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Klebstoffindustrie wächst weiter

Die deutsche Klebstoffindustrie konnte im Geschäftsjahr 2017 ein Umsatzplus von 2,7 % erzielen.

Dr. Boris Tasche ist Vorstandsvorsitzender des Industrieverband Klebstoffe e. V. und Präsident des europäischen Klebstoffverbandes FEICA. Er ist bei Henkel als Corporate Vice President im Unternehmensbereich Klebstoffe tätig und für den Bereich Transaction Services verantwortlich. Foto: IVK

Der Gesamtumsatz der Branche stieg auf 3,85 Mrd. EUR erzielen. Der Ausblick ist positiv. Für das Geschäftsjahr 2018 erwartet die Branche ein nominales Umsatz-Plus von bis zu 3 %. Wesentlicher Wachstumstreiber war nach Aussage des Industrieverbandes Klebstoffe (IVK) der Aufschwung der Weltwirtschaft. „Die deutsche Klebstoffindustrie konnte trotz zahlreicher Unberechenbarkeiten ihren Wachstumskurs im Jahr 2017 fortsetzen und den Umsatz um 2,7 % steigern“, erklärte Dr. Boris Tasche, Vorstandsvorsitzender des IVK. In allen Schlüsselmarktsegmenten war, so Dr. Tasche weiter, die Entwicklung zufriedenstellend – sowohl im Inland als auch international. Denn trotz wirtschaftlicher und geo-politischer Risikofaktoren zeige sich ein gefestigter globaler Aufschwung mit BIP-Steigerungen von 2,2 % in reifen Märkten und 4,3 % in Schwellenländern.

Dr. Tasche: „Der Industrieproduktions-Index (IPX) prognostiziert für den deutschen Markt ein solides Wachstum von 1,7 % und global von 3,2 %. Die inländische positive Entwicklung basiert auf einer guten Export- und Bausituation sowie auf einer erhöhten Nachfrage und Investitionen im Maschinenbau.“

 Wichtige Schlüsselmärkte

Die Bereiche Fahrzeugbau, Papier & Verpackungen, Holz & Möbel, Elektronik und Bau zählen zu den wichtigsten Absatzmärkten für Klebstoffe. 2017 haben die Umsätze in allen Sektoren zufriedenstellend zugelegt. Ein weiterer Markt, der für die deutsche Klebstoffindustrie hohe, wirtschaftliche und globale Bedeutung hat, ist der Elektronikmarkt. Klebstoffe werden hier eingesetzt, um u. a. Smartphones, Tablet-Computer, Displays, aber auch optische Linsen und Sensoren zu fertigen. Das Wachstum in diesem Segment betrug 4,8 %.

Wachstumsprognose für 2018

Ansgar van Halteren ist geschäftsführendes Vorstandsmitglied des Industrieverband Klebstoffe e. V. Seit 1992 zeichnet der 61-jährige Diplom-Kaufmann für den IVK verantwortlich. Foto: IVK

Für das laufende Geschäftsjahr erwartet die deutsche Klebstoffindustrie eine Fortdauer der positiven konjunkturellen Entwicklung. „Trotz einer Vielzahl von Risikofaktoren befindet sich die weltweite Wirtschaft auf einem robusten Wachstumskurs“ erklärte Ansgar van Halteren, geschäftsführendes Vorstandsmitglied des IVK und prognostiziert: „Wir gehen von einem nominalen Umsatzwachstum von mindestens 3 % aus und rechnen mit rund 4 Mrd. EUR Gesamtumsatz für die deutsche Klebstoffindustrie.“

Herausforderungen bzw. konjunkturschwächende Risiken sieht der IVK bei der Verfügbarkeit wichtiger Rohstoffe, eventuellen Handelsembargos, Wechselkurseffekten, Fachkräftemangel sowie zu geringen Transportkapazitäten.

Klebstoffsegment „Holz- & Möbel-Industrie“

Obwohl die deutsche Möbelindustrie 2017 mit einem Umsatzminus von 0,6 % leicht geschrumpft ist, ließen Zuwächse bei den wässrigen Dispersionsklebstoffen (Holzleime) und eine stabile Absatzentwicklung bei den Schmelzklebstoffen im gleichen Zeitraum den Umsatz der deutschen Holzklebstoffbranche um 2 % anwachsen.

Innerhalb der „Holzklebstoffe“ erreichte die Produktgruppe „PVAc-Klebstoffe“ (Holzleime) ein Plus von 3,2 %. Während der Absatz der „Schmelzklebstoffe“ stabil blieb, verzeichneten die „Folienklebstoffe“ ein Minus von 6,2 %.

Leistungsfähige Klebstoffe spielen bei der rationellen Herstellung von Qualitätsmöbeln mit individuellem Design eine entscheidende Rolle. Die Vielfalt der im heutigen Möbelbau eingesetzten Träger- und Oberflächenwerkstoffe und die daraus resultierenden Kombinationsmöglichkeiten bedingen, dass zunehmend Klebstoffsysteme mit einem breiten Adhäsionsspektrum zum Einsatz kommen, welche zugleich dem stetig steigenden Qualitätsanspruch der Möbelproduzenten, so zum Beispiel bei der Optik und der Alterungsbeständigkeit der Klebung gerecht werden. Eine hohe Produktsicherheit sowie die stete Verbesserung von Umwelt- und Arbeitsschutz wie auch die Verbrauchersicherheit stehen, neben der geforderten technischen Leistungsfähigkeit der Klebstoffe, im Sinne einer nachhaltigen Entwicklung dabei immer im Vordergrund. So stehen heute leistungsfähige Produkte auf Basis nachwachsender Rohstoffe wie auch emissionsarme Klebstoffsysteme für die Möbelindustrie zur Verfügung.

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