Klimafreundliche Kältemittel für den Tieftemperaturbereich

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GWK stellt schrittweise die Weichen auf Zukunft – durch den Einsatz klimafreundlicher Kältemittel und nutzt nun R449A im Tieftemperaturbereich.

Nachdem die GWK Gesellschaft Wärme Kältetechnik bereits erfolgreich ihre Kältemaschinen und Kaltwassersätze auf den Betrieb mit R513A umgestellt hat, ersetzt das Unternehmen jetzt auch im Tieftemperaturbereich das Kältemittel R404A durch die umweltfreundliche Alternative R449A.

Niedrige Temperaturen stellen hohe Anforderungen. Soll eine Kältemaschine besonders tiefe Auslasstemperaturen von bis zu -25 °C bieten, so muss das ganze System entsprechend ausgelegt werden. Dies gilt auch für das Kältemittel. Bis dato wurde hier überwiegend R404A eingesetzt, das sich aufgrund seiner thermodynamischen Eigenschaften besonders gut für den anspruchsvollen Anwendungsbereich eignet. Aus Umweltgesichtspunkten allerdings ist die Substanz problematisch, weshalb sie im Zuge der EU-Verordnung 517/2014, auch als F-Gase-Verordnung bekannt, ab 2020 in Neuanlagen nicht mehr verwendet werden darf. Selbst die Verwendung von neuem R404A zur Wartung und Instandhaltung an entsprechenden Anlagen ist dann nur noch eingeschränkt möglich, genauer gesagt bis zu einer Füllmenge von rund 10 kg.

GWK stellt auf klimafreundliche Kältemittel um – auch im Tieftemperaturbereich

Die GWK setzt deshalb jetzt schon auf eine klimaverträglichere Alternative und verwendet für Tiefkälte-Neuanlagen ab sofort nur noch das Kältemittel R449A. Es zeichnet sich vor allem durch seinen günstigen GWP-Wert aus. Als Global Warming Potential, kurz GWP, wird der schädliche Einfluss bezeichnet, den eine Substanz bei ihrer Freisetzung aufs Klima ausübt. Kohlendioxid CO2 ist die Referenzgröße. mit einem GWP von 1.

Der GWP des jetzt abgelösten Kältemittels R404A liegt bei 3.922 – damit wirkt sich die Freisetzung eines Kilogramms R404A 3.922-mal schädlicher aufs Klima aus als die Freisetzung eines Kilogramms CO2. Das alternative Kältemittel R449A hingegen bietet mit seinem GWP von nur 1.397 eine bis zu 65 % bessere Umweltverträglichkeit bezogen auf das Treibhauspotenzial. Darüber hinaus ist es nach DIN EN 378-1 als A1-Kältemittel eingestuft und somit weder brennbar noch toxisch, so dass keine Sicherheitsrisiken entstehen.

Bei bestehenden Anlagen Retrofit möglich

Betreiber, die ihre gut funktionierenden bestehenden Anlagen in der nächsten Zeit nicht ersetzen möchten, können trotzdem aufs zukunftsfähige Kältemittel umsteigen. Dazu nimmt die GWK, sofern die Bedingungen passen, einen so genannten Retrofit vor. Hier wird mit vertretbarem Aufwand die Anlage so modifiziert, dass das Kältemittel ersetzt werden kann. Die meisten Komponenten sind für beide Kältemittel geeignet und es müssen weder Dichtungen noch Öle getauscht werden – der Retrofit ist also ein kostengünstiger Weg, um bestehende Systeme auch auf lange Sicht betriebsfähig zu halten. Ob sich die Umstellung eines bestehenden Systems anbietet, prüft das GWK-Serviceteam jeweils im Einzelfall.

Den Aufwand belohnt der Gesetzgeber: Die F-Gase-Verordnung verknüpft die Intervalle für vorgeschriebene Dichtigkeitsprüfungen an Kälteanlagen mit dem GWP-Wert. Jetzt hängt die notwendige Prüfhäufigkeit von der so genannten CO2-Äquivalenz ab, nämlich dem Füllgewicht der Anlage multipliziert mit dem GWP des Kältemittels. So kann sich beim Umstieg von R404A auf R449A die Zeit zwischen den obligatorischen Dichtheitsprüfungen verdoppeln, was Zeit und Geld spart, so GWK.

kus

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