Keine Black Specks im Granulat dank Inspektion

Lars Ruttmann, Geschäftsführer bei Sortco, präsentiert den Purity Scanner Advanced von Sikora zur Inspektion und Sortierung von Kunststoffgranulat. Foto: Sikora

Granulat-Sortierer Sortco nutzt bei der Lohnsortierung ein Inline-Inspektions- und Sortiersystem von Sikora, um vor allem Black Specks auszuschließen.

Für die Inspektion von Kunststoffgranulat kommen seit März 2021 zwei Purity Scanner Advanced Systeme im neuen Sortierdienstleistungszentrum von Sortco in Niederzissen zum Einsatz. Mit diesen werden das Granulat zu 100 % optisch inspiziert und Verunreinigungen ab einer Größe von 50 µm automatisch aussortiert.

Sortco ist ein Spezialist für die optische und mechanische Sortierung von Form- und Farbabweichungen bei Kunststoffgranulaten. Zudem bietet das Unternehmen die Entstaubung und Metallseparierung von Kunststoffneuwaren an. Das heißt, der Lohnsortierer bereitet Kunststoffgranulat gemäß der Kundenanforderungen professionell auf.

In dem im Frühjahr 2021 neu eröffnetem Sortierdienstleistungszentrum sortiert das Unternehmen neben Standardkunststoffen auch optisch anspruchsvolle technische Kunststoffe. Hierfür setzt Sortco die beiden Inspektions- und Sortiersysteme von Sikora ein. „Die Entscheidung für Sikora fiel aufgrund der für uns besten Erkennung, einer hervorragenden Analytik und der für uns nicht ganz unwichtigen Nähe zum Unternehmen“, sagt Hilger Groß, Leiter Vertrieb & QM bei Sortco. „Der Purity Scanner Advanced kommt typischerweise dort zum Einsatz, wo andere Sortiersysteme es schwer haben. Nämlich bei der Erkennung von sehr kleinen optischen Defekten ab einer Größe von 50 µm“.

Sortiert wird vor allem transparentes und naturfarbenes Granulat

Der Purity Scanner Advanced detektiert metallische Verunreinigungen im Granulat sowie Black Specks und Verbrennungen auf der Granulatoberfläche. Foto: Sikora

Sortco sortiert mit den beiden Systemen vor allem transparentes, naturfarbenes und in geringerem Maße auch eingefärbtes Granulat. Der Fokus liegt dabei auf unverstärkten Materialien, die nach der Sortierung ihren Einsatz in hochwertigen optischen Anwendungen finden. Jedes System ist mit drei optischen Kameras ausgestattet, welche bereits kleinste optische Verunreinigungen ab 50 µm Größe detektieren und per Druckluftimpuls automatisch aussortieren. Bei Bedarf kann der Purity Scanner Advanced auch um eine Röntgenkamera erweitert werden zur Detektion von Metallpartikeln im Rohmaterial.

„Black Specks bilden den Hauptschwerpunkt unserer Sortierarbeit. Zusätzlich entfernen wir alle Verfärbungen, die eine andere Farbe aufweisen als das zu sortierende Polymer“, erläutert Groß. „Wir werden als Dienstleister jeden Tag mit neuen Materialien und neuen und altbekannten Kontaminationen konfrontiert. Das heißt, wir müssen auch den Purity Scanner Advanced auf ständig wechselnde Produkte und Kundenanforderungen einstellen. Wir erstellen deshalb für jedes Produkt ein spezielles Rezept, das auch bei zukünftigen Aufträgen verwendet und angepasst werden kann.“

100-Prozent-Inspektion während des Sortierens

Während des Sortierens erfasst der Purity Scanner Advanced automatisch die Anzahl aller Fehler, die kleinste Kantenlänge des optischen Defektes, die Kontaminationsfläche und zum Beispiel die Fehlergrößenklasse, die frei einstellbar und auf die Kundenanforderungen hin vorgegeben werden kann. Zusätzlich erkennt das System, mit welcher Intensität die Farbabweichung festgestellt wurde. „Alle Eckdaten werden nach Auftragsende erneut gesichtet, abgespeichert und eine Art Versuchsbericht für den Kunden erstellt. Auch eine Protokollierung der Ergebnisse ist möglich, muss aber aufgrund der großen Datenmenge abgewogen werden“, resümiert Lars Ruttmann, Geschäftsführer von Sortco.

Damit die optische Qualität des Granulats stimmt

„Unsere Auftraggeber schätzen, dass wir ihr Problem über die Fehlerursache und -auswirkung verstehen, also Kunststoff-Know-how besitzen, die entsprechende Lösung anbieten und ihnen die komplette Arbeit abnehmen, die zur Herstellung der optischen Qualität notwendig ist“, so Groß. „Durch die Beauftragung einer optischen Sortierung tragen unsere Kunden in einem ganz erheblichen Maße zur Schonung unserer Umwelt und zur Vermeidung von Verschwendung bei.“

Interessierten Kunden, für die eine Sortierung in Frage kommt, rät Groß, die Produkte genauer zu untersuchen, die in jüngerer Zeit höhere Reklamationskosten aufwiesen. „Ein Vergleich zwischen dem Sortieraufwand und dem Einsparpotential ist vergleichsweise einfach zu rechnen. Wenn der Kunde jedoch zusätzlich seine entgangenen Umsätze, seinen Image-Verlust und sämtliche Kosten für unnötig verbrauchte Ressourcen wie Energie, Maschinen, Personal, Material, Frachten etc. mitberücksichtigt, machen viele ganz große Augen. Die Vorteile einer Sortierung überwiegen immer“, so Groß.

Neben dem Purity Scanner Advanced setzt Sortco auch das Purity Concept V für Prüfungen im Labor ein:

Ruttmann sieht auch zukünftig einen steigenden Bedarf an optisch sortierten Rohstoffen. „Sortierung ist gefragt, weil die Hersteller erkannt haben, dass besondere Anforderungen auch besondere Maßnahmen erforderlich machen. Wir freuen uns, mit Sikora und seinem Sortiersystem einen so zuverlässigen Partner gefunden zu haben, mit dem wir in unserem Kerngeschäft erfolgreich zusammenarbeiten.“

sk