Technologie 02.02.2017 2 Bewertung(en) Rating

Kampf gegen Legionellen im Betrieb

Legionellen können gefährlich werden. Von der kommenden 42. Verordnung zum Bundes-Immissionsschutzgesetz werden voraussichtlich auch Betreiber von Kühltürmen und Nassabscheidern in der Industrie betroffen sein, wie Jens Kuhn als Qualitätsleiter bei Keller Lufttechnik weiß.

Legionellen können für Menschen lebensgefährlich sein. Zu diesem Thema wird erwartet, dass der Deutsche Bundesrat in Kürze die 42. Verordnung zum Bundes-Immissionsschutzgesetz für Verdunstungskühlanlagen verabschiedet. Von der neuen Verordnung sind auch Betreiber von Nassabscheidern in der Industrie betroffen. Ziel ist es, eine gefährliche Vermehrung von sogenannten Legionellen (stäbchenförmigen Bakterien, zu denen auch die Erreger der Legionärskrankheit zählen) im Wasser der Anlagen frühzeitig zu erkennen und Gegenmaßnahmen einzuleiten.

 - Qualitätsleiter Jens Kuhn (rechts) von Keller Lufttechnik und Tim Daffner von Synlab sind sich einig: Betreiber von Nassabscheidern sollten sich rechtzeitig mit den künftigen Anforderungen vertraut machen.
Qualitätsleiter Jens Kuhn (rechts) von Keller Lufttechnik und Tim Daffner von Synlab sind sich einig: Betreiber von Nassabscheidern sollten sich rechtzeitig mit den künftigen Anforderungen vertraut machen.
Keller

Als Spezialist für Absaugsysteme zur Luftreinhaltung ist es Keller Lufttechnik wichtig seine Kunden vorab über die Verordnung und ihre Auswirkungen zu informieren, denn mit der neuen Rechtslage kommen auch neue Pflichten beispielsweise auf die Betreiber von Kühltürmen und Nassabscheidern zu, wie Jens Kuhn, Qualitätsleiter bei Keller Lufttechnik, betont.

Das Ziel ist es, eine gefährliche Vermehrung von Legionellen im Wasser der Anlagen frühzeitig zu erkennen und Gegenmaßnahmen einzuleiten. Nach Angaben des Bundesministeriums für Umwelt, Naturschutz, Bau und Reaktorsicherheit infizieren sich jährlich mindestens 110 Personen mit Legionellen, die aus Verdunstungskühlanlagen, Kühltürmen und Nassabscheidern stammen. "Die Keime gelangen zusammen mit feinen Wassertröpfchen in die Luft. Menschen, die sie einatmen, können eine Lungenentzündung bekommen", beschreibt Kuhn. In fünf Prozent der Fälle führe die Infektion gar zum Tode. Die neue Verordnung soll nun verhindern, dass sich Legionellen in diesen Anlagen unkontrolliert ausbreiten und die Gesundheit von Menschen gefährden, die im Umfeld arbeiten und leben.

Das Gesundheitsamt ist bei Betriebsaufnahme zu informieren

Aber was heißt das für Unternehmen, die Nassabscheider betreiben? Auf diese Betreiber kommen eine Reihe neuer Pflichten zu: "Zunächst müssen sie den Betrieb von Nassabscheidern beim Gesundheits- oder Gewerbeaufsichtsamt anzeigen und eine Erstuntersuchung der Legionellenkonzentration veranlassen", schildert Kuhn die künftige Rechtslage. Eine "hygienisch fachkundige Person" müsse außerdem eine Gefährdungsbeurteilung durchführen.

Vor Inbetriebnahme oder Wiederinbetriebnahme einer Anlage werde es verpflichtend sein, eine Checkliste abzuarbeiten. Dafür ist ebenfalls eine "hygienisch fachkundige Person" nötig. Der Betreiber ist anschließend 14-tägig verpflichtet, die Beschaffenheit des Wassers zu überprüfen. "Dafür kann er im Handel erhältliche Teststreifen – sogenannte Dip-Slides – einsetzen. Alle drei Monate ist ein akkreditiertes Prüflabor mit Probenahme und Prüfung zu beauftragen. Das Resultat der Gefährdungsbeurteilung, gegebenenfalls die ausgefüllte Checkliste sowie die fortlaufend erhobenen Messwerte und Prüfergebnisse hält der Anlagenbetreiber in einem Betriebstagebuch fest", erklärt Kuhn. Er rät allen betroffenen Betreibern, sich schon frühzeitig mit den künftigen Anforderungen vertraut zu machen.

gr

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