile dazu. Bis zu 720 t Material finden so auf nur 180 m² Platz. Heute arbeiten dort 50 Mitarbeiter vom Biegen der Rohrbogen über das Schweißen von Abzweigstücken bis zu Lager und Verwaltung. Seit Herbst 2017 helfen zudem ein Schweiß- sowie ein Schneidrobo­ter, die Qualität der Schweißnähte­ wesentlich zu erhöhen und die Herstellung deutlich zu beschleunigen: um es ganz genau zu sagen, um den Faktor 5, wie Haag betont.

Größer als gedacht: ein Edelstahl-Rohrbogen mit 204 × 2 mm und einem Radius von 1.500 mm – mit Schenkelverlängerung. Foto: HS Umformtechnik

Auch kurzfristig zum passenden Rohrbogen

Klar, dass dafür auch der entsprechende Maschinenpark notwendig ist. Insgesamt neun CNC-Dornbiegemaschinen, ausgestattet mit Werkzeugen in Durchmessern von 38 bis 206 mm, sorgen in Grünsfeld-Paimar für die passenden Krümmungsradien. „Innerhalb dieses Bereichs können wir – komplett aus einer Hand – alle Abmessungen in Rohrbogen, Rohrkupplungen und Rohrabzweigstücken kurzfristig produzieren – oder sofort ab Lager liefern“, sagt Haag. „Unser Hauptprodukt, den Edelstahl-Rohrbogen, produzieren wir in gleichbleibend hoher Qualität: präzise, ohne Anfahrwulste, faltenfrei und Rohrenden-kalibriert. Entsprechende Qualitätsansprüche stellen wir auch an unsere weiteren Produkte.“

Auf seinen Biegemaschinen produziert das Unternehmen die Edelstahl-Rohrbogen in den Radi­en von 75 bis 1.500 mm. Daneben gehören aber auch Abzweigstücke aus Edelstahl, Übergangsstücke, Rohrkupplungen, Kupplungsbahnhöfe und Sauglanzen zum Portfolio. Für HS Umformtechnik ist es zudem wichtig, auf individuelle Wünsche des Kunden einzugehen: „Bei HS Umformtechnik erstellen wir nach Angaben der Kunden CAD-Zeichnungen für Sonderteile und Kupplungsbahnhöfe. Diese werden nach Genehmigung durch den Kunden im Auftragsfall entsprechend produziert. Auch für andere Produkte wie zum Beispiel Sonderabzweigstücke oder Versatzrohrbogen wird dieser Service angeboten.“

Ausfallzeiten klein halten

Firmengründer und Geschäftsführer Thomas Haag weiß aus Erfahrung, worauf es im Bereich des Förderanlagenbaus ankommt: Langlebig und zuverlässig sollen Komponenten sein, um Ausfallzeiten zu minimieren. Natürlich muss auch das Preis-Leistungs-Verhältnis stimmen – schließlich kommen in einer Anlage leicht mehrere Kilometer Rohre zusammen. Und an denen nagt nicht nur der Zahn der Zeit, sondern auch der Materialdurchsatz. Eine entscheidende Rolle spielen dabei nicht nur Partikelgröße und -form, sondern auch die Art der Beanspruchung – egal ob reibender oder Prallverschleiß. Kleine Biegeradien­ führen zudem zu einem höheren Verschleiß.

Darüber hinaus sollte man beim Werkstoff nicht an der falschen Stelle sparen. Bei zunehmender Strömungsgeschwindigkeit amortisiert sich ein höherwertiges Material schnell durch längere Standzeiten. Um all dem Rechnung zu tragen, entwickelten die Grünsfelder die HVA Niro-Rohrbogen. Mit Durchmessern von 38 bis 193,7 mm und Biegeradien bis 1.000 mm sind diese speziell für die Förderung von glasfaserverstärkten Kunststoffgranulaten vorgesehen. Auch Haag weiß um die Vorteile der Rohrbogen: „Die hochverschleißfesten Komponenten verringern die Wechselzyklen beim Kunden deutlich.“ Da keine Sonderkupplungen oder speziellen Sicherheitsmaßnahmen erforderlich sind, ist auch das Handling entsprechend einfach.

„Im pneumatischen Förderanlagenbau stehen seit Jahren die Qualität der Komponenten und die Zuverlässigkeit der Lieferanten im Vordergrund – daran hat sich bis heute nichts geändert“, betont Haag. Der Trend hin zu immer mehr hochabrasiven Produkten bleibt natürlich auch HS Umformtechnik nicht verborgen: „Hierfür haben wir mit unseren HVA Niro-hochverschleißfesten Edelstahl-Rohrbogen sowie HVA Niro-Abzweigstücken, Reduzierstücken und auch Kupplungsbahnhöfen komplett in HVA Niro-Ausführung ideale Lösungen mit sehr hohen Standzeiten im Lieferprogramm“, erklärt Haag.

Schneidroboter bei HS Umformtechnik in Aktion: Schenkelverlängerungen von Edelstahl-Rohrbogen werden so präzise nachgeschnitten. Foto: HS Umformtechnik

Kein Ende in Sicht

Erst dieses Jahr investierten die Rohrbogenexperten in eine nagelneue Rohrlaseranlage, die Rohre bis zu einem Durchmesser von 254 mm schneiden kann – und das auch im Schrägschnitt. „Hierdurch können wir unsere Produkte­ weiter qualitativ verbessern – im Zusammenhang mit der Roboterschweißanlage“, erklärt Haag. Ein kurzes Aufblitzen des Lasers, eine flinke Drehung des Roboterarms und schon ist ein neues Abzweig­stück fertig.

Haag ist es wichtig, seine Kunden nicht allein­zulassen: Nicht nur bei Kupplungsbahnhöfen und Spezialteilen unter­stützt das Unternehmen Anwender und Anlagenplaner mit seiner Expertise. Und ein Ende der Erfolgsgeschichte ist nicht in Sicht: In den nächsten drei Jahren soll in Grünsfeld für mehrere Millionen Euro ein hochmodernes Versandlager entstehen. Das nötige Gelände direkt neben dem HS-Werk hat sich das Unternehmen schon einmal gesichert.

db

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