Kein Durchkommen für Weichmacher

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Am Fraunhofer IFAM sollen innerhalb von zwei Jahren neue Migrationsbarrieren auf Folien aus Weich-PVC entwickelt werden.

Folien aus Weich-PVC kommen in den unterschiedlichsten Feldern zur Anwendung. Beispiele sind die Folierung von Küchenfronten, als Kunstleder im Kfz-Innenraum oder zur farblichen Gestaltung von Fensterprofilen aus Hart-PVC. Fluch und Segen zugleich sind hierbei die eingesetzten Weichmacher: Einerseits ermöglichen diese erst die für Verarbeitung und Anwendung benötigten plastischen Eigenschaften, andererseits können sie mit der Zeit an die Oberfläche migrieren, was in der Folge zu Haftungs- und Materialproblemen im Klebeverbund führen kann. Eine Schwächung der Klebverbindung oder die Versprödung des PVC kann die unerwünschte Folge sein.

Lösung Plasmabeschichtung

Das gestartete Forschungsvorhaben will dieser Problematik entgegenwirken. Untersucht werden soll hierzu die Abscheidung von Barriereschichten auf Weich-PVC-Folien bzw. Verbundfolien, die eine Weich-PVC-Komponente besitzen. Hierzu wird eine Atmosphärendruck-Plasmatechnik eingesetzt, mit der sich Beschichtungen mit definierten Material- und Oberflächeneigenschaften abscheiden lassen.

Die Barriereschicht muss dabei so beschaffen sein, dass sie insbesondere die Migration haftungskritischer Additive verhindert und die Adhäsionseigenschaften der Folien über einen langen Zeitraum auf konstant hohem Niveau erhält. Angestrebt wird zudem eine längere und vereinfachte Lagerhaltung der Folien, eine höhere Prozesssicherheit beim Kaschieren sowie eine gesteigerte Produktlebenszeit, da die Materialeigenschaften länger erhalten bleiben. Von den Ergebnissen profitiert die gesamte Lieferkette: Hersteller von PVC-Folien, Kaschierbetriebe sowie der Endkunde.

Beitritt zum Projektausschuss kostenlos möglich

Das Vorhaben 20195 N der Forschungsvereinigung „Fördergemeinschaft für das Süddeutsche Kunststoff-Zentrum e.V.“ wird über die Arbeitsgemeinschaft industrieller Forschung (AiF) im Rahmen des Programms zur Förderung der Industriellen Gemeinschaftsforschung (IGF) vom Bundesministerium für Wirtschaft und Energie (BMWi) aufgrund eines Beschlusses des Deutschen Bundestages gefördert. Dieses wird aktuell von rund 30 Firmen unterstützt. Weitere Interessenten können gerne noch dem projektbegleitenden Ausschuss beitreten. Die Teilnahme ist kostenlos.

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