Kabelkanal aus PP-Rezyklat

Thomas Neven, Acount Manager bei K.D. Feddersern, zeigt den Kabelkanal der neuen Mercedes-Benz S-Klasse. Der Kanal wird Hellermann Tyton aus PP-Rezyklat von Aurora hergestellt. Foto: K-ZEITUNG/Krumbholz

K.D. Feddersen beliefert Hellermann Tyton mit PP-Rezyklat für einen Kabelkanal in der S-Klasse von Mercedes-Benz. Strenge VOC-Kriterien werden eingehalten.

Hellermann Tyton fertigt für die neueste S-Klasse (Baureihe 223) von Mercedes-Benz einen Kabelkanal aus PP-Rezyklat – genauer aus PP-Copolymer Recompound von Aurora. Hellermann Tyton bezieht das Rezyklat für den Kabelkanal vom Kunststoff-Distributeur K.D. Feddersen.

Der Kabelkanal befindet im Fußraum unter der  Verkleidung – und gehört damit zum nicht sichtbaren Innenraum des Fahrzeugs. Im Automobilbau werden auch im Innenraum zunehmend recycelte Materialien nachgefragt. Ein Trend, der sich in Zukunft noch deutlich verstärken wird.

Kabelkanal muss VOC-Grenzwerte einhalten

Thomas Neven, Acount Manager bei K.D. Feddersern, war bei der Suche nach einem geeigneten Rezyklat für den Kabelkanal an erster Stelle dabei. „Früher fragten uns die Einkäufer bei den OEMs immer: Geht es auch günstiger? Heute heißt es dagegen immer häufiger: Geht es auch nachhaltiger?“

Laut Neven liegen Herausforderungen im Automobil nicht nur darin, Rezyklate mit zuverlässig hoher Materialqualität zu bekommen, denn im Innenraum sind auch die strengen VOC-Grenzwerte der Automobilindustrie einzuhalten. Die Ausgasung von leicht flüchtigen organischen Verbindungen (VOC) sind bei Fahrzeuginnenteilen von entsprechender Bedeutung. Sie beeinflussen die Qualität der Innenraumluft in Fahrzeugen und sind relevant für Gesundheit und Fahrkomfort.

PP-Rezyklat ohne Geruch

„Auch die olfaktorische Wahrnehmung – also der Geruch – spielt eine Rolle. Kunststoff-Rezyklate weisen oft Störgerüche auf“, erklärt Neven die besondere Herausforderung bei Einsatz von Recompounds.

Hellermann Tyton verwendet für den Kabelkanal ein Recompound aus PP-Copolymer, das Aurora speziell für diese Anwendung rezeptiert hat. Aurora hat sich auf die Produktion von Recompounds spezialisiert, die die Standards und OEM-Normen inklusive VOC-Emissionsnormen in der Automobilindustrie erfüllen.

Hauptrohstoff der Rezyklate sind sortenrein gesammelte Produktionsreste zertifizierter Lieferanten, welche durch Zugabe weiterer Rezepturbestandteile modifiziert werden. Dabei werden die ursprünglichen Eigenschaften des Kunststoffes wiederhergestellt.

Der Einsatz von Aurora-Rezyklaten spart laut Hersteller mindestens 2 kg CO₂ sowie 1,3 l Rohöl pro kg eingesetztem Rezyklat gegenüber Neuware ein.

„Der Kabelkanal in der neuen S-Klasse von Mercedes Benz ist eine weiteres Beispiel dafür, wie Rezyklate immer neue Anwendungen auch in einem so anspruchsvollen Umfeld wie dem Automobilbau erobern“, sagt Neven. „Neben dem Aspekt der Nachhaltigkeit ist ein weiterer Vorteil der Recompounds von Aurora, das es hier keine Engpässe bei der Versorgung gibt“, so der Acount Manager bei K.D. Feddersern.

mg